16.06.2016 |

Bezirkskonferenz 2016: Mein Leben - meine Zeit

IG Metall gibt Startsschuss für Arbeitszeitkampagne

Mit der 66. Ordentlichen Bezirkskonferenz haben die Delegierten den Starschuss für die Arbeitszeitkampagne im IG  Metall Bezirk Mitte gegeben.

Mit dem Ziel, dass Arbeitszeiten für die Beschäftigten planbarer werden und mit dem Privatleben besser als bisher zu vereinbaren sind.

"Gegenwärtig ist dies anders. Aktuell geht Flexibilität zulasten der Beschäftigten", so Jörg Köhlinger, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte. "Wir wollen auch, dass geleistete Arbeitszeit vollständig erfasst und vergütet wird. Viel zu oft werden Arbeitsstunden eben nicht erfasst oder sie verfallen am Monatsende einfach."

Bereits in den kommenden Monaten will die IG Metall die tatsächlich geleistete Arbeitszeit in den Betrieben auf den Prüfstand stellen.  

Darüber hinaus haben die Delegierten mit einer Resolution größere Unterstützung der Politik für den Erhalt der europäischen Stahlindustrie eingefordert. Dumpingimporte vor allem aus China, die absehbaren Folgen einer Anerkennung Chinas als Marktwirtschaft und niedrige Zölle auf dem europäischen Markt würden zu massiven Arbeitsplatzverlusten führen.

In einer gemeinsamen Diskussion haben Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und der Publizist Stephan Hebel zum Thema "Wohin steuert Europa?" Positionen ausgetauscht.

Lemb unterstrich dabei die Forderung nach einem europäischen Investitionsprogramm und warnte eindringlich vor einem Scheitern Europas: „Wenn Europa fällt, fällt es nach rechts!“

15.06.2016 |

Gegen Diskriminierung

IG Metall verleiht Georg Bernard- Plakette zum 10. Mal

Am heutigen Mittwoch hat die IG Metall im Bezirk Mitte zum zehnten Mal die mit 1.000 Euro dotierte Georg Bernard-Plakette verliehen. In Gedenken des ehemaligen Bezirksleiters des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Georg Bernard, der im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde, wird sie an Organisationen vergeben, die sich für Demokratie und gegen Rassismus einsetzen.

In diesem Jahr ging die Plakette an den gemeinnützigen Verein berami - berufliche Integration e.V. in Frankfurt am Main. Der Verein berät seit 1990 geflüchtete Menschen hinsichtlich der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen und zu Fragen der  Nachqualifizierung und Bildung, um eine berufliche Perspektive zu entwickeln. Grundsatz der Arbeit des Vereins ist, dass Integration nur über gleichberechtigte Teilhabe erfolgreich gelingen kann. Zuletzt hat der Verein im Main- Forum der IG Metall Zentrale in Frankfurt am Main, ihre Einrichtung „Der Laden“ eröffnet. Dort können Geflüchtete Rat und Unterstützung für ihre berufliche Entwicklung einholen.

Gast der Bezirkskonferenz war auch der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung Tarek Al- Wazir. Er würdigte die historischen Errungenschaften der IG Metall, insbesondere in der Arbeits- und Gesellschaftspolitik.

 

 

01.05.2016 |

1. Mai - Zeit für mehr Solidarität

Bezirksleiter der IG Metall fordert gute Löhne und gute Renten

IG Metall Bezirksleiter Jörg Köhlinger hat die Arbeitgeber vor einen längeren Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie gewarnt: „Die bisherigen Angebote sind alles andere als eine ernstzunehmende Verhandlungsgrundlage. 2,1 Prozent für 24 Monate sind im Vergleich zu den Profiten, die viele Unternehmen machen, geradezu ein Witz. Die Warnstreiks werden jetzt ausgeweitet, die Menschen betrachten das Miniaturangebot als Provokation und Missachtung ihrer Arbeitsleistung. Die IG Metall sei aber nicht an einem langen Streit, sondern an einer konstruktiven Lösung interessiert. „Wenn die Arbeitgeber eine Lösung am Verhandlungstisch anstreben, dann müssen sie sich schon deutlich bewegen –  mit ihrer bisherigen Haltung verschärfen sie den Konflikt.“

Ein zweiter Schwerpunkt der IG Metall werde in den kommenden Monaten die Rente sein. Köhlinger erteilte einer weiteren Verlängerung der Lebensarbeitszeit eine klare Absage. "Sollte eine Partei allen Ernstes auf die Idee kommen, mit der Rente erst ab 70 in den Wahlkampf zu ziehen, wird sie die Gewerkschaften, allen voran die IG Metall, zum entschiedenen Gegner haben", kündigte er an. Die IG Metall werde die Rente mit einer großen Kampagne zum Wahlkampfthema machen. Ein wichtiges Ziel sei neben der Stärkung der Betriebsrente eine grundsätzliche Kurskorrektur in der Rentenpolitik. Köhlinger: „Das Rentenniveau muss wieder angehoben werden – die Rentenkürzungen der vergangenen Jahre bei gleichzeitiger Verlängerung der Lebensarbeitszeit waren epochale sozialpolitische Fehlentscheidungen, die von den Menschen nicht akzeptiert werden – das muss korrigiert werden.“

14.04.2016 |

Europa neu begründen

Das Flüchtlingsdrama: ein Appell zum Umsteuern. In Europa und in Deutschland

Die Initiative "Europa neu begründen" fordert mit ihrem Appell "Das Flüchtlingsdrama: ein Appell zum Umsteuern. In Europa und in Deutschland" zu einem Kurswechsel in der Europapolitik zu mehr Solidarität und einem zukunftsfähigen, gerechten und starken Gemeinwesen, auf.

Mit den Eckpunkten des Appells fordern die Unterzeichner unter anderem dazu auf, ein sofortiges humanitäres Sofort- Programm in Europa zu starten. Dazu gehören Unterstützungsleistungen in den Heimatregionen der Flüchtenden, wie Bildungseinrichtungen und Erwerbsmöglichkeiten. Darüber hinaus sollen in Zusammenarbeit mit der UN geordnete Fluchtmöglichkeiten und eine legale Einreisemöglichkeiten nach Europa geschaffen werden.

Ein weiterer Eckpunkt des Appells ist die Forderung nach mehr Investitionen. Mehr EU- Staaten sollen bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen finanziell unterstützt werden, durch beispielsweise Sonderprogramme im Wohnungsbau, für Schulen und ähnliches.

Dies ist auch ein Schritt zu einem notwendigen europäischen Investitionspaket. Auch dies ist Teil eines europäischen Kurswechsels, mit dem Ziel einer Erneuerung und Verbesserung der sozialen Infrastruktur aller hier lebenden Menschen. Beispielsweise brauchen Kommunen finanzielle Unterstützung des Bundes, um die Bildungsinfrastruktur zu verbessern und zu erneuern. 

15.03.2016 |

Hessen: Deutschland- Rente

IG Metall Mitte lehnt „Deutschland-Rente“ ab

Die IG Metall im Bezirk Mitte lehnt das von drei hessischen Ministern entwickelte Rentenmodell der "Deutschland- Rente" ab.

Aus Sicht des Bezirksleiters Jörg Köhlinger führe aus dieses Modell in die verkehrte Richtung, denn auch in diesem Modell sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die zusätzlichen Beiträge für eine neues Modell einer kapitalgedeckten Rentenversicherung zahlen.

Köhlinger teilt die Kritik der drei Minister an der gestiegenen Gefahr von Altersarmut. Als Grund für diese gestiegene Gefahr sieht er die in den letzten Jahren beschlossenen Kürzungen der gesetzlichen Rente und das Scheitern der „Riester-Rente“. So liege das gesetzliche Rentenniveau heute mit knapp 48 Prozent rund zehn Prozent niedriger als zur Jahrtausendwende und solle bis 2030 weiter abgesenkt werden.

Alternativ dazu schlägt die IG Metall vor, die Kürzungen wieder rückgängig zu machen, um das Rentenniveau zunächst zu stabilisieren und dann schrittweise wieder anzuheben.

„Nachdem sowohl die Verbreitung der Riester-Rente als auch deren Rendite hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, kann die Riester-Rente nicht einfach durch eine andere Form kapitalgedeckter Vorsorge, dieses Mal Deutschland-Rente genannt, ersetzt werden. Gerade Geringverdienende können sich eine zusätzliche Einzahlung wohl ebenso wenig leisten wie einen Riester-Vertrag“, so Köhlinger.

09.03.2016 |

Landtagswahl Rheinland- Pfalz

IG Metall Mitte ruft auf, wählen zu gehen

„Wer nicht zu Wahlen geht, wird anschließend trotzdem regiert – und stärkt mit seiner Nicht-Teilnahme in aller Regel rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien“ - diese Konsequenz zieht Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte, aus den Ergebnissen der hessischen Kommunalwahlen mit Blick auf die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz.

Darüber hinaus erwartet er von der kommenden Landesregierung in Rheinland-Pfalz Investitionen in Zukunftstechnologien und Infrastrukturen, dabei gelte es, die Gewerkschaften in die Diskussionen und Entscheidungen mit einzubeziehen. Dabei sollen Gewerkschaften in die Diskussionen und Entscheidungen einbezogen werden.

Auch erwartet Jörg Köhlinger von der zukünftigen Landesregierung einen Dialog zwischen der Landesregierung und Betriebsräten und Gewerkschaften auf Augenhöhe und die Berücksichtigung von Arbeitnehmerinnen- und Arbeitsnehmerinteressen.

In Rheinland- Pfalz wird am kommenden Sonntag, den 13. März gewählt. Die IG Metall im Bezirk Mitte ruft nachdrücklich dazu auf, bei den Landtagswahlen vom Wahlrecht Gebrauch zu machen.

02.03.2016 |

Stahlaktionstag

IG Metall kämpft für Erhalt der Arbeitsplätze

Dumpingpreise aus Fernost und eine Wettbewerbsbenachteiligung durch eine Schlechterstellung im Emissionshandel bedrohen die Stahlindustrie in ihrer Substanz. Sollte China als Marktwirtschaft anerkannt werden, dann wird ein europäisches Verfahren wegen Dumpings unmöglich. Wenn nun auch noch der Emissionshandel durch die EU-Gesetzgebung verschärft wird, dann sieht es noch düsterer für die Stahlproduktion aus.

Bundesweit wird die IG Metall einen Stahlaktionstag am 11. April 2016 veranstalten, um auf die Gefährdung der hocheffizienten Stahlindustrie aufmerksam zu machen. 

Unter anderem im Saarland in Dillingen und Völklingen sind Aktionen geplant.

24.02.2016 |

Einhaltung des Koalitionsvertrages

IG Metall Bezirk Mitte kritisiert CDU/ CSU zu Gesetzentwurf Leiharbeit

Zur gesetzlichen Regelung von Werkverträgen und Leiharbeit liegt bereits ein zweiter Referentenentwurf vor.

Mit Unverständnis hat die IG Metall im Bezirk Mitte auf den Verzögerungsversuch der CDU/ CSU reagiert. Der von Arbeitsministerin Andrea Nahles vorgelegte Gesetzesentwurf ist hinter den Anforderungen zurückgeblieben, darüber hinaus ist er auf Wunsch der Bundeskanzlerin weiterhin entschärft worden. Der neue Entwurf sollte nun im März im Bundeskabinett beschlossen werden, um dann schließlich zum 01. Januar 2017 in Kraft treten zu können.

„Die neuerliche Intervention der CDU/CSU führt nun zu einem Stillstand, der von uns nicht akzeptiert werden kann und auch nicht akzeptiert werden wird", so Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger. 

Dass nun aus den Reihen der CDU/CSU von neuem gegen den Kompromiss geschossen werde, mache deutlich, dass diese Fraktionen offenbar jeden Gesetzesentwurf zu diesen Themen torpedieren wollten, völlig unabhängig davon, dass man sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt habe.

 

 „Zum einen ist es notwendig, dass wir zum Thema Werkverträge/Leiharbeit eine neue gesetzliche Grundlage brauchen, um die Realität in den Unternehmen und Betrieben einzufangen. Zum anderen muss der Koalitionsvertrag für alle Partner, aber auch für die Wählerinnen und Wähler eine verlässliche Grundlage bilden, sonst braucht man keine Koalition zu schließen. Ich fordere die CDU-Bundestagsabgeordneten aus Hessen, Rheinland-Pfalz, aus  dem Saarland und aus Thüringen jedenfalls eindringlich dazu auf, sich an die Abmachungen zu halten. Daran werden wir sie jedenfalls messen", so Köhlinger weiter.  

15.02.2016 |

Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat

"Die Würde des Menschen ist unantastbar"

Zu dem breiten gesellschaftlichen Bündnis haben sich die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die Deutsche Bischofskonferenz, der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Deutsche Kulturrat, der Koordinationsrat der Muslime, der Deutsche Naturschutzring, der Deutsche Olympische Sportbund sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen.  

"Deutschland ist ein weltoffenes und demokratisches Land", das erklären die Allianz- Partner in ihrem Aufruf "Die Würde des Menschen ist unantastbar".

Seit langem leben hier unterschiedlicher Kultur und Herkunft zusammen. Der im Grundgesetz festgehaltene Schutz der Menschenwürde gilt für alle Menschen gleichermaßen, unabhängig davon, ob sie schon lange hier leben, zugewandert oder als Flüchtende eingetroffen sind.

Die Allianz ruft dazu auf, die Flüchtlings- und Einwanderungsdebatte sachlich und lösungsorientiert zu führen statt öffentlich Ressentiments zu schüren oder parteitaktische Interessen zu verfolgen, menschenfeindlichen Äußerungen und Handlungen, gleich woher sie kommen und gegen welche Gruppe sie sich richten, entgegenzutreten, und rechtsextreme, menschenverachtende Angriffe auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte, auf Polizistinnen und Polizisten, auf Vertreterinnen und Vertreter der Presse sowie Helferinnen und Helfer strafrechtlich konsequent zu verfolgen.

Zu einer erfolgreichen Integration gehören die Bereitschaft zur Integration, mit der Akzeptanz der Werte des Grundgesetzes und unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Wie aber auch ein schnellstmöglicher Zugang zu Sprache, Kultur, Arbeit und Sport.

Fremdenfeindlicher Hetze und rechtspopulistische Rassismus und Gewalt stellen sich die Unterzeichner klar entgegen: "Mit großer Sorge erfüllt uns die Tatsache, dass rechtspopulistische und rechtsextreme Gruppierungen das Thema Flucht und Migration derzeit dazu nutzen, Feindseligkeit zu schüren und unsere freiheitlich-demokratische Ordnung in Frage zu stellen. Jeder Form von Hass, Rassismus, Beleidigung oder Gewalt treten wir mit Entschiedenheit entgegen."  

20.01.2016 |

Mitgliederentwicklung IG Metall Bezirk Mitte

Starke Zuwächse in vier Bundesländern

Die IG Metall im Bezirk Mitte hat das vergangene Jahr mit einer erfolgreichen Mitgliederentwicklung abgeschlossen und damit das vierte Jahr infolge Wachstum zu verzeichnen.

Zum Jahresende waren insgesamt 315.197 Menschen Mitglied der IG Metall. Das sind 1.372 neue Mitglieder (0,4 Prozent) mehr als Ende des Vorjahres.

Im Bezirk Mitte hatten insbesondere Angestellte, Jugendliche und Frauen einen großen Zulauf zur IG Metall. Mit rund 1,2 Prozent am Wachstum hatten Angestellte einen besonders großen Anteil. Auch bemerkenswert ist, dass rund 16 Prozent der gesamten Mitglieder im Bezirk Mitte weiblich sind.

„Das ist eine gute Entwicklung für uns als IG Metall“, so Jörg Köhlinger, seit Juli 2015 Leiter des Bezirks Mitte. „Mit erfolgreicher Tarifpolitik, klaren Positionen bei wichtigen gesellschaftspolitischen Themen und systematischer Mitgliederwerbung wird die IG Metall als durchsetzungsfähige Interessenvertretung der Beschäftigten in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft wahrgenommen. 2016 werden wir verstärkt den Missbrauch von Werkverträgen thematisieren. Darüber hinaus werden wir uns weiteren zukünftigen Herausforderungen stellen, wie beispielsweise dem demografischen Wandel, der auch vor betrieblichen Realitäten nicht Halt macht. Dazu haben wir in diesem Jahr mit einem bezirksweiten Projekt zur Mitgliedergewinnung eine langfristige Strategie angelegt“, kündigt er an.

zur Pressemitteilung

04.12.2015 |

DGB Rheinland- Pfalz

Innovationspreis Mitbestimmung 2015

Der DGB Rheinland- Pfalz hat zum ersten Mal den "Innovationspreis Mitbestimmung" für Mitbestimmungsprojekte mit den Schwerpunkten Arbeitsschutz, Personalangelegenheiten, der Gestaltung des Arbeitsplatzes oder mit der Optimierung von Arbeitsabläufen in rheinland- pfälzischen Betrieben und Dienststellen.

Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), übernommen. 

Auch unter den Siegern sind in diesem Jahr in der Kategorie „Betriebsrat Großunternehmen" der Betriebsrat der Stabilus GmbH Koblenz und der Sieger in der Kategorie „Betriebsrat kleine und mittelständische Unternehmen" der Betriebsrat der John Deere GmbH & Co. KG in Kaiserslautern.

Zu erfüllende Kriterien sind unter anderem die Umsetzbarkeit, der Innovationsgrad, die Übertragbarkeit und die tatsächlichen Auswirkungen auf den Alltag.

10.11.2015 |

Weihnachtsgeld 2015

Bild: Fotolia

Alle Jahre wieder zeigt sich: Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen können dem Weihnachtsfest noch entspannter entgegensehen. Die Chancen in einem tarifgebundenen Unternehmen Weihnachtsgeld zu erhalten ist ungleich höher als in einem nicht tarifgebunden. Die Beschäftigten eines tarifgebundenen Unternehmens bekommen zu 71 Prozent ein Weihnachtsgeld ausgezahlt, während nur zu 42 Prozent die Beschäftigten aus nicht tarifgebundenen Unternehmen Weihnachtsgeld bekommen.

Etwa 54 Prozent aller Beschäftigten erhalten ein Weihnachtsgeld. Etwa 15 Prozent werden am Gewinn beteiligt und rund 19 Prozent werden über andere Sonderzahlungen beteiligt. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom WSI- Tarifarchiv und der Hans- Böckler- Stiftung Umfrage unter 10.000 Beschäftigten.

Ein weiteres Ergebnis der Befragung ist, dass die Chancen auf Weihnachtsgeld in mehrfacher Hinsicht ungleich verteilt ist.

So ist nicht nur der Unterschied zwischen tarif- und nicht tarifgebundenen Unternehmen relativ groß. Auch der Unterschied zwischen Ost und West ist erkennbar. In ostdeutschen Bundesländern erhalten rund 40 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld, während in westdeutschen Bundesländern etwa 57 Prozent eine solche Sonderzahlung erhalten.

Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen erhalten Frauen seltener ein Weihnachtsgeld. Etwa 51 Prozent der Frauen bekommen eines, während rund 56 Prozent der Männer eines erhalten.  

 Wer bekommt Weihnachtsgeld?

10.11.2015 |

Mitmenschlich in Thüringen

Thüringen signalisiert Weltoffenheit

Bild: Fotolia

Das Bündnis Mitmenschlich in Thüringen hat gestern abend zu einer Kundgebung und friedlichen Demonstration auf dem Erfurter Domplatz aufgerufen. Rund 6.000 Menschen sind diesem Aufruf gefolgt und haben mit Plakaten und Sprüchen signalisiert, dass Flüchtlinge willkommen und dass Toleranz und Mitmenschlichkeit gelebt werden.

Auch der Dom wurde zu diesem Anlass hell erleuchtet. Zuletzt wurde die Beleuchtung des Doms abgeschaltet, um die Ablehnung gegenüber AfD- und anderen flüchtlingsfeindlichen Demonstrationen zu verdeutlichen.

„Rassistischen Vorurteilen und Hetze werden wir uns entschieden entgegenstellen“, so Jörg Köhlinger, Bezirksleiter IG Metall Mitte. Das Recht auf die Würde und körperliche Unversehrtheit von Menschen sei nicht zu diskutieren.

Das Bündnis Mitmenschlich in Thüringen wurde ende Oktober von unterschiedlichen Bündnispartner ins Leben gerufen. Der Arbeitgeberverband VMET und die IG Metall unterstützen gemeinsam mit vielen anderen das Bündnis „Mitmenschlich für ein Thüringen der Demokratie, Vielfalt und Mitmenschlichkeit.“ Das Bündnis wurde in den vergangenen Wochen von unterschiedlichen Akteuren gegründet und vorgestellt. Dabei sind u.a. der DGB, die Arbeitgeberverbände Thüringens und verschiedene Gliederungen der IG Metall. Auch evangelische und katholischen Kirche, die jüdische Landesgemeinde, die muslimische Gemeinde wie auch viele Landtagsabgeordnete sind dort aktiv.   

"Stimmen der Delegierten vom Gewerkschaftstag"

Nicole Hirtz (Vst. Völklingen)

Betriebsrätin Ford Saarlouis, OFA- Vorsitzende Völklingen

"Endlich haben wir eine Frau an der Spitze. Das Thema Betreuungsgeld wurde diskutiert und der Initiativantrag mit der Forderung zur Verwendung des Geldes für qualitativ hochwertige Kinderbetreuung wurde angenommen. Das ist ein wichtiges Signal."

Alfonso Liuzzo (Vst. Völklingen)

VL- Vorsitzender Dillinger Hütte, VL- Ausschussvorsitzender Völklingen

"Ich freue mich, dass nun jemand Vorsitzender der IG Metall geworden ist, der die Fahne der Vertrauensleutearbeit hochhält. Erkennbar ist das am Leitantrag "Beteiligungsgewerkschaft". Allerdings sind Anträge erst mal nur gute Vorsätze, gespannt bin ich auf die Arbeit der kommenden vier Jahre."

Monika Claar (Vst. Mittelhessen)

OV- Jugendmandat Vst. Mittelhessen, OJA- Vorsitzende Mittelhessen

"Tolle Erfahrung, wir haben super Einblicke in viele Themenbereiche, die die IG Metall beschäftigen und wir haben viele klare Zeichen gesetzt: Für uns als IG Metall sind Flüchtlinge willkommen. Und auch dass nun eine Frau Zweite Vorsitzende geworden ist, ist ein klares Zeichen für die Frauen in der Organisation."

Johannes Fahrig (Vst. Mittelhessen)

Betriebsrat und VK- Leiter Firma Schunk

"Besonders gut gelaufen sind die Diskussionen zur Vertrauensleutearbeit. Dort verspreche ich mir große Fortschritte. Spannend war die Diskussion dazu, wer antragsberechtigt ist. Zum Glück wurde der Antrag zurückgenommen und alle bisher Antragsberechtigten bleiben antragsberechtigt."

Svenja Borchert (Vst. Ludwigshafen- Frankenthal)

JAV- Vorsitzende Ginanth GmbH

"Das war mein erster großer Kongress der IG Metall. Es ist toll, dass wir alle Anträge ausdiskutieren, die Beteiligung ist wirklich groß. Die Jugendaktion kam großartig an, das freut mich sehr."

Gerhardt Weis (Vst. Ludwigshafen- Frankenthal)

Betriebsrat Mann + Hummel GmbH Speyer

"Ich bin das erste Mal als Delegierter auf dem Gewerkschaftstag. Wir diskutieren die Anträge von der Basis an, deutlich werden die unterschiedlichen Schwerpunkte der Bezirke. Das Thema Werkverträge ist eines, dass wir in den nächsten Jahren geschlossen und verstärkt angehen werden."  

Lutz Modrow (Vst. Erfurt)

Betriebsrat Siemens Generatorenwerk, VK- Leiter

"Ich verspüre eine Aufbruchsstimmung. Die 35- Stunden- Woche und die Arbeitszeit rücken wieder in den Blickpunkt der IG Metall. Das ist wichtig. Auch Themen wie equal pay sind auf dem Plan, dort merkt man die gravierenden Unterschiede zwischen Ost und West. Dabei dürfen wir uns nicht ausschließlich auf die SPD verlassen." 

Rolf Parkan (Vst. Erfurt)

Betriebsratsvorsitzender Schuler Pressen Erfurt

"Es gibt drei wesentliche Kernpunkte: Wir haben eine gute personelle Aufstellung für die kommenden vier Jahre, erstmals mit einer Frau an der Spitze. Wir haben sehr gute Diskussionen zur Arbeitszeitpolitik und wir müssen uns weiterhin und stärker in die Politik einmischen. Über dies haben wir eine bessere finanzielle Ausstattung der Verwaltungsstellen diskutiert. Das ist ein wichtiges Signal."

20.10.2015 |

Neues Vorsitzendenduo

Hofmann und Benner stellen neue Führungsspitze

Bild: Frank Rumpenhorst

Die IG Metall hat eine neue Führungsspitze. Der 23. Ordentliche Gewerkschaftstag der IG Metall hat Jörg Hofmann zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Erstmals ist eine Frau an die Spitze der IG Metall gewählt worden. Christiane Benner rückt auf an die Stelle der Zweiten Vorsitzenden. Alter und neuer Hauptkassierer ist Jürgen Kerner.

Jörg Hofmann wurde mit einer Zustimmung von 91,3 Prozent gewählt, Christiane Benner erhielt als Zweite Vorsitzende 91,1 Prozent. Für Jürgen Kerner als neuen Hauptkassierer stimmten 98,5 Prozent.

Für eine weitere Amtszeit wurden Hans- Jürgen Urban, Irene Schulz und Wolfgang Lemb gewählt. Erstmals für das Amt eines Geschäftsführenden Vorstandsmitglieds wurde Ralf Kutzner gewählt. Zuvor war er seit 2005 Erster Bevollmächtigter und Kassierer der Verwaltungsstelle Rhein- Bonn- Sieg.

Rund 485 Delegierte beraten in Frankfurt am Main über Anträge und wählten eine neue Führungsspitze.

gewählte Ehrenamtliche Vorstandsmitglieder auf dem 23. Ordentlichen Gewerkschaftstags

Als ehrenamtliche Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Andreas Wendland und Gerhard Gertsen aus Bocholt, Ulrike Kletezka (Dortmund), Wilhelm Segerath (Duisburg-Dinslaken), Heinz Pfeffer (Rheine), Jan Heinrich (Ludwigshafen-Frankenthal), Elke Volkmann (Nordhessen), Hans Peter Kurtz (Saarbrücken), Bernd Lösche (Eisenach), Benjamin Gruschka (Köln-Leverkusen), André Arenz (Olpe), Volker Stahmann (Bremen), Herta Everwien (Emden), Michael Eilers (Wesermarsch), Manfred Zaffke (Süd-Niedersachsen-Harz), Brigitte Runge (Salzgitter-Peine), Bernd Osterloh (Wolfsburg), Carmen Bahlo (Potsdam), Maria Heinrich (Augsburg), Johann Horn (Ingolstadt), Horst Lischka (München), Gerald Eberwein (Nürnberg), Bernd Kruppa (Leipzig), Jens Rothe (Zwickau), Sabine Pfleghar (Friedrichshafen-Oberschwaben), Rainer Wietstock (Mannheim), Rolf Ebe (Ulm), Uwe Meinhardt und Ergun Lümali (Stuttgart).

gewählter Kontrollausschuss auf dem 23. Ordentlichen Gewerkschaftstags

 Die Delegierten wählten Dieter Dicke (Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt), Rolf Haucke (Bezirk Bayern), Wolfgang Mädel (Bezirk Küste), Walter Vogt (Bezirk Mitte), Dieter Knauß (Bezirk Baden-Württemberg), Günther Marks (Bezirk Berlin Brandenburg-Sachsen) und Roswitha Etheber-Schavier (Bezirk Nordrhein-Westfalen) in den Kontrollausschuss.

08.10.2015 |

Homburg- Saarpfalz

Aktionskonferenz zum internationalen Tag gegen prekäre Beschäftigung

Die IG Metall Homburg- Saarpfalz hat zum internationalen Tag gegen prekäre Beschäftigung mit einer Aktionskonferenz in Homburg auf den Missbrauch von Werkverträgen hingewiesen.

Prof. Dr. Sell der Hochschule Koblenz stellte erste Erkenntnisse seiner Untersuchungen im Rahmen seines wissenschaftlichen Projektes im IG Metall Bezirk Mitte zu Auswirkungen des Einsatzes von Werkverträgen auf die Kundenbetriebe der Region vor. 

Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger umriss in seinem Beitrag auf der Konferenz die Auswirkungen von Werkverträgen auf die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie. Es fehlte in erster Linie an Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechten für Betriebsräte wenn es im den Einsatz von Werkverträgen geht. Notwendig sei eine zügige Verbesserung der Gesetzeslage durch die Bundesregierung.

"Immer öfter schaffen Unternehmen mit der Auslagerung von Arbeit über Werkverträge betriebsratsfreie und tariflose Zonen in relevanten Bereichen der Wertschöpfung. Die IG Metall kritisiert diesen Missbrauch als Lohndumping," so Werner Cappel, Erster Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Homburg- Saarpfalz.

Die Verwaltungsstelle hat bei einer Befragung von 11 Betrieben mit insgesamt rund 10.000 Beschäftigten in der Region unter den Betriebsräten herausgefunden, dass laut der Einschätzungen der befragten Betriebsräte die Auslagerung von Arbeiten in 8 von 11 Industrieunternehmen in den vergangen drei Jahren zugenommen hat und auch Stammarbeitsplätze ersetzt worden sind. In dreiviertel der dort eingesetzten Werkvertragsbetriebe waren die Arbeitsbedingungen überwiegend schlechter als die der Stammbelegschaft.

Aktionskonferenz gegen Missbrauch von Werkverträgen in Homburg

06.10.2015 |

Flüchtlinge willkommen

IG Metall Mitglieder engagieren sich für Flüchtlinge

JAV Opel Rüsselsheim

Die Beschäftigten im IG Metall Bezirk Mitte zusammen mit den Verwaltungsstellen zeigen jeden Tag in privaten Initiativen und auch in der Beteiligung an größeren Kooperationen mit Kirchen, Verbänden und Gewerkschaften, ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe.

Bezirksweit gibt es viele Aktionen und Kooperationen. In vielen Betriebsversammlungen wird die Situation der Geflüchteten thematisiert. Auch in den Ortsvorständen wird beraten, was getan werden kann und wo geholfen werden muss.

Oft sind es in erster Linie Geld- und Sachspende, die in die Erstaufnahmelager gebracht werden. So auch beispielsweise in Calden bei Kassel, hier sind derzeit rund 1.600 Menschen untergebracht. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung von Volkswagen unterstützt in der Kleiderkammer, um die Kleiderspenden an die Flüchtlinge auszugeben. Darüber hinaus wird an dem geplanten Fußballturnier im September eine „Flüchtlingsmannschaft“ mitspielen. Die Hälfte der Einnahmen in die Unterstützung der Flüchtlingsunterkunft in Calden.

Auch in Rüsselsheim sind Hilfsaktionen und Unterstützung Geflohener ein großes Thema. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) bei Opel Rüsselsheim hat in Erstaufnahmeunterbringungen im Raum Groß Gerau nachgefragt, was benötigt wird und im Anschluss zu einer Spendenaktion für Sachspenden aufgerufen. Die Beteiligung der Beschäftigten war überragend. Die JAV hat die gesammelten Spenden – darunter 25 Fahrräder – bereits abgegeben.

In Thüringen gibt es einerseits wie in vielen anderen Bundesländern Bilder von brennenden Unterkünften, in die keine Flüchtlinge mehr werden einziehen können. Aber es gibt auch ermutigende Bilder vom Ankommen und Willkommenskultur an den Bahnhöfen in Saalfeld und Erfurt. Hunderte Menschen spendeten schon an den Bahngleisen Wasser, Lebensmittel und vieles andere. Unter ihnen auch Mitglieder und Funktionäre der Thüringer IG Metall-Verwaltungsstellen. In Gera und Jena-Saalfeld wurde auf den Delegiertenversammlungen spontan Geld für Flüchtlinge gesammelt und gespendet.

Deutlich wird in allen Hilfs- und Unterstützungsaktionen, dass Koordinierung besonders wichtig ist. Dies ist auch aus der Sicht der IG Metall Nordhessen klar, die sich in allen Aktivitäten eng mit dem Betriebsrat, dem Vertrauenskörper sowie der Personalabteilung von Volkswagen abstimmt. Deswegen ist ein gemeinsames „Koordinierungsnetz“ zwischen IG Metall Nordhessen, dem Betriebsrat und der Vertrauenskörperleitung der IG Metall bei Volkswagen Baunatal und der Personalabteilung Volkswagen Baunatal und der Stadt Baunatal geplant. Die Zusammenarbeit in der Flüchtlingshilfe soll damit vereinfacht und effizienter gestaltet werden. Auch der Vorstand der IG Metall nimmt sich dem an: Die regionalen Aktivitäten der Verwaltungsstellen werden mit 500.00 Euro unterstützt.

Nach der Erstversorgung der Hilfesuchenden mit Wasser, Lebensmitteln, Kleidung und Unterkunft ist eine weitere Herausforderung, wie die Integration in den Arbeitsmarkt von denjenigen erfolgen kann, die in Deutschland bleiben.

„Wir werden jedenfalls nicht tatenlos zusehen, wenn Arbeitgeber die Situation der Flüchtlinge zu Lohndumping oder Unterlaufen der tariflichen Standards benutzen wollen.“, so Jörg Köhlinger, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte. „Auch die geplante Aufhebung des Leiharbeitsverbots für Asylbewerber und Geduldete nach drei Monaten lehnen wir ab. Wir wollen keine Ausweitung der Leiharbeitsverhältnisse.“

24.07.2015 |

Betreuungsgeld verfassungswidrig

IG Metall: Notwendig ist mehr Geld in Betreuungsplätze

Bild: Fotolia

Das bereits vorab umstrittene Betreuungsgeld wurde in einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes gekippt, mit der Begründung, dass der Bund nicht die Kompetenz habe, um ein solches Gesetz zu erlassen. Ein Betreuungsgeld ist Angelegenheit der Länder ist und nicht des Bundes, da es nicht zur Herstellung gleichwertiger Lebensumstände notwendig ist.

Die IG Metall begrüßt diese Entscheidung grundsätzlich, da das Betreuungsgeld in erster Linie weiterhin die ungleichen Chancen und Nachteile von Frauen am Arbeitsmarkt und letztlich das spätere Altersarmutsrisiko verschärft. Das Betreuungsgeld wurde bislang in 95 Prozent der Fälle von Frauen genutzt, nur wenige Männer nahmen es bislang in Anspruch. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter dreijährige Kinder fördert und erleichtert den Wiedereinstieg in das Berufsleben.

Tatsächliche Wahlmöglichkeiten entstehen durch den Ausbau von Kita- Plätzen und von Betreuungsstrukturen, um Frauen den Wiedereinstieg in das Erwerbsleben zu erleichtern und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie voranzubringen. Das Betreuungsgeld hat bislang eher den Verzicht auf einen Betreuungsplatz belohnt und nur wenig zur Vereinbarkeit beigetragen.

23.07.2015 |

Tarifbindung sichert Urlaubsgeld

Urlaubsgeld mit Tarifvertrag

Beschäftigte, die in einem Unternehmen mit Tarifbindung arbeiten erhalten deutlich häufiger Urlaubsgeld als ihre Kolleginnen und Kollegen in nicht tarifgebundenen Unternehmen.

Das hat eine Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans- Böckler- Stiftung (WSI) unter knapp 8.000 Beschäftigten ergeben.

Erschreckendes Ergebnis der Befragung ist auch, dass rund 57 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kein Urlaubsgeld erhalten. Damit geht knapp über der Hälfte der Beschäftigten ohne Urlaubsgeld in die Ferien und nur 43 Prozent gehen zu den Sommerferien nicht leer aus.

Besonders brisant sind die Ergebnisse dieser Befragung, wenn man sich einzelne Beschäftigtengruppen näher ansieht.

Unter den Geringverdienenden gehen rund 83 Prozent zum Sommer leer aus. In dieser Gruppe sind besonders viele Beschäftigte ohne Urlaubsgeld anzutreffen.

Auch im Vergleich zwischen Beschäftigten in den alten und neuen Bundesländern klaffen große Unterschiede. Rund 70 Prozent der Beschäftigten in den neuen Bundesländern bekommen kein Urlaubsgeld.

Ähnlich verhält es sich in der Gruppe von Betrieben mit einer Beschäftigtenzahl unter 100. Knapp 67 Prozent der Kolleginnen und Kollegen in Betrieben unter 100 Beschäftigten erhalten kein Urlaubsgeld.

24.06.2015 |

IG Metall Mitte besucht Gedenkstätte Buchenwald

Gewerkschafter setzen Zeichen

Über 250 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der IG Metall haben am Mittwochnachmittag den Opfern des Nationalsozialismus in der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar gedacht.

Einen Tag vor ihrer 65. ordentlichen Bezirkskonferenz in Weimar wollte die IG Metall ein Zeichen setzen gegen das Vergessen und gegen rechte Gewalt. IG Metall Bezirksleiter Armin Schild verurteilte stellvertretend für die IG Metall die Übergriffe auf DGB Veranstaltungen am 1. Mai in Weimar und an anderen Orten in Thüringen. „In Thüringen lebt Thügida und Sügida - ausgerechnet vor den Toren Buchenwald. Am rechten Rand braut sich wieder etwas zusammen. Unser Engagement gegen rechts beginnt im Alltag und im Betrieb, wenn irgendjemand rechtsradikale und ausländerfeindliche Sprüche klopft. Das sind wir auch Gewerkschaftern wie Wili Bleicher schuldig, der in Buchenwald inhaftiert war.“

Die IG Metall wird am Donnerstag im Rahmen der Bezirkskonferenz die Georg Bernard- Plakette zum neunten Mal verleihen. Die Plakette wird an Gruppen, Verbände und Einzelpersonen, die sich gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzen.

25.06.2015 |

65. ordentliche Bezirkskonferenz

Industriepolitik muss aktivierend und nachhaltig wirken

Bezirkskonferenz Weimar (Bild: Maik Schuck/ IG Metall)

Die IG Metall im Bezirk Mitte hat auf ihrer 65. ordentlichen Bezirkskonferenz sich zur gemeinsamen Gestaltung von Tarif-, Betriebspolitik und Gesellschaftspolitik für die Mehrheit der Menschen bekannt. Garant dafür sei ein Wechselspiel von Politik und Gewerkschaften, die wieder zu einem neuen Normalarbeitsverhältnis kommen müsse. Das Zusammenwirken von guter Sozialpolitik,  guter Arbeit,  guten Löhne und gute Industriepolitik sorge für Innovationen und Wachstum.

IG Metall Bezirksleiter: „Wir brauchen eine industrielle und wirtschaftspolitische Initiative,  die auf besser statt billiger setzt, auf produktive und zukunftsfähige Unternehmen, in denen es gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen gibt. Gute industrielle Struktur kann zum Innovationstreiber werden.“

Schild machte der thüringischen  Landesregierung, insbesondere Wirtschaftsminister Tiefensee, den Vorschlag eine Neubelebung des Thüringer  Wirtschafts- und Innovationsrates vorzunehmen. Die aktuell erfreuliche Entwicklung in Thüringens Industrie dürfe nicht über strukturelle wirtschaftliche Risiken für den Freistaat hinwegtäuschen. Das neu gebildete Netzwerk Zukunft der Industrie beim Bundeswirtschaftsministerium sei ein Zeichen dafür, wie aktuell und wichtig eine solche Einrichtung sind.

Schild: „Industriepolitik muss aktivierend und nachhaltig wirken.“ In diesem Punkt unterstütze die IG Metall Wirtschaftsminister Tiefensee bei der Überlegung, Technologieberatungszentren und Wertschöpfungscluster in Thüringen voranzutreiben. Ein heterogener Industrieansatz in Thüringen mache es notwendig, Netzwerke für Industriearbeitsplätze in einzelnen Regionen in Thüringen aufzubauen. Daran wolle die IG Metall zusammen mit allen Industriegewerkschaften mitwirken. Konkret gehe es darum, in Thüringen „verlängerte Werkbänke“ in innovative und zukunftsfeste Betriebe und Arbeitsplätze umzugestalten. Ferner müssten die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erweitert und entwickelt werden.

Ministerpräsident Bodo Ramelow bedankte sich auf der Bezirkskonferenz für das Engagement der IG Metall im Vorfeld der Landtagswahl. Die rot-rot-grüne Landesregierung stehe zusammen mit den Gewerkschaften für gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Arbeitsplatz. Thüringen brauche ein kraftvolles Bekenntnis für Solidarität. Die Gewerkschaften seien ein Garant dafür.

25.06.2015 |

IG Metall verleiht Georg Bernard- Plakette

Antifaschistischer Ratschlag Thüringen erhält Auszeichnung

Verleihung der Georg Bernard- Plakette (Bild: Maik Schuck/ IG Metall)

Die mit 1000 Euro dotierte Georg Bernard- Plakette der IG Metall Bezirk Mitte geht in diesem Jahr an den antifaschistischen und antirassistischen Ratschlag Thüringen. Damit würdigt die IG Metall in jedem Jahr die Arbeit unterschiedlicher Organisationen, Netzwerke und Einzelpersonen gegen Rassismus und Antifaschismus.

Der antifaschistische und antirassistische Ratschlag Thüringen findet seit 1990 jedes Jahr Anfang November an wechselnden Orten in Thüringen statt. Mit der Einrichtung des Ratschlags Thüringen sollte ursprünglich eine gemeinsame Kooperation gegen die zunehmenden faschistischen und rassistischen Tendenzen geschaffen werden, um die Aktivitäten gegen Faschismus zu vernetzen und Positionen und Strategien im Antifaschismus und Antirassismus einen Raum zur Diskussion zu geben.

Das Bündnis besteht aus rund 55 Vereinen, Parteien, Einzelpersonen, Gewerkschaften und parteiunabhängigen Gruppen, die sich mit Fragen zum Antifaschismus und Antirassismus auseinander setzen und beraten.

Die Georg Bernard- Plakette wird in diesem Jahr zum neunten Mal, in Gedenken des Gewerkschafters Georg Bernard, der im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde, verliehen.

Zum Hintergrund:

Georg Bernard der gelernte Maschinenschlosser der am 29. April 1876 in Dobersdorf bei Ratibor geboren wurde, war von 1920 bis 1933 Bezirksleiter des 8. Agitations-Bezirks im Deutschen Metallarbeiter Verband (DMV) und Reichstagsabgeordneter. Als Gewerkschafter wurde er im KZ Dachau inhaftiert. Dort starb er am 14. März 1945.

19.06.2015 |

Als Geschäftsführer des Netzwerks Zukunft der Industrie bestellt

Armin Schild übernimmt neue Aufgaben in Berlin

Armin Schild wird Geschäftsführer des Vereins „Netzwerk Zukunft der Industrie“ und wird sein Amt als Bezirksleiter des IG Metall Bezirks zum 14. Juli niederlegen. Am Freitag wurde Schild in Berlin zusammen mit Markus Schulz, bisher Leiter Konzernrepräsentanz Berlin Evonik Industries AG, bestellt.  Am 14. Juli wird der IG Metall Vorstand einen neuen Bezirksleiter für den IG Metall Bezirk Mitte berufen. 

Der Verein „Netzwerk der Industrie e.V.“ bildet die operative Ebene des im März 2015 ins Leben gerufenen „Bündnisses Zukunft der Industrie“. Es hat 14 Partner aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften. Die Initiatoren des „Bündnisses Zukunft der Industrie“ sind der Bundesminister für Wirtschaft und Energie Sigmar Gabriel, der IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel und BDI-Präsident Ulrich Grillo. Auf der Ebene des Bündnisses sollen im Trialog aus Politik, Unternehmensverbänden und Gewerkschaften konkrete Verabredungen und Maßnahmen zur Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland beschlossen werden. Der Verein „Netzwerk Zukunft der Industrie“ hat die Aufgabe, Maßnahmen des Bündnisses operativ umzusetzen. Mitglieder des Vereins „Netzwerk Zukunft der Industrie“ sind die Gewerkschaften IG Metall, DGB, IG BAU und IGBCE sowie die Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände BDI, BACV, BDA, Gesamtmetall, HDB, VCI, VDA, VDMA und ZVEI.

Seit 2005 Bezirksleiter

Zehn Jahre hat Armin Schild den IG Metall Bezirk Mitte vom Saarland, über Rheinland-Pfalz, Hessen bis nach Thüringen geprägt. Er legte sehr viel Wert darauf, dass die IG Metall  Gestaltungskraft nicht nur im tariflichen und betrieblichen Raum entwickelt, sondern auch in der Sozial- und Wirtschaftspolitik.

Schild: „320.000 IG Metall Mitglieder haben Anspruch auf anständige Einkommen, sie erwarten zurecht die IG Metall an ihrer Seite, wenn es um ihre Jobs und ihre Zukunft geht. Aber gutes Geld und sichere Jobs können nicht nur in Tarifverträgen und Betrieben durchgesetzt werden. Wenn die Rente gekürzt wird oder die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland auch noch aus Steuermitteln subventioniert wird, trifft das die Interessen der Beschäftigten genauso.“

Tarif macht stark

Ein wichtiges Anliegen war und ist für ihn die Sicherung von Arbeitsplätzen in  den Regionen des Bezirks- vor allem in den strukturschwachen Teilen Schild: Sind die Arbeitsplätze dort einmal weg, werden dort keine neuen angesiedelt.“ 45.000 Arbeitsplätze sind derzeit durch Tarifverträge der IG Metall im Bezirk Mitte gesichert. Dafür mussten Belegschaften mobilisiert und nicht selten Arbeitskämpfe geführt werden. Bei besonders gut organisierten Belegschaften konnten in diesen Auseinandersetzungen bereits getroffene Unternehmensentscheidungen korrigiert werden. Zum Beispiel bei der Ansiedlung von N3 in Erfurt, 2008 bei der Vaccumschmelze in Hanau, bei der geplanten Verlagerung der Produktion bei Delphi, Franklin Electric, Faurecia Scheuerfeld, bei Harman Becker, beim jahrelangen Kampf für eine gute Zukunft von Opel und an vielen anderen Auseinandersetzungen.

"Ein Betrieb – eine Gewerkschaft – eine Solidarität“

Der Bezirk Mitte mit seiner differenzierten flächendeckenden Industriestruktur  war und ist immer ein Krisenbarometer für die gesamte Industrie in Deutschland. Hier sind nicht die großen Konzernzentralen zu Hause, sondern deren Ableger und der Mittelstand. Schild: „Krise findet hier schon statt, wenn woanders noch orakelt wird. Was unsere Betriebsräte schon im Vorfeld der Krise 2008/2009 mitteilten, war für unser politisches Handeln in Richtung Politik aber auch gegenüber den Arbeitgeberverbänden unglaublich wichtig.“ Zu dieser Zeit etablierte Schild ein rotes Telefon in alle Wirtschaftsministerien und zu den Arbeitgeberverbänden, um drohende Standortschließungen zu verhindern und alle Maßnahmen zur Sicherung der Arbeitsplätze einzuleiten.

„Fairnessabkommen Leiharbeit – ein Betrieb, eine Solidarität“

Die faire Regulierung von Leiharbeit und Werkverträgen war im Bezirk Mitte schon lange ein zentrales Thema. Das vom Bezirk Mitte mit den Arbeitgeberverbänden der Leiharbeit abgeschlossene „Fairnessabkommen“  trug seit 2008 zu einem schrittweisen Paradigmenwechsel in der IG Metall bei. Das Ziel: Ein Betrieb, eine Belegschaft, eine Solidarität – auch für Leiharbeitnehmer. Die Einführung von Branchenzuschlägen oder der viel beachtete „Tarifvertrag zur Vermeidung und Vergütung von Leiharbeit“ in der saarländischen Stahlindustrie, zeichneten Schild als routinierten Strategen und Tarifpolitiker aus. Sein Credo: Belegschaften, die sich spalten lassen, haben schon verloren.

Gute Arbeit – gut in Rente

Schild, der auch Mitglied im SPD Parteivorstand ist, hat versucht, Politik wieder näher mit den Gewerkschaften zusammenzubringen und die Gewerkschaften näher an die Arbeit von Parlamenten und Regierungen. Teile der Agenda 2010 und vor allem die Rente mit 67 waren nur denkbar, weil die Gewerkschaften kaum noch Einfluss hatten. Den Preis dafür zahlen Arbeitnehmer und Rentner. Deshalb nahm Schild auch das Mandat seiner Partei an, in den Koalitionsverhandlungen 2013 die Ziele der SPD,  Rente mit 63, den Mindestlohn, die Stärkung der Tarifautonomie und die Neuordnung der Leiharbeit und der betrieblichen Altersversorgung durch die große Koalition mit auszuhandeln. Die Einführung der Rente mit 63 und flexibler Rentenübergänge war ihm bei den Koalitionsverhandlungen ein besonderes Anliegen.

14.05.2015 |

Konferenz der Automobil- und Zulieferbranche

IG Metall will Netzwerk Zukunft der Industrie in den Bundesländern

Die IG Metall im Bezirk Mitte sieht in Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland erhebliche Risiken für die Zukunft der Automobil- und Automobilzulieferindustrie. In den vier Bundesländern will sie daher ein „Netzwerk Zukunft der Industrie im Automobil-Zulieferbereich“ bilden. Das kündigte IG Metall Bezirksleiter Armin Schild vor 130  Betriebsräten der Automobil und Automobilzulieferbranche des Bezirks an.

Zukünftig soll die Zusammenarbeit mit den Landesregierungen, den Betriebsräten und den Arbeitgebern und ihren Verbänden intensiviert werden. Schild forderte die Landesregierungen in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen auf, eine aktivere Industriepolitik im Zulieferbereich voranzutreiben und erklärte: „Beim globalen und konzerninternen Standortpoker werden wir gerade in diesen Bundesländern verlieren, wenn wir nicht gegensteuern.“

Mit mehr als 210.000 Beschäftigten, mit Produktionsstandorten fast aller Automobilhersteller und fast aller namhafter Automobilzulieferer und über 200 mittelständischen Firmen ist die Automobilindustrie ist in allen vier Bundesländern des Bezirks eine prägende Industriebranche. Zugleich fehlen aber, bis auf Opel, die Konzernzentralen und oft auch die Forschungs- und Entwicklungszentren. Die hier angesiedelten OEM- und Zulieferer-Standorte sind umso mehr einem hohem Kosten- und Innovationsdruck ausgesetzt. „Wir sitzen oft nicht vorne am Lenker und nicht in unmittelbarer Nähe der Entscheider, aber wir spüren Veränderungsprozesse, die globale Verschiebung der Wachstumsregionen, die Volatilität der Märkte eher und intensiver als unsere Kollegen im Umfeld der Konzernzentralen. Und wir wissen, dass gut bezahlte Industriearbeitsplätze, die abgebaut werden, in keinem dieser Bundesländer durch gleichwertige Arbeitsplätze ersetzt werden. Was einmal weg ist, bleibt immer weg“, befürchtet Schild.

Die Diskussionsbeiträge vieler Betriebsräte zeigten, wie stark viele Belegschaften in den Zulieferunternehmen der vier Bundesländer den ständig zunehmenden Verlagerungsdruck spüren. In vielen Standorten wird zu wenig investiert. Latente Beschäftigungs- und Strukturrisiken haben unmittelbare Auswirkungen auf die Beschäftigung und die Überlebensperspektiven der Standorte. Der Zwang zur Lokalisierung um die großen Automobilfabriken auch im Ausland und das angespannten Kostenverhältnis zwischen OEMs und Zulieferern kommt unmittelbar in den Betrieben und bei den Betriebsräten an.

Untermauert wurde diese These von Prof Dr. Stefan Bratzel, Leiter des Centers of Automotive, Bergisch-Gladbach. In einer Studie, die die Perspektiven der Zulieferindustrie bei Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigte analysierte, wurde deutlich, dass der Internationalisierungsruck auf die Zulieferer weiter steigen werde. Zudem setzten die Automobilkonzerne vermehrt auf Materialkostenreduzierung, Innovationsbündelung und extrem flexible Fertigungskonzepte. Das könnten viele Mittelständler zukünftig nicht mehr leisten und stelle ein erhebliches Risiko für Zuliefererstandorte in der zweiten und dritten Zuliefererkette dar.

Der IG Metall im Bezirk Mitte will auf die Veränderungen in der Branche nun eigene Strategien innerhalb eines Arbeitskreises Automobil-Zulieferer entwickeln.

Statements 
 

13.04.2015 |

Kein Abbau von Arbeits-, Umwelt-, Verbraucher- und Sozialstandards

Demonstration gegen TTIP

Mit dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA entstünde der größte gemeinsame Wirtschaftsraum der Welt. Der nahezu schrankenlose Handel soll laut Befürwortern die Produktivität steigern und die Importkosten und Preise für die Verbraucher senken. Ihr Versprechen: mehr Wachstum, mehr Wohlstand, mehr Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks. Die bislang dazu durchgeführten Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Verheißungen höchst ungewiss sind. Den geringen Wachstumseffekten stehen große Gefahren gegenüber.

Die Handelsliberalisierung zwischen EU und den USA führt zu mehr Druck auf die Arbeits- und Sozialstandards. Vor allem der geplante Investitionsschutz kann zur Beeinträchtigung von Arbeitnehmerrechten führen. Die IG Metall sagt dazu eindeutig Nein.

Mehr Informationen zu TTIP:

Welche Risiken bestehen?

Kritiker sehen durch die TTIP die Arbeits-, Sozial-, Produkt- und Umweltstandards in den Mitgliedsländern in Gefahr. Sie befürchten, dass diese als Ergebnis der Verhandlungen auf dem jeweils niedrigsten Niveau angeglichen werden. Das würde die Lebensqualität der Menschen in Europa und Amerika entscheidend  verschlechtern. Die Öffnung des europäischen Marktes für Chlorhühnchen, Hormonfleisch und nicht gekennzeichnete, gentechnisch veränderte Lebensmittel wäre dabei nur eine Seite der Medaille.

Folgen des Investitionsschutzes

Gewerkschaften stoßen sich vor allem am Investitionsschutz. Denn ein auf die Interessen der Investoren zugeschnittenes TTIP stärkt die Macht der Konzerne. Dadurch werden die demokratischen Gestaltungsmöglichkeiten der Gesellschaft massiv einschränkt. Mögliche Folgen sind bereits heute zu beobachten: So hat der schwedische Energiekonzern Vattenfall die Bundesrepublik Deutschland wegen des Atomausstiegs auf Schadensersatz verklagt, weil das Stilllegen von Atommeilern den Gewinn des Unternehmens schmälert. Streitwert 3,7 Milliarden Euro. Zwar sind die USA Mitglied der internationalen Arbeitsorganisation (ILO), sie haben aber nur zwei der acht ILO-Kernarbeitsnormen ratifiziert. Nicht in Kraft gesetzt wurden Normen, die Grundlagen für gewerkschaftliche Aktivitäten und Tarifverhandlungen garantieren. Amerikanische Gewerkschaften befürchten deshalb, dass diese durch den geplanten Investitionsschutz auch in Zukunft nicht in den USA ratifiziert werden.

"Freihandelsabkommen dürfen weder Arbeitnehmer- noch Verbraucherschutz-, Sozial- und Umweltstandards  gefährden", sagte Detlef Wetzel, Erster Vorsitzender der IG Metall. "Wir  lehnen jede Art von Investitionsschutzabkommen ab und erwarten, dass alle ILO-Kernarbeitsnormen von der US-Seite unterzeichnet werden. Ist auch nur einer dieser Punkte zweifelhaft, sagt die IG Metall "Nein" zu den TTIP-und CETA-Verhandlungen." Es genüge nicht zu beteuern, dass es bei Arbeits- und Sozialstandards keine Verschlechterung gebe, erklärte Wetzel. "Fakt ist: Handelsliberalisierung führt zu mehr Wettbewerbsdruck auch und gerade auf Arbeits- und Sozialstandards."

Weiterführende Informationen:

Dossier zu TTIP beim DGB-Bundesvorstand

Bündnis gegen TTIP

Detlef Wetzel über TTIP (Video)

 

 

Neues Forschungsprojekt

Arbeitskräftesicherung in der ostdeutschen Automobilindustrie

Im Rahmen der global ausgerichteten deutschen Qualitätsproduktion nimmt die ostdeutsche Automobilindustrie eine besondere Stellung ein.

Diese Besonderheiten sind Ausgangspunkt für die Fragen nach der Rolle von Qualifizierung in zentralen Innovationsfeldern, auf die sich alle Akteuren entlang der automobilen Wertschöpfungskette einstellen müssen.

Der Fokus dieses Projektes ist auf personal- und arbeitsmarktpolitische Innovationsstrategien zur Bewältigung des Strukturwandels der wachsenden ostdeutschen Automobilindustrie gerichtet. Dabei geht es um die Absicherung und den Ausbau der qualitätsorientierten Beschäftigung im Sinne einer nachhaltigen Zukunftssicherung von industriellen Arbeitsplätzen in den ostdeutschen Bundesländern.

 

Das Projekt orientiert sich an folgenden Leitfragen:

· Wo gibt es im Zuge der Fachkräftesicherung noch Nachholbedarf?

· Was passiert auf betrieblicher Ebene an Zukunftsqualifizierung?

· Wie sind die ostdeutschen arbeitsmarktpolitischen Instrumente darauf vorbereitet?

 

Ansprechpartner:
Dr. Antje Blöcker

Hexenberg 6,

31246 Münstedt

0170-7365778

antje.bloecker [at] rub.de

 

Dr. Heinz-Rudolf Meißner

Parchimer Allee 89A

12359 Berlin

0170-7363573

hrmeissner [at] online.de

20.11.2014 |

Neue Broschüre zur Balance von Arbeit und Familie vorgestellt

Betriebsratsdialog zur Vereinbarkeit von Arbeit und Leben

Am 20.11.2014 fand in Frankfurt am Main der Betriebsrätedialog zum Thema Vereinbarkeit von Arbeit und Leben statt. Betriebsratsmitglieder aus dem gesamten Bezirk Mitte trafen sich im Saalbau Griesheim um die Erfahrungen und Konzepte aus ihren Betrieben vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Im Rahmen dieser Zusammenkunft wurde die Broschüre „Die Balance von Arbeit und Privatleben – Betriebliche Praxis im IG Metall Bezirk Mitte“ vorgestellt. Anhand praktischer Beispiele aus dem betrieblichen Alltag wird in dem Heft der Frage nachgegangen: Wie kann eine vernünftige Balance von Arbeit und Privatleben aussehen und wie kann man dem Facharbeiterverschleiß in den Betrieben entgegen wirken?

Gerade junge und hochqualifizierte Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger sehnen sich in zunehmenden Maße nach einer besseren Vereinbarkeit von Privatleben und Arbeit. Dafür braucht es flexible Arbeitszeitmodelle, die den verschieden Lebensrealitäten gerecht werden. Doch wird auch heute noch Flexibilität in vielen Unternehmen als Einbahnstraße gesehen. Flexibles Arbeiten bedeutet dann vor allem die ständige Verfügbarkeit der Belegschaft für Überstunden, oft auch gegen deren Willen. Diesen Trend belegen auch die Ergebnisse der jüngsten Beschäftigtenbefragung der IG Metall: 73,3% der Befragten gaben an, dass sie mehr als die tarifvertraglich festgelegte Arbeitszeit von 35 Stunden arbeiten. 45% wollen eine 35-Stunden-Woche. Zur gleichen Zeit nimmt die Zahl derjenigen zu, die unfreiwillig in Teilzeitbeschäftigung verharren. Viele wünschen sich eine ihrem Lebenslauf angepasste abgesenkte Arbeitszeit. Wo dieser Wunsch verwehrt wird, kommt es häufig zu einem Anstieg gesundheitlicher Probleme bei den Angestellten: psychische Belastungen, im Besonderen Burn-Out, nehmen zu. Diese Dynamik bringt nicht nur eine Belastung der Angestellten und ihrer Familien mit sich, sondern birgt auch eine Gefahr für die langfristige Fachkräftesicherung in den Betrieben mit sich.

Armin Schild, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte, ließ in seiner Ansprache vor einem vollbesetztem Saal keinen Zweifel daran, dass die Frage nach Lebensqualität der Angestellten unteilbar mit ihren Arbeitsbedingungen verbunden ist. Sichere Jobs und angemessene Arbeitszeiten seien von größter Wichtigkeit, nicht nur um junge Leute für die Betriebe zu gewinnen, sondern auch um dem Facharbeiterverschleiß bei den älteren Angestellten entgegen zu wirken. Dazu sei eine Abkehr von prekären Beschäftigungsbedingungen unabdingbar. Es müssten wieder mehr Angestellte in die Betriebe geholt werden, statt die zusätzliche Arbeitsbelastung als Überstunden auf die Belegschaft abzuwälzen. Auch aus diesem Grund fordert die IG Metall ein Rückkehrrecht auf Vollzeitarbeit nach einer abgesenkten Teilzeitphase. IG-Metall Vorstandsmitglied Christiane Benner wies in ihrer Rede auch darauf hin, dass das Problem der Doppelbelastung von Familie und Arbeit immer noch in verstärktem Maße zu Lasten der Frauen geht.

 

22.10.2014 |

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafte fordern rot-rot-grüne Landesregierung

Für eine neue Politik in Thüringen

In Thüringen finden derzeit die Sondierungsgespräche zur Bildung einer neuen Landesregierung statt. Unter dem Slogan "Für eine neue Politik in Thüringen - den Wechsel jetzt gestalten" haben Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus Thüringen einen Aufruf veröffentlicht, in dem sie einen Politikwechsel und die Bildung einer rot-rot-grünen Landesregierung fordern.

Aufruf "Für eine neue Politik in Thüringen"

06.10.2014 |

Freihandelsabkommen TTIP und CETA

Aktionstag gegen Freihandelskommen

Für Samstag den 11. Oktober rufen verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaften zu einem europaweiten Aktionstag gegen die geplanten Handelsliberalisierungen zwischen EU und den USA (TTIP) sowie der EU und Kanada (CETA) auf. Die Freihandelsabkommen würden die Arbeits- und Sozialstandards in Europa weiter unter Druck setzen. Vor allem der geplante Investitionsschutz kann zur Beeinträchtigung von Arbeitnehmerrechten führen. Die IG Metall sagt dazu eindeutig Nein. 

Bedrohlich an den Plänen für die Freihandelsabkommen ist vor allem, dass Investoren weitreichende Schutzrechte bekommen sollen. Ausländische Investoren sollen das Recht erhalten, gegen staatliche Entscheidungen zu klagen, die die Rentabilität ihrer Investitionen beeinträchtigen. Was das heißt, zeigt die Klage einer französischen Firma gegen Ägypten, wo der gesetzliche Mindestlohn erhöht werden soll. Bekommt der Investor vor einem Schiedsgericht Recht, muss er letztlich vom Steuerzahler entschädigt werden.

"Freihandelsabkommen dürfen weder Arbeitnehmer- noch Verbraucherschutz-, Sozial- und Umweltstandards  gefährden", sagte Detlef Wetzel, Erster Vorsitzender der IG Metall. "Wir  lehnen jede Art von Investitionsschutzabkommen ab und erwarten, dass alle ILO-Kernarbeitsnormen von der US-Seite unterzeichnet werden. Ist auch nur einer dieser Punkte zweifelhaft, sagt die IG Metall "Nein" zu den TTIP-und CETA-Verhandlungen." Es genüge nicht zu beteuern, dass es bei Arbeits- und Sozialstandards keine Verschlechterung gebe, erklärte Wetzel. "Fakt ist: Handelsliberalisierung führt zu mehr Wettbewerbsdruck auch und gerade auf Arbeits- und Sozialstandards."

Aufruf zum Aktionstag am 11. Oktober

Petition gegen Freihandelsabkommen unterzeichen 

Position der IG Metall zum Freihandelsabkommen

09.09.2014 |

Landtagswahl in Thüringen

Thüringen hat die Wahl

Am 14. September wählt Thüringen eine neue Landesregierung. Damit werden für vier Jahre wichtige Weichen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestellt. Wer zur Wahl geht hat die Wahl. Wer nicht wählt wird auch regiert. IG Metall und DGB  haben die Wahlprogramme der Parteien einem Check unterzogen, der Orientierung bei der Wahlentscheidung gibt. Unabhängig davon wer die nächste Landesregierung stellt ist angesichts zukünftiger Herausforderungen klar, dass die Thüringen eine aktive und koordinierte Industriepolitik braucht, um entstehende Chancen zu ergreifen und Risiken und drohenden Verwerfungen frühzeitig entgegen zu wirken. Geeignete Maßnahmen dazu sind im gerade veröffentlichten Industriepolitischen Papier der IG Metall für Thüringen nazulesen.

Die thüringische Industrie steht in den kommenden Jahren vor entscheidenden Umwälzungen. Globalisierung, Digitalisierung der Wirtschaft, die Notwendigkeit
nachhaltigen Wirtschaftens sowie die demografisch bedingte Alterung der Gesellschaft bringen Chancen, aber auch große Herausforderungen mit sich. Wer hier nicht handelt, wird schnell abgehängt. Sind industrielle Arbeitsplätze erst einmal verloren, bedarf es großer Anstrengungen, um entstandene Lücken wieder zu schließen. Thüringen muss flächendeckend ein attraktiver Wirtschaftsstandort sein.

Es darf nicht sein, dass einzelne Regionen industriepolitisch abgehängt werden. Die Gewerkschaften fordern von den Parteien das Bekenntnis zu einer besseren Ordnung am Arbeitsmarkt und einer guten Bildung und Weiterbildung, die sichere und gute Berufsperspektiven im Freistaat ermöglichen. Wir brauchen eine Landesregierung, die sich für mehr Mitbestimmung in den Unternehmen und mehr Tarifbindung der Betriebe einsetzt. Besser bezahlte Beschäftigte sind produktiver. Beschäftigte mit sicheren Jobs sind engagierter. Thüringen verfügt über hervorragend ausgebildete Fachkräfte. Es muss uns gemeinsam gelingen, diese Fachkräfte im Freistaat zu halten und die hohe Abwanderungsquote junger Menschen zu stoppen. Thüringen braucht seine Fachkräfte von morgen für morgen.

Die neue Landesregierung muss durch eine aktive Wirtschaftsförderung und  Ansiedlungsstrategie die Beschäftigung in Betrieben fördern. Klein- und mittelständische und Großunternehmen können nur dann Unterstützung von Politik und Gewerkschaften erhalten, wenn sie gute Arbeit anbieten. Nur wenn die Chancen realisiert und die Herausforderungen bewältigt werden, wird auch im 21. Jahrhundert in Thüringen industrielle Arbeit ein fester Bestandteil sein.

Parteien-Check und weitere Informationen zur Landtagswahl

Industriepolitisches Papier der IG Metall für Thüringen

 

07.09.2014 |

Forum zur Thüringer Landtagswahl

IG Metall fordert dialogorientierte Wirtschafts- und Industriepolitik

In einem gemeinsamen Forum haben heute die wirtschaftspolitischen Sprecher von SPD, die Linke und die Grünen vor etwa 120 Betriebsräten der Metall- und Elektroindustrie über die zukünftige Wirtschaftspolitik in Thüringen diskutiert. Uwe Höhn, Bodo Ramelow, Dirk Adams sowie IG Metall Bezirksleiter Armin Schild besetzten das Podium.

Schild plädierte in seiner Eröffnung für eine arbeitnehmer- und dialogorientierte Wirtschafts- und Industriepolitik. "Damit Thüringen wettbewerbsfähig bleibt muss es auf gute Arbeit, qualifizierte Beschäftigte, steigende Löhne und Realinvestitionen in nachhaltige Zukunftsfelder bauen. Wir wollen zusammen – auf Augenhöhe, die wir uns notfalls organisieren – mit der zukünftigen Landesregierung dazu eine dialogorientierte Wirtschaftspolitik gestalten", so Armin Schild, Bezirksleiter der IG Metall Bezirk Mitte.

Unter dem Titel "Leuchttürme statt verlängerter Werkbänke" hat die IG Metall dazu ein umfassendes Zehn-Punkte-Programm mit konkreten Forderungen an die  Wirtschafts- und Industriepolitik Thüringens vorgelegt. Darin wird u.a. die Bildung einer Arbeitnehmerkammer für den Freistaat vorgeschlagen.

Die Diskussion war geprägt von vielen grundsätzlichen Übereinstimmungen auf dem Podium. Grundsätzlich einig war man sich z.B. in der Frage, dass die strukturellen Defizite in Thüringens Wirtschaft gemeinsam behoben werden müssen und die weiterhin große Abwanderungstendenz junger, gut ausgebildeter Fachkräfte in gemeinsamer Anstrengung verhindert werden muss.

29.08.2014 |

Landtagswahl in Thüringen

Für ein weltoffenes Thüringen!

Foto: kebox/Fotolia.

Am 14. September wird in Thüringen gewählt. Wer wählen geht entscheidet nicht nur über den neuen Landtag und damit über die neue Landesregierung. Der Ausgang der Wahl ist ein wichtiges Signal für ein weltoffenes Thüringen.

Die Initiative "Thüringen – Weltoffen aus Überzeugung!" ruft alle Thüringerinnen und Thüringer mit ihrer Stimme ein deutliches Zeichen für Vielfalt und Menschrechte und gegen Vorurteile, Alltagsrassismus und organisierten Rechtsextremismus zu setzen.

Thüringen – Weltoffen aus Überzeugung!

02.07.2014 |

Was sich ändert

Ratgeber: Neue Rente

Foto: PantherMedia - Wolfgang Hanikel.

Ab 1. Juli können Beschäftigte, die 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, früher und ohne Abschläge in Rente gehen. Mütter erhalten für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, einen zusätzlichen Rentenpunkt. Auch künftige Erwerbsgeminderte profitieren vom "RV-Leistungsverbesserungsgesetz". Die IG Metall erklärt was sich ändert.

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06.06.2014 |

Tagung zur KFZ-Zulieferindustrie

Mit guten Industriearbeitsplätzen mobil in die Zukunft

Foto: panthermedia.

Gemeinam mit der TBS Rheinland-Pfalz lädt die IG Metall im Bezirk Mitte am 17. Juni 2014 zu einer Tagung zur Lage und Perspektive der KFZ-Zulieferindustrie und weiterer mobilitätsnaher Industrien im CongressForum Frankenthal ein.

Die Tagung findet im Rahmen einer neunteiligen Seminarreihe statt, in der sich die rheinland-pfälzischen IG Metall-Verwaltungsstellen mit betroffenen Betriebsräten und der TBS Rheinland-Pfalz über die spezifischen Schwierigkeiten und Chancen in der Automobilzuliefererindustrie verständigen.

Nach dem Auftakt der Seminarreihe im Mai möchte die IG Metall mit der Tagung am 17. Juni die Diskussion für Betriebsräte der betroffenen Branchen aus dem gesamten Bezirk Mitte öffnen. Dort erhalten sie die Möglichkeit die generelle Lage und Handlungsmöglichkeiten von Betriebsrat und IG Metall zu erörtern und sich zu einzelnen Themenfeldern und zur Situationen an einzelnen Standorten auszutauschen. Für Austausch und Diskussion werden viel Betriebsratskollegen und Bevollmächtigte aus dem Bezirk Mitte, die Berater/innen der TBS Rheinland-Pfalz und IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen zu Ablauf und Anmeldung in der Einladung zur Tagung.

04.06.2014 |

Diskussion um die Folgen des EEG

Die Energiewende richtig machen!

Foto: Thomas Knauer/Panthermedia.

Das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG), das am 1. August 2014 in geänderter Fassung in Kraft treten soll, wird weitreichende Auswirkungen für das Leben und Arbeit in Deutschland haben. Vom Erfolg des komplexen industrie- und klimapolitischen Projekts Energiewende hängen tausende von Arbeitsplätzen ab. Damit die Beschäftigten am Ende nicht in die Röhre gucken mischt sich die IG Metall im Bezirk Mitte intensiv in die Diskussionen mit Politik und Wirtschaft ein. Mit einer Tagung am 17. Juli in Gießen-Kleinlinden soll diese Diskussion jetzt für einen größeren Kreis an Interessierten in Hessen geöffnet werden.

Tagung |Gießen-Kleinlinden | 17. Juli
Auf die Klasse kommt es an: Energiekosten einsparen – Arbeitsplätze sichern
Die Veranstaltung richtet sich an Betriebsräte und Vertrauensleute aus
Hessen. Betriebsratsmitglieder können sich für die Teilnahme an dieser Tagung gemäß §37 (6) BetrVG ohne Minderung des Arbeitsentgeltes freistellen lassen.
Weitere Informationen

Fragen und Antworten zu den Rentenplänen der Regierung

Was steckt im neuen Renternpaket?

Die Regierung will in der Rentenpolitik ein neues Paket schnüren. Wer 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, soll früher und ohne Abschläge in Rente gehen können. Und für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, sollen Mütter einen zusätzlichen Rentenpunkt erhalten. Die IG Metall beantwortet die wichtigsten Fragen.  

Information zum Rentenpaket

Nach 45 Jahren abschlagsfrei in Rente: das ist gerecht!

13.05.2014 |

64. ordentliche Bezirkskonferenz

Zeit für neue Arbeitszeitdebatte: Neue Kultur der Flexibilität

Auf der 64. ordentlichen Bezirkskonferenz des IG Metall Bezirks Mitte in St. Ingbert unter dem Titel „Mehr Demokratie in Betrieb und Gesellschaft“ hat IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild den Beginn einer Debatte um eine neue Kultur flexibler Arbeitszeiten und individuelle Arbeitszeitverkürzung im Vorfeld der Tarifbewegung 2015 gefordert.

Vor rund 120 Delegierten aus Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen verkündete er, die IG Metall sei 30 Jahre nach Einführung der 35-Stunden in einer historischen Situation, erneut eine Arbeitszeitdebatte zu führen. „Ein verbrieftes Recht auf eine abgesenkte Vollzeit mit Lohnausgleich könnte zu einer neuen Kultur flexibler Arbeitszeiten führen“, hob Schild hervor. Diese sei sicher nicht in einer Tarifrunde durchzusetzen, sondern müsse zum mittelfristigen Ziel der kommenden Tarifbewegungen werden. Deshalb müsse die IG Metall ihre tariflichen Arbeitszeitforderungen einbetten in die gesellschaftliche Debatte um flexible Übergänge in die Rente und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Gerade die Arbeitnehmer in Thüringen erwarten von der IG Metall den Einsatz für die weitere Angleichung der Tarifbestimmungen, die in vielen Punkten auch 25 Jahre nach dem Mauerfall noch weit hinter denen im Westen zurück bleiben. „Das müssen wir jetzt angehen“, so Schild.

„Der IG Metall Bezirk Mitte, der vor 35 Jahren - im Mai 1984 -  mit Urabstimmung und Streik für die 35-Stunden-Woche gekämpft hat, nimmt es ernst, wenn 80 Prozent der 520.000 Arbeitnehmer in der größten Beschäftigtenbefragung, die jemals in der Bundesrepublik durchgeführt worden ist, erklären, sie wollen eine individuelle Option zur Verkürzung der Arbeitszeit, wenn sie privat erhöhten Belastungen ausgesetzt sind. Wir wollen die Lebenswirklichkeit der Beschäftigten verbessern und darüber in den Tarifrunden der nächsten Jahre verhandeln. Die Delegierten der Bezirkskonferenz haben diese Forderungen in einem beschlossenen Leitantrag in den Mittelpunkt ihres Arbeitsprogramm 2014/2015 gestellt. Dieser Leitantrag wurde einstimmig angenommen.

 

06.05.2013 |

1. Mai: Maikundgebungen im Bezirk Mitte

Für ein Europa mit Zukunft!

Maikundgebung in Frankfurt.

Unter dem Motto "Für ein Europa mit Zukunft – sozial, gerecht, demokratisch!"  demonstrierten am 1. Mai Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in ganz Deutschland. Im Bezirk Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen) nahmen 50.500 Menschen an den Kundgebungen und Demonstrationen des DGB teil. Die größte Maikundgebung fand mit rund 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf dem Frankfurter Römer statt.

IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild sprach als Hauptredner auf der Maikundgebung in Kaiserslautern. In seiner Rede positionierte er sich gegen Intoleranz, Fremdenhass und Nationalismus und den für den gleichen Tag angekündigten Aufmarsch von Neonazis in Kaiserslautern. Wenige Wochen vor der Europawahl, rief Schild alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, sich an der Wahl zu beteiligen, um so die Weichen für ein zukünftiges Europa zu stellen: "Wir brauchen ein Europa der guten Arbeit und der sozialen Gerechtigkeit statt ein Europa der Armut."

Rede von Armin Schild am 1. Mai 2014

Fotos: Manfred Schuck, DGB, IG Metall.

26.04.2014 |

1. Mai im Bezirk Mitte

Für ein Europa mit Zukunft – sozial, gerecht, demokratisch!

Am 1. Mai finden im ganzen Bezirk Mitte unter dem Motto "Für ein Europa mit Zukunft – sozial, gerecht, demokratisch!" Maikundgebungen und Demonstrationen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) statt.  Am 1. Mai gehen wir für ein Europa der Solidarität und gegen Rassismus, Nationalismus und Intoleranz auf die Straße. Dabei erinnern wir auch an den 2. Mai 1933, als die freie deutsche Gewerkschaftsbewegung durch die Nationalsozialisten zerschlagen, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter verhaftet, gefoltert und ermordet wurden. Die IG Metall ruft alle auf sich am 1. Mai an den Maikundgebungen der Gewerkschaften und an den Protesten gegen die NPD-Aufmärsche in Erfurt und Kaiserslautern zu beteiligen. 

IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild wird auf der Maikundgebung in Kaiserslautern reden.

Informationen zu den Maikundgebungen des DGB: 

DGB Rheinland-Pfalz/Saarland

DGB Hessen-Thüringen

07.04.2014 |

Tagesveranstaltung des Bezirksmigrationsausschuss

Europa zwischen Rechtspopulismus und Festung gegen Migration

Bild: Frank Peters - Fotolia.

Für den 10. Mai lädt der Migrationsausschuss des Bezirk Mitte und das Ressort Migration/Integration des IG Metall-Vorstands zur Tagesveranstaltung "Europa zwischen Wahlen, Rechtspopulismus und "Festung" gegen Kriegs- und Armutsflüchtlinge" nach Frankfurt.

Ausgrenzendes und nationalistisches Denken steht in einem engen Zusammenhang mit Kapitalismus und Neoliberalismus. Die andauernde Finanz und Wirtschaftskrise macht dies erneut und in aller Brutalität deutlich: Als "Schuldige" an der Krise werden die "Anderen" identifiziert – sie werden als "faul", als "unfähig" oder als "Last" beschimpft. Die "Anderen", das sind zum einen soziale Gruppen innerhalb
der europäischen Staaten, wie etwa Migrantinnen, Minderheiten oder Sozialleistungsabhängige. Es sind dies aber auch ganze Länder, etwa die
südeuropäischen. 

Flugblatt zur Veranstaltung

02.04.2014 |

Nach 45 Jahren abschlagsfrei in Rente

Große Mehrheit der Jungen für abschlagsfreie Rente

Auch junge Menschen begrüßen einen vorzeitigen, abschlagsfreien Rentenzugang für Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben. Das belegt eine von der IG Metall in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage von TNS Infratest. 87 Prozent der Befragten begrüßen einen solchen Schritt. Überdurchschnittlich groß ist die Unterstützung mit 89 Prozent bei den 18- bis 34-Jährigen.  

"Wer mit der Ablehnung eines abschlagfreien Rentenzugangs für langjährige Versicherte die Belange der jungen Menschen zu vertreten vorgibt, führt die Bevölkerung wissentlich in die Irre", kommentiert Hans-Jürgen Urban, das Ergebnis der Umfrage. Urban weiter: "Die Interessen der Jugend sind anders gelagert, als dies in der öffentlichen Debatte immer wieder kolportiert wird. Wir reden nicht über die Jugend, wir reden mit ihr. Die abschlagsfreie Rente findet in der gesamten
Bevölkerung hohe Akzeptanz, auch bei der jungen Generation."

Aus der Umfrage geht außerdem hervor, dass nahezu zwei Drittel aller Befragten (64 Prozent) bereit sind, für eine höhere gesetzliche Rente auch einen höheren, paritätisch finanzierten, Rentenbeitrag zu entrichten.

Alle Ergebnisse der Umfrage

Statements von Betroffenen für den abschlagsfreien Rentenzugang

31.03.2014 |

Armin Schild im Gespräch mit der Ostthüringer Zeitung

Wir brauchen bezahlte berufliche Auszeiten!

Foto: Fotolia.

"Leistungsabfall des Kindes in der Schule, Schulfrust - eigentlich brauchen die Eltern jetzt Zeit, um sich um ihr Kind zu kümmern. Aber der Druck im Beruf ist hoch, sehr hoch. Da bleibt für die Sorgen der Kinder zumindest in der Woche nur am Rande Zeit." Immer wieder kommt es im Leben von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu Ausnahmesituationen, in denen sie Auszeiten bräuchten, sie sich aber nicht leisten können. Im Gespräch der Ostthüringer Zeitung fordert IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild deshalb Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Privatleben und Arbeit. Den kompletten Artikel zum nachlesen.

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07.03.2014 |

Rentenpläne der Bundesregierung

Rente nach 45 Beitragsjahren? Ein richtiger Schritt!

Foto: Karin & Uwe Annas - Fotolia.

Ob am Band oder im Büro - 45 Jahre Arbeit schlauchen. Nach 45 Beitragsjahren sollen Arbeitnehmner, die das 63 Lebensjahr vollendet haben ohne Abschläge in Rente gehen können. So sieht es der Gesetzentwurf der Regierung vor. Für die Beschäftigten in den Betrieben wäre das ein richtiger Schritt. Aber klar ist auch: weitere Schritte müssen folgen.

Sind die Rentenpläne der Regierung gerecht?
Anders als die Arbeitgeber und manche Politiker gerade öffentlich behaupten ist die Rente nach 45 Beitragsjahren gerecht. Wer so lange gearbeitet hat und das Regeleintrittsalter noch nicht erreicht hat, darf dafür nicht mit Rentenkürzung bestraft werden. Diese Beschäftigten sind die tragenden Säulen des Rentensystems und haben sich ihre Rente verdient.

Schadet die Rente nach 45 Jahren der jungen Generation?
Die Gegner der Rente nach 45 Jahren behaupten derzeit, dass sie den Jungen schade. Wer mit den jungen Beschäftigten in den Betrieben spricht, stellt fest: das Gegenteil ist der Fall. Die Übergroße Mehrheit der Jüngeren unterstützt die Pläne. Ungerecht an der geplanten Regelung ist jedoch, dass sie nur für bestimmte Jahrgänge gelten soll.

Ist die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren bezahlbar?
Die Behauptung, die Pläne der Regierung seien nicht bezahlbar, ist zynisch. Angesichts der Riesengewinne der Unternehmen, die nur Dank der Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen erwirtschaftet wurden muss die Frage lauten: Ist es gerecht, dass die Unternehmer Milliardengewinne mit nach Hause nehmen, während sich ihre Mitarbeiter kaputtschuften und im Alter von der Rente nicht leben können?

Sag deine Meinung
Gehörst du zu den betroffenen Jahrgängen und findest, dass die Rente nach 45 Versicherungsjahren gerechet ist? Dann wende dich an uns! Wir veröffentlichen dein Statement hier.

Die IG Metall erläutert die Rentenpläne der Regierung

Ist die Rente nach 45 Beitragsjahren gerecht für die junge Generation?

01.03.2014 |

Europawahl am 25. Mai 2014

Wählen gehen - damit unser Europa eine Chance bekommt!

Foto: sulupress - Fotolia.

Vom 22. bis 25. Mai 2014 sind die mehr als 500 Millionen Einwohner der Europäischen Union aufgerufen das Europäische Parlament zu wählen. In Deutschland findet die Wahl am 25. Mai statt. Für uns Arbeitnehmer geht es dabei um viel. Die Entscheidungen der Europäische Union betreffen immer stärker die Beschäftigten in Deutschland und anderen EU-Staaten.

Die IG Metall ruft alle Beschäftigten dazu auf ihr Wahlrecht wahrzunehmen und damit das Gewicht des Europäischen Parlaments als einziger von der Bevölkerung der EU legitimierter Institution zu stärken. Machen wir mit unserer Wahlentscheidung deutlich, dass wir ein Europa für die Arbeitnehmer und nicht ein Europa für die Banken und Kapitalinteressen wollen. Dafür ist ein Kurswechsel in der EU-Politik notwendig.

Geht wählen - damit unser Europa eine Chance bekommt!

Informationen und Positionen der IG Metall zu Europa

Jugendarbeitslosigkeit in Europa bekämpfen

23.01.2014 |

IG Metall fragt nach

Und was bewegt dich?

Die Arbeitswelt wandelt sich und dreht sich immer schneller. Mit jeder neuen Herausforderung stellen sich für die Beschäftigten neue Fragen. Für die IG Metall als Gewerkschaft, die auf Beteiligung setzt, gilt deshalb: Sie interessiert sich für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Deshalb fragt sie nach.

Ob Perspektiven, Sicherheit, Vereinbarkeit von Arbeit und Leben oder gutes Arbeiten: Auf wasmichbewegt.de gibt die IG Metall einen ersten Einblick, was die Gewerkschaft heute leistet.

Jede und jeder ist gefragt
Dass es die IG Metall ernst meint, hat sie im vergangenen Jahr bewiesen. Mit über einer halben Millionen Teilnehmern hat sie die umfassendste Beschäftigtenbefragung in Deutschland durchgeführt, um herauszufinden, was die Menschen bewegt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Arbeit der IG Metall.

Das Motto "Neue Zeiten, neue Fragen: Zusammen für neue Antworten" ist deshalb auch eine Einladung an alle Beschäftigten, sich mit ihren Interessen in die Arbeit der IG Metall einzubringen: Auf wasmichbewegt.de haben sie nun die Möglichkeit, direkt ihre Fragen zu dem, was sie in ihrem Beruf bewegt, an die IG Metall zu stellen.

Und was bewegt dich?

27.11.2013 |

Bundestagswahl 2013

Koalitionsvertrag für einen gesellschaftlichen Kurswechsel

IG Metall Bezirksleiter Armin Schild hat den heute Nacht vereinbarten Koalitionsvertrag als "wirklich guten Kompromiss für mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland und Ordnung am Arbeitsmarkt" bewertet. "Wer hätte gedacht, dass zwei Monate nach diesem Wahlergebnis, der Mindestlohn und die Rente mit 63 in einem Koalitionsvertrag steht"?

Das sei ein Fortschritt, der ohne das Engagement vieler Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter niemals möglich gewesen wäre. Diesen politischen Druck aufgebaut zu haben ist unser gemeinsamer Verdienst. Dass der Druck am Verhandlungstisch in vielen Punkten nun zu praktischen politischen Vereinbarungen umgesetzt wurde zeigt, dass sich politisches Engagement der Gewerkschaften praktisch lohnt.

Natürlich gebe es auch schwierige Kompromisse und Schwächen. "Der Ausbau der Mitbestimmung und die Abschaffung sachgrundloser Befristung bleibt deshalb auf unserer Agenda", so Schild.

Insgesamt könne der Koalitionsvertrag den möglichen Ausgangspunkt für einen gesellschaftlichen Kurswechsel bieten. "Diese Chance müssen wir im Interesse der Menschen in unserem Land nutzen," erklärte der Bezirksleiter und fügte hinzu: "Als Sozialdemokrat, der nun in einem beispielhaften basisdemokratischen Mitgliedervotum gefragt ist, werde ich in diesem Sinne für diesen Koalitionsvertrag stimmen".

26.11.2013 |

Ausserordentlicher Gewerkschaftstag

Wetzel und Hofmann zu Vorsitzenden gewählt

Detlef Wetzel

Detlef Wetzel ist der neue Erste Vorsitzende der IG Metall. Die Delegierten des 6. Außerordentlichen Gewerkschaftstages in Frankfurt am Main wählten den 60-jährigen Siegerländer mit 75,51 Prozent zum Nachfolger von Berthold Huber, der sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. An der Wahl haben sich 458 Delegierte beteiligt. Davon stimmten 333 mit Ja und 108 mit Nein. Enthalten haben sich 17 Delegierte.

Zum Zweiten Vorsitzenden der IG Metall wählten die Delegierten Jörg Hofmann. Der 57-Jährige leitete in den vergangenen zehn Jahren für die Gewerkschaft den Bezirk Baden-Württemberg. Hofmann erhielt 342 Ja-Stimmen und 98 Nein-Stimmen. Er wurde mit 77,73 Prozent gewählt. Enthalten haben sich 22 Dellegierte, beteiligt hatten sich insgesamt 463. Ein Stimmzettel war ungültig.

Außerdem wurde Jürgen Kerner mit 97,1 Prozent zum Hauptkassierer der IG Metall gewählt (Wahlbeteiligung: 457, davon 438 Ja-Stimmen, 13 Nein-Stimmen).

Am Nachmittag stehen nun noch die Wahlen zweier geschäftsführender Vorstandsmitglieder an: Irene Schulz und Wolfgang Lemb kandidieren als geschäftsführende Vorstandsmitglieder. Die Diplom-Politologin Schulz war zuletzt Gewerkschaftssekretärin im IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachen und dort unter anderem für IT-Betriebe zuständig. Wolfgang Lemb ist seit 2011 Erster Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt.

Der Bezirk Mitte gratuliert Wolfgang Lemb zur Wahl als geschäftsführendes Vorstandsmitglied.

26.11.2013 |

Ver.di streik bei Amazon

IG Metall solidarisch mit Amazon Beschäftigten

Seit Beginn der Frühschicht am Montag, den 25. November, ruft ver.di die Amazon-Beschäftigten in den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld wieder zum Streik auf. In Bad Hersfeld wird in beiden Verteilzentren von Amazon gestreikt. Die Beschäftigten wollen bei dem Internet-Versandhändler einen Tarifvertrag auf dem Niveau des hessischen Einzel- und Versandhandels durchsetzen.

 

"Die IG Metall im Bezirk Mitte erklärt sich solidarisch mit den Beschäftigten von Amazon, die für ihr Grundrecht auf einen Tarifvertrag streiken. Damit wehren sie sich gegen einen respektlosen Umgang des Unternehmens mit seinen Mitarbeitern und setzen somit ein wichtiges Zeichen. Der  Amazon Konzern, der am liebsten eine gewerkschaftsfreie Zone bleiben würde, muss einsehen, das gute Arbeit auch ein gutes Leben ermöglichen muss und dafür ist ein Tarifvertrag existenziell wichtig.", so Bezirksleiter Armin Schild.

20.11.2013 |

IG Metall Gera unterstüzt Flüchtlinge in Greiz

Gesicht zeigen gegen Rassismus

Kundgebung gegen Rassismus in Greiz

Der Arbeitskreis Außerbetriebliche Gewerkschaftsarbeit der IG Metall Gera hat am 19.11.2013 in einem Flüchtlingsheim in Greiz (Thüringen) gesammelte Spenden übergeben.

Die neue eingerichtete Unterkunft für Flüchtlinge ist seit Wochen rassistischen Anfeindungen ausgesetzt. Bereits am 9. November unterstützte die IG Metall Jena deshalb eine Demonstration gegen Rassismus in Greiz.

Mit der Übergabe von Winterkleidung für Kinder, Spielzeug, Schulsachen wollte der Arbeitskreis der IG Metall Gera ein Zeichen setzen und die Flüchtlinge praktisch in ihrer schwierigen Situation unterstützen. Besonders die Übergabe eines Kinderwagen wurde dankbar angenommen.

Unverständnis herrscht jedoch darüber, dass die Vertreter der IG Metall gezwungen waren die Spenden vor der Flüchtlingsunterkunft zu überreichenm, da das Landratsamt Greiz den Zutritt zum Haus untersagte.

Für Samstag, den 23. November, ruft erneut ein Bündnis zu einer antirassistischen Kundgebung gegen einen rassistischen Fackelmarsch von NPD und co. in Greiz auf.

29.10.2013 |

Bundestagswahl 2013

Armin Schild nimmt an Koalitionsverhandlungen teil

Foto: Dominik Butzmann

Armin Schild nimmt in seiner Funktion als Gewerkschafter und SPD-Parteivorstandsmitglied an den Koalitionsgesprächen in der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales teil. Die Arbeitsgruppe tagte erstmals am 29. Oktober, und hat in den kommenden Tagen weitere Termine vereinbart. „Als Gewerkschafter und SPD Mitglied werde ich die Themen, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bewegen, in die Koalitionsgesprächen einbringen“, sagte Schild zu Beginn der Gespräche. „Große Koalition heißt für uns: Wir werden wieder Ordnung am Arbeitsmarkt schaffen. Die Schmuddelecken in denen sich arbeitsmarktpolitische Flöhe und Wanzen wohl fühlen, werden wir aufräumen. Die Zukunft unseres Landes hängt an qualifizierten Fachkräften und nicht an der Existenz von Billigfrisören.

Ordnung am Arbeitsmarkt
„Wir brauchen eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, um den Wert der Arbeit zu schützen, mehr Beschäftigung zu schaffen und Missbrauch auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. In einem rot-schwarzen Regierungsprogramm muss die Einführung eines gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohns von 8,50 Euro zum 1. Februar 2014 stehen, die  Bekämpfung prekärer Beschäftigung, die Stärkung des Tarifvertragssystems und der Tarifbindung durch die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen, die Ausweitung von Mitbestimmungsrechten bei Leiharbeit und Werkverträgen und die Ausweitung des Geltungsbereich des Arbeitnehmerentsendegesetzes auf alle Branchen, damit ein tariflich vereinbarter Mindestlohn auf alle Beschäftigten einer Branche erstreckt wird.“

Rente
Beim Thema Rente geht es u.a. um die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Gestaltung flexibler und abgesicherter Altersübergänge, zum Beispiel eine Teil- bzw. Kombirente ab 60, die  Erleichterung des Rentenzugangs vor dem 65. Lebensjahr, z. B. durch abschlagsfreien/abschlagsgeminderten Zugang für besonders langjährig Versicherte, eine Verbesserung der Absicherung von erwerbsgeminderten Menschen und eine Stabilisierung des Rentenniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung und Stärkung der betrieblichen Altersversorgung.

Mindestlohn
Wir werden für die rund 6,8 Mio. Menschen, die derzeit unter 8,50 Euro verdienen, eine spürbare Lohnerhöhung durch einen gesetzlichen und flächendeckenden Mindestlohn erwirken. In absehbarer Zeit wird niemand in Deutschland mehr gezwungen sein, für vier oder fünf Euro pro Stunde zu arbeiten. Der Mindestlohn soll einheitlich in ganz Deutschland eingeführt werden und auf Vorschlag einer vom BMAS eingesetzten Mindestlohnkommission jährlich angepasst werden. Der Mindestlohn soll mit klaren Regeln zur Kontrolle und Sanktionen bei Umgehung verbunden werden.
8,50 Euro Mindestlohn ist kein Anschlag auf die Tarifautonomie, sondern unverzichtbare Dumping-Notbremse im europäischen Arbeitsmarkt. Für eine tatsächlich ausreichende Bezahlung braucht es aber Tarifverhandlungen und Tarifverträge.
Der amerikanische Präsident Roosevelt hat bei der Einführung des Mindestlohns in den USA 1938 gesagt: "Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhängt, ihren Beschäftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, sollen in diesem Land kein Recht mehr haben, weiter ihre Geschäfte zu betreiben." Genau diese Geschäfte finden aber hierzulande statt: In der Pflege, in Schlachtereien, auch in Betrieben der Metallwirtschaft. 
Es kommt nicht auf das „Ob“, sondern auch auf das „Wie“ von Mindestlöhnen an. Mindestlöhne sind nur ein notwendiges Korrektiv auf Arbeitsmärkten mit ungleicher Machtverteilung, wie sie sich in Deutschland herausgebildet haben.

25.10.2013 |

Europawahl

Europäische Finanzmarkt- und Bankenregulierung 2008-2013

Copyright: Archidea/Dreamstime.com

"Die Finanzkrise hat die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Realität der Europäischen Union verändert", schreibt Udo Bullmann, Vorsitzender der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament, in seinem Papier, "Zurück zum demokratiekonformen Markt". In dem Papier geht es vor allem um die Ursachen der Finanzkrise und was im Europaparlament getan wurde und weiterhin getan werden muss, um den Finanzmarkt zu regeln.

Das Papier schafft es, dieses hoch komplexe Thema anschaulich darzustellen und macht so verständlich, worin der Regulierungsbedarf konkret besteht und welche Auswirkungen die Regulierungen haben.

 

16.10.2013 |

DGB Index

Sinkendes Vertrauen in die Rente

Jedes Jahr erhebt der DGB-Index unter anderem, wie es um das Vertrauen der Beschäftigten in ihre spätere Rente bestellt ist. Das aktuelle Ergebnis bestätigt den Eindruck steigender Verunsicherung: 42 Prozent befürchten, dass ihre Bezüge nicht zum Leben reichen werden.

Trend nach unten

Das schon damals nicht üppige Vertrauen in ihre künftige Altersversorgung haben damit seit der letzten Befragung vor einem Jahr weitere vier Prozent der Befragten verloren. Weitere 40 Prozent erwarten, dass ihre Rente "gerade ausreichen" wird, um das Leben im Ruhestand zu finanzieren; folglich glauben nur magere 18 Prozent der Beschäftigten in Deutschland, dass ihre Rente gut oder sehr gut dafür ausreichen wird.
Die vielbeschworene betriebliche Säule der Altersvorsorge scheint die erwarteten Versorgungslücken der gesetzlichen Rente kaum ausgleichen zu können. Zwar hat sie sich in einigen Branchen gut entwickelt, unter dem Strich jedoch hat mit 31 Prozent ein knappes Drittel der Beschäftigten gar kein Arbeitgeberangebot zu betrieblichen Vorsorge erhalten.

DGB fordert Gegensteuern

Der DGB fordert bei Vorstellung der Ergebnisse am Montag in Berlin die Bundesregierung zum Gegensteuern auf, um das drohende Absacken des Rentenniveaus zu bremsen. Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach betonte: "Die Altersarmut, die uns in Zukunft droht, ist vermeidbar, wenn der Rentenversicherungsbeitrag nicht weiter gesenkt, sondern eine solidarische Demografie-Reserve in der gesetzlichen Rentenversicherung aufgebaut wird. Der Beitragssenkungsstopp hat oberste Priorität, denn der Rentenbeitrag für das nächste Jahr muss noch im Herbst festgelegt werden."

Finanzielles Fundament stabilisieren

Statt der Beitragssenkungen tritt der DGB dafür ein, die zu erwartende Beitragsanhebung in kleinen Schritten vorzuziehen, um wenigstens das aktuelle Rentenniveau langfristig zu finanzieren. Buntenbach fasst zusammen: "Wir brauchen einen neuen Rentenkonsens, um zumindest die Spielräume innerhalb der Beitragsdeckelung von 22 Prozent für eine ausreichende Rente zu nutzen. Die neue Wahlperiode ist von zentraler Bedeutung für die Zukunft der Rente. Es muss verhindert werden, dass die Nachhaltigkeitsrücklage leer geräumt wird."

10.09.2013 |

IG Metall verurteilt volksverhetzendes Plakat

NPD Parolen stoßen weiter auf Widerstand

"Mehr Geld für Oma statt für Sinti und Roma" lautet die Aufschrift eines aktuellen Wahlplakats der rechtsextremen NPD. "Dieses Plakat in Nordhausen aufzuhängen ist eine Ungeheuerlichkeit! Es macht mich zutiefst betroffen und wütend!" So Bernd Spitzbarth, der 1. Bevollmächtigte der Nordthüringer IG Metall.

Mehrere Städte und Gemeinden im Bezirk sehen die Plakate zu recht als Volksverhetzend an und haben diese abgehängt. Nun beschäftigt dieser Vorgang die Gerichte.

"Für uns ist klar, das faschistische Parolen nicht unter die freie Meinungsäußerung Fallen. Wir wollen in einer Welt des respektvollen Umgangs miteinander und solidarität leben, in einer Welt die Bunt und nicht Braun ist", so Bezirksleiter Armin Schild. "Ob auf der Arbeit oder im Alltag, Rassismus darf niemals als "Normal" hingenommen werden, weil er sich immer gegen Andere richtet und Gift für eine moderne multikulturelle Gesellschaft ist."

Die Verwaltungsstelle Nordhausen hat hierzu eine Pressemitteilung herausgegeben.

30.08.2013 |

Bundestagswahl 2013

IG Metall Parteiencheck

Am 22. September sind sowohl Bundestagswahlen, als auch Landtagswahlen in Hessen. Deshalb hat die IG Metall Wahlprüfsteine erstellt, die die Positionen der Parteien mit den Forderungen der IG Metall abgleicht. Die behandelten Themen sind Gesundheit, Arbeitsmarkt und Rente, wobei es zum Thema Rente auch ein interessantes Video gibt.
Neben diesen inhaltlichen Themen gibt es auch ein Video, das zum Gang an die Wahlurne aufruft.

Wahlprüfsteine:

Gesundheit Arbeitsmarkt Rente

Videos:

Rente

04.07.2013 |

63. Bezirkskonferenz - Neustädter Erklärung verabschiedet

IG Metall fordert Politikwechsel für Deutschland und Europa

Foto: Manfred Schuck.
Unterzeichnung der Neustädter Erklärung

Einen grundlegenden Politkwechsel für Deutschland und Europa hat die IG Metall im Bezirk Mitte bei ihrer 63. Bezirkskonferenz am 4. Juli in Neustadt an der Weisntraße gefordert. Gemeinsam mit spanischen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, die auf Einladung des Bezirks Mitte an der Konferenz teilnahmen, wurde eine Neustädter Erklärung verabschiedet. Darin wird eine rücksichtslose und einseitige Politik kritisiert, die zu Lohnkürzungen und Einsparungen im Gesundheits- und Bildungssystem führt.

"Starke Gewerkschaften sind Garanten für Arbeitnehmerrechte in Europa", sagte IG Metall Bezirksleiter Armin Schild bei der Konferenz. Er kündigte an, dass der Bezirk seine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit europäischen Partnergewerkschaften intensivieren werde. Im Jugendbereich werde ein wechselseitiges Programm für die Jugend und die Einrichtung einer Arbeitsgruppe von Betriebspraktikern, Ausbildern und Jugendvertretern aufgebaut.

Schwerpunkt in Neustadt war die Beschäftigtenbefragung der IG Metall. Allein im Bezirk Mitte haben über 50.000 Beschäftigte deutlich gemacht, was sie
von der Politik erwarten: Einen Kurswechsel bei der Rente, einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro, eine gerechte Neuordnung des Arbeitsmarkts bei Leiharbeit und Werkverträgen und die Stärkung des Sozialstaats in Deutschland und Europa.

Am Nachmittag mussten Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien zu den Forderungen der Beschäftigten Rede und Antwort stehen. Bezirksleiter Armin Schild machte im Anschluss deutlich, dass die Konferenz erst der Auftakt der Aktivitäten zur Bundestagswahl 2013 war: "Wir werden vor der Wahl genau hinschauen, wer welche Lösungen anbietet und unsere Vertrauensleute und Betriebsräte auffordern, die Konzepte der Parteien mit den Beschäftigten zu diskutieren."

Für den 7. September ruft die IG Metall die Beschäftigten aus Hessen, Rheionland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen zu einem großen Aktionstag für einen Politikwechsel auf.

Medieninformation zur Bezirkskonferenz der IG Metall

02.07.2013 |

Aktionstag 7. September

Politikwechsel!

Ein Politikwechsel in wichtigen Bereichen des Arbeitslebens ist dringend nötig. Das ist das Ergebnis der großen Beschäftigtenbefragung der IG Metall. Allein im Bezirk Mitte haben mehr als 50.000 Beschäftigte deutlich gemacht, was sie von der Politik nach der Bundestagswahl erwarten: Einen Politikwechsel bei Rente, einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro, eine gerechte Neuordnung des Arbeitsmarkts bei Leiharbeit und Werkverträgen und einen sozialen Staat in Deutschland und Europa.

Ein Politikwechsel ist dringend notwendig. Damit er nach der Bundestagswahl am 22. September kein Wahlversprechen bleibt, wollen wir unseren Forderungen am 7. September in Frankfurt Nachdruck verleihen. Gemeinsam mit dem DGB und anderen Gewerkschaften ruft die IG Metall die Beschäftigten aus Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen auf an diesem Tag nach Frankfurt zu kommen. Dort wollen wir gemeinsam demonstrieren und den Tag anschließend auf einem Familienfest auf dem Römer ausklingen lassen.

Flugblatt zum Aktionstag

18.06.2013 |

Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung

Beschäftigte fordern Politikwechsel

Die Beschäftigten im Bezirk Mitte wollen einen Politikwechsel: Das ist das Ergebnis der größten Beschäftigtenbefragung Deutschlands, die die IG Metall zwischen Februar und Mai 2013 durchgeführt hat. 514.134 Beschäftigte aus über 8.400 Betrieben haben sich bundesweit an der beteiligt. Alleine im Bezirk Mitte wurden 52.711 Beschäftigte aus 1.184 Betrieben befragt. Im Bezirk waren 26 Prozent der Befragten kein Gewerkschaftsmitglied. Es ist also gelungen über 12.500 Menschen außerhalb der IG Metall für die Befragung zu interessieren. Dies zeigt, dass diese Themen und Aussagen nicht nur auf Gewerkschaftsmitglieder zutreffen, sondern von einem Großteil der Beschäftigten getragen werden.

Arbeitsbelastung nimmt zu. Ein Ergebnis der Befragung ist, dass Arbeitsdruck und -belastung in der Arbeitswelt zunehmen. 83 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass sie in den letzten Jahren immer mehr Arbeit in der gleichen Zeit verrichten müssen. 56 Prozent fühlen sich
auf der Arbeit gehetzt und stehen unter Zeitdruck. Dass der Arbeitsplatz gesund und ergonomisch gestaltet ist, halten 97 Prozent für wichtig.

Für eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt. 88 Prozent der Befragten bezeichnen einen unbefristeten Arbeitsvertrag als „sehr wichtig“, 84 Prozent ein verlässliches und ausreichendes Einkommen. Prekäre Beschäftigung wird abgelehnt. 94 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Leiharbeit und Werkverträge gesetzlich neu geregelt werden müssen und 93 Prozent sind für die Einführung eines Mindestlohns von mindestens 8,50 Euro. 


Rente und altersgerechte Arbeit. Sehr viele Beschäftigte sehen eine fehlende Vorbereitung der Unternehmen auf den demographischen Wandel. Gerade einmal 27 Prozent sehen ihren Betrieb auf eine alternde Belegschaft vorbereitet und nur 25 Prozent glauben, dass sie unter den derzeitigen Bedingungen bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten können. 
Beim Thema Rente herrscht große Unsicherheit über die Zukunft. Gerade einmal 37 Prozent glauben, dass ihre zukünftige Rente zum Leben ausreichen wird. 82 Prozent der Befragten im Bezirk Mitte stimmen der Aussage, dass die Rente mit 67 zurückgenommen werden muss, absolut zu. Den Erhalt und die Stärkung der sozialen Sicherungssysteme halten 98 Prozent der Befragten für wichtig. 


Beschäftigte fordern Politikwechsel. Besonders wichtig sind den Befragten die Themen gute und gesunde Arbeit, altersgerechte Arbeit und Rente, sowie eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt. Diese Forderungen werden von der IG Metall ernst genommen und sie wird diese auch den Parteien gegenüber einfordern. Die Parteien sind gefordert, politische Konzepte zur Lösung dieser Probleme vorzulegen und sie nach der Bundestagswahl auch einzulösen. Damit dieser Politikwechsel kein Wahlversprechen bleibt wird die IG Metall vor und nach der Bundestagswahl am 22. September Druck auf die Politik ausüben. Für den 7. September ruft die IG Metall die Beschäftigten aus Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen zu einem Aktionstag "Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa" in Frankfurt auf.

 

Detailliertere Informationen zu den einzelnen Bundesländern des Bezirk Mitte können den Medieninformationen entnommen werden.

Medieninformation Hessen

Medieninformation Rheinland-Pfalz

Medieninformation Saarland

Medieninformation Thüringen

weitere Informationen zu den bundesweiten Ergebnissen

05.06.2013 |

Blockupy Demonstration

IG Metall kritisiert Polizeieinsatz: Demonstration am 8. Juni

Der Beirat der IG Metall hat sich gestern in einer Resolution den Polizeieinsatz bei der Blockupy-Demonstration am Samstag den 1. Juni 2013 in Frankfurt kritisiert. Neben dem unverhältnismäßig harten Durchgreifen der Polizei gegenüber Demonstranten kritisiert er vor allem die Beendigung der Demonstration durch den Polizeieinstatz.

Dazu erklärte IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild: "Das demokratisch garantierte Grundrecht auf Demonstrations- und Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut das geschützt werden muss. Die Einkesselungen von 1.000 Demonstranten über Stunden und die unverhältnismäßige Härte gegenüber zahlreichen Demonstranten kann und will die IG Metall nicht hinnehmen. Die Entscheidungsträger müssen für dieses Vorgehen die Verantwortung übernehmen und gegebenenfalls politische und personelle Konsequenzen ziehen."

Am kommenden Samstag, den 8. Juni, findet in Frankfurt eine Demonstration von Occupy- Aktivisten auf der "Blockupy-Route" statt. Sie richtet sich gegen den Polizeieinsatz und für das Recht auf Meinungs- und Versammlungfreiheit. Die Demonstration beginnt um 12:00 Uhr am Baseler Platz.

Resolution

Medieninformation

01.05.2013 |

1. Mai: Maikundgebungen im Bezirk Mitte

Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa.

Unter dem Motto "Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa." fanden am 1. Mai im IG Metall Bezirk Mitte die Maikundgebungen des DGB statt. Bezirksleiter Armin Schild sprach auf dem Maifest in Koblenz.

In seiner Rede erinnerte er auch an die Zerschlagung der freien deutschen Gewerkschaftsbewegung durch die Nationalsozialisten am 2. Mai vor achtzig Jahren. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wurden von den Nazis verhaftet, gefoltert und ermordet. "Das verpflichtet uns zum Handeln gegen  Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz", so Armin Schild. In Frankfurt und Erfurt blockierten mehrere Tausend Menschen erfolgreich die Aufmärsche von NPD und anderen Neonazis. Der 1. Mai bleibt unser Tag der Solidarität!

Hinweis: In der Nacht auf den 1. Mai endete die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie. Da die Arbeitgeber ihr Angebot bisher nicht nachgebessert laufen seit 1. Mai, Punkt Null Uhr, die Warnstreiks im Bezirk Mitte.

Rede von Armin Schild am 1. Mai 2013 in Koblenz

26.02.2013 |

Arbeit: Sicher und fair!

IG Metall gibt Startschuss für bundesweite Befragung der Beschäftigten

„Arbeit: sicher und fair!“ Unter diesem Themenfeld führt die IG Metall bis Ende März eine bundesweite Befragung in zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten durch.

Befragt werden die Beschäftigten zu ihren individuellen Lebensumständen, ihre Arbeitsbedingungen, Auswirkungen des demografischen Wandels im Betrieb und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zur Teilnahme an der Befragung sind Beschäftigte aus bundesweit rund 8300 Betrieben, sowie Rentner und Arbeitslose aufgerufen.

Mit der Befragung sollen verwertbare Ergebnisse einerseits für gewerkschaftliches Handeln vor Ort erzielt werden, andererseits will sich die IG Metall mit diesem Votum der Beschäftigten auch in den Bundestagswahlkampf einmischen.

Zur Befragung

31.01.2013 |

Tarifkommission im Bezirk Mitte Unterstützt Arbeitskampf der IG BCE

Solidarität mit den Streikenden von Neupack

Foto: IG BCE Bezirk Hamburg/Harburg
Streikposten bei Neupack

Mit einer Spendensammlung auf ihrer gemeinsamen Sitzung am 29. Januar in Mainz, haben sich die Tarifkommissionen der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie Bezirk Mitte mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen bei Neupack solidarisiert.

Die IG BCE führt Neupack in Hamburg und im niedersächsischen Rotenburg seit Anfang November 2012 einen Arbeitskampf für einen Tarifvertrag. Die Eigentümerfamilie hat sich seither nicht bewegt und versucht mit allen möglichen rechtlichen und rechtswidrigen Schikanen die Belegschaft zu spalten. 

"Wir unterstützen Euch in Eurem Kampf für das Streikrecht und die Tarifautonomie. Dazu haben wir bei den 160 anwesenden Delegierten der organisierten Beschäftigten gestern in Mainz 911,25 € für eure Streikkasse gesammelt", sagt IG Metall Bezirksleiter Armin Schild.

Weitere Informationen zum Arbeitskampf bei Neupack und den Schikanen des Arbeitgebers auf den Internetseiten der IG BCE und im Fernsehbericht des Magazins Panorama:

IG BCE Hamburg Harburg

Magazin Panorama zum Arbeitskampf bei Neupack

10.01.2013 |

Aufruf zur europäischen Demonstration am 23. Januar 2013 in Brüssel

Entsenderichtlinie soll um Durchsetzungsrichtlinie ergänzt werden

Die Entsendung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern innerhalb des europäischen Auslandes wird in der Entsendrichtlinie geregelt. Damit sollen Arbeitsbedingungen und Sozialstandarts festgelegt werden.

Derzeit berät das Europäische Parlament über eine Durchsetzungsrichtlinie der Entsenderichtlinie, um Kontrollen zu ermöglichen. Diese Neuregelung wurde auch von den Gewerkschaften gefordert, um den Missbrauch der Entsenderichtlinie zu verhindern. Nach der geplanten Neuregelung soll nun das Herkunftsland für Kontrollen zur Einhaltung der Entsenderichtlinie zuständig sein. Prüfungen sollen jedoch erst nach einer sogenannten "Risikobewertung" möglich sein. Der DGB befürchtet, dass damit der Missbrauch im Rahmen der Entsenderichtlinie keineswegs effektiv eingedämmt wird. Er sieht weiterhin eine Umgehung der Standarts und Sozialdumping.

Die Entscheidung über die Durchsetzungsrichtlinie soll am 23. Januar 2013 getroffen werden. Deswegen ruft der DGB zur Europäischen Demonstration am 23. Januar 2013 in Brüssel auf, um eine effektivere Verhinderung des Missbrauchs der Entsenderichtlinie und Sozialdumping zu fordern.

Aufruf des DGB

15.11.2012 |

Solidarität mit Südeuropa

Europäischer Aktionstag gegen Krisenpolitik

Europaweit gingen am 14. November mehrere zehntausend Menschen auf die Straße. Auch in Deutschland protestierten viele gegen die Sparpolitik der Regierung, beispielsweise in Frankfurt. Sie forderten Schluss mit dem Sozialabbau und zeigten sich solidarisch mit den Menschen in Südeuropa.
Die IG Metall im Bezirk Mitte zeigt sich solidarisch mit den streikenden in Italien. Eine kleine Delegation nahm an einer Kundgebung in Ravenna teil.

 

07.10.2012 |

IG Metall-Delegation besucht Spanien

Spanische Gewerkschaften und IG Metall für gemeinsames Vorgehen

Foto: Jan Laging/IG Metall
Europäische Konferenz in Madrid

Während in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen aus Anlass des Aktionstages gegen prekäre Beschäftigung in zahlreichen Betrieben Aktivitäten für gute und faire Arbeitsbedingungen stattfanden, besuchte eine 40-köpfige Delegation der IG Metall aus den vier Bundesländern die spanischen Schwestergewerkschaften MCA-UGT und FI-CCOO in Madrid.

Auf ihrer dreitägigen Reise informierten sich die Metaller bei spanischen Gewerkschaftern, Politikern, Betriebsräten, Studierenden und Jugendlichen über die Situation im Land und nahmen an einer Streikkundgebung gegen Massenentlassungen teil. Damit drückten sie ihre Solidarität mit den spanischen Kollegen aus. Armin Schild, Bezirksleiter der IG Metall: "Spanien ist ein Labor des Neoliberalismus. Wir dürfen nicht zuschauen, wie eine gescheiterte Ideologie wieder aufersteht. Wir müssen gemeinsam handeln gegen prekäre Beschäftigung und das Schleifen von sozialen Rechten".

Große Enigkeit bestand zwischen den spanische Gewerkschaftern und den mitgereisten Metallern darüber, dass die europäischen Gewerkschaften eine gemeinsame Antwort auf die Deregulierung der Arbeitsmärkte und die soziale Kahlschlagpolitik in Europa finden müssen. Dies hielten sie in einer gemeinsamen Madrider Erklärung fest.

Medieninformation zur Delegationsreise der IG Metall Bezirk Mitte (PDF)

Bericht von der Delegationsreise auf der Bezirksseite der metallzeitung 11/2012 (PDF)

Madrider Erklärung von MCA-UGT, FI-CCOO und IG Metall Bezirk Mitte (PDF)

Bericht der MCA-UGT zur Delegationsreise der IG Metall 

Europa neu begründen – Wissenschaftler und Gewerkschafter für ein anderes Europa 

16.05.2012 |

IG Metall Bezirkleiter kritisiert Blockupy-Verbot

Verbot der Proteste ist ein falsches Signal

Das Festhalten der Stadt Frankfurt am Verbot der Blockupy-Proteste hat bei der IG Metall im Bezirk Frankfurt großes Unverständnis hervorgerufen. Die IG Metall Jugend des Bezirks hatte, unter dem Motto "Für ein gerechtes Europa protestieren", zur Teilnahme an den Aktionstagen aufgerufen.

In einer aktuellen Pressemitteilung kritisiert IG Metall Bezirksleiter Armin Schild das Vorgehen der Stadt Frankfurt:

07.05.2012 |

Solidaritäts-Tour im August 2012

Sie schlagen Griechenland und sie meinen uns

Bild: Panthermedia

Seit zwei Jahren wird Griechenland zu den schärfsten Kürzungen gezwungen, die es jemals für ein Land in Europa gegeben hat. Die Auswirkungen für die Menschen sind dramatisch. Lohnkürzungen von bis zu 40 Prozent. Senkung des Mindestlohnes, der Renten und des Arbeitslosengeldes. Massive Entlassungen im Öffentlichen Dienst. Mehr als tausend Schulen mussten geschlossen werden, weil nicht genug Geld da ist. Wer medizinisch versorgt werden will, muss erst Verbandszeug kaufen und es mit ins Krankenhaus bringen. Mit Brachialgewalt werden die Kosten der Eurokrise auf die Bevölkerung abgewälzt.

Die DGB-Jugend Hessen-Thüringen solidarisiert sich mit den Kolleginnen und Kollegen in Südeuropa. Deshalb hat sie zwei junge griechische Kolleginnen eingeladen, mit denen sie gemeinsam auf Tour durch Hessen und Thüringen geht. Dabei informieren sie über die Krisenpolitik der Troika und über die Kämpfe der Kolleginnen und Kollegen in Griechenland.

Zur DGB-Jugend Hessen-Thüringen 

01.05.2012 |

1. Mai 2012 - Rede von Bezirksleiter Armin Schild in Kassel

Die Tarifrunde ist ein Symbolkonflikt für Europa

Foto: IG Metall

Am 1. Mai stellt IG Metall Bezirksleiter Armin Schild in Kassel klar, dass es bei der aktuellen Tarifauseinandersetzung um mehr geht, als die Arbeitsbedingungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie: "Der Tarifkonflikt der Metallindustrie ist auch ein Symbolkonflikt für Europa.
Es geht auch darum in der wirtschaftsstärksten Branche Europas ein Zeichen zu setzen für mehr Ordnung am Arbeitsmarkt und mehr soziale Gerechtigkeit, wenn es sein muss auch durch einen Arbeitskampf." 

Armin Schild weiter:

"Wann, wenn nicht jetzt und wo, wenn nicht in der deutschen Metallindustrie, sollen den die Löhne steigen und soziale Sicherheit verbessert werden?
Es geht um mehr als Lohnprozente."

Tagesschau.de Bericht zum 1. Mai 2012

hr-online zum 1. Mai 2012 in Hessen

SWR über 1.Mai 2012 in Rheinland-Pfalz

SR über 1. Mai 2012 im Saarland

mdr Berichte zum 1. Mai 2012 in Thüringen

01.05.2012 |

1. Mai 2012 im Bezirk Frankfurt

Gute Arbeit für Europa

Plakat zum 1. Mai 2012

„Gute Arbeit für Europa - Gerechte Löhne, Soziale Sicherheit“, so lautet das Motto des diesjährigen 1. Mai, unter dem der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften zu Maikundgebungen aufrufen.

Die Wirtschaftskrise ist nicht ausgestanden und das Projekt Europa droht an der neoliberalen Deregulierungspolitik zu zerbrechen. Öffentliche Ausgaben sowie Arbeits- und Sozialeinkommen werden durch europäische Vorgaben radikal gekürzt, Lohnabhängigen, Arbeitslosen und Rentnern werden die Kosten der Bankenrettung aufgebürdet. Gleichzeitig droht irreparabler Schaden für die politische und soziale Demokratie in den Mitgliedsstaaten.

Deshalb rufen Wissenschaftler und Gewerkschafter auf: „Europa neu begründen! Den Marsch in den Ruin stoppen! Die Krise durch Solidarität und Demokratie überwinden!"

Aufruf des DGB zum 1. Mai 2012

Aufruf "Europa neu begründen" unterzeichnen

Geschichte des 1. Mai

Übersicht über die Plakate und Slogans zum 1. Mai seit 1950

Zentrale Maikundgebungen im Bezirk Frankfurt:

Saarland: Demonstration und Fest in Saarbrücken

Rheinland-Pfalz: Zentrale Maikundgebung in Trier

Hessen: Demonstration und Kundgebung in Frankfurt (PDF)

Thüringen: Demonstration und Kundgebung in Frankfurt

IG Metall Bezirksleiter Armin Schild spricht auf der 1. Mai Kundgebung in Kassel. Der DGB Bezirksvorsitzender Hessen-Thüringen, Stefan Körzell, und der SPD Landesvorsitzende Hessen, Torsten Schäfer-Gümbel, reden am 1. Mai in Offenbach:

10.04.2012 |

Ein Beitrag von Bezirksleiter Armin Schild

Schlecker und die Rolle der FDP

Foto: IG Metall

Marktwirtschaft à la FDP:
Tausenden droht Armut, Allgemeinheit darf zahlen, Banken kassieren

Die Einrichtung einer Transfergesellschaft für 12.000 Schlecker-Beschäftigte ist gescheitert am Widerstand der noch verbliebenen FDP-Wirtschaftsminister in Bund und Ländern. Diese Entscheidung mit fatalen Folgen wird viele für den Rest ihres Lebens in Armut stürzen. Rational nachvollziehbare Argumente gibt es für die Blockadehaltung nicht. Sie kostet, ohne Not, die Zukunft von tausenden Menschen. 

Leidtragende sind vor allem die rund 13.250 noch vorhandenen Beschäftigten bei Schlecker, die nun ebenfalls vor dem Aus stehen. Denn bei der durch den Widerstand der FDP gescheiterten Transfergesellschaft geht es eben nicht nur um die bereits entlassenen Mitarbeiter, sondern vor allem auch um die Chance eines Neuanfangs für Schlecker selbst. Sinn und Zweck einer Transfergesellschaft ist nämlich auch, dem Insolvenzverwalter, gemeinsam mit den restlichen Mitarbeitern, den Gläubigern (Banken, Lieferanten etc.) die Möglichkeit zu geben, überlebensfähige Teile aus dem Unternehmen herauszulösen, um sie unter neuer Leitung und unter einem neuen Besitzer selbstragend fortzuführen.

Bereits Anfang März wurden 2.400 der 5.400 deutschen Filialen der Schlecker-Gruppe geschlossen. Was mit den restlichen 3.000 Filialen und deren Mitarbeiterinnen geschieht, immerhin mehr als die Hälfte der Schlecker-Beschäftigten, ist offen. Gesucht werden Investoren, die das Geschäft mitsamt der Mitarbeiter fortführen. Dabei sind die berechtigten Forderungen der bereits entlassenen Mitarbeiter zu berücksichtigen. Ohne diesbezügliche Rechtssicherheit wird sich kein Investor finden.

Ohne Transfergesellschaft müssen sich die ehemaligen Mitarbeiter mit ihren Forderungen und Ansprüchen in den Kreis der Gläubiger einreihen. Im Falle einer Abwicklung können sie auf Zahlungen aus der Insolvenzmasse des Unternehmens hoffen, wenn dafür die „Masse“ reicht. Für Arbeitnehmer ist das ein Geschäft mit unsicherem Ausgang, dass sich oft Monate, wenn nicht Jahre hinzieht.

Funktion einer Transfergesellschaft ist es, diese Unsicherheit abzulösen durch kalkulierbare und verbürgte Ansprüche. Dabei verzichten die entlassenen Beschäftigten mit Eintritt in die Transfergesellschaft auf Forderungen und Abfindungsansprüche. Als Ausgleich dafür erhalten sie von der Transfergesellschaft zwischen 80 und 87 Prozent ihres vorherigen Nettoeinkommens. Die Transfergesellschaft bietet ihnen darüber hinaus Weiterbildungsangebote, Bewerbungstraining, etc. und unterstützt sie bei der Suche nach einem neuen Job.

Durch die Zugehörigkeit zur Transfergesellschaft wird auch die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I mindestens um sechs Monate nach hinten verschoben. Damit werden die Entlassenen auch vor den unmittelbaren Wirkungen der Hartz Gesetze geschützt. Viele der 12.000 Ex-Schlecker Mitarbeiter kommen nun in den nächsten 12 Monaten vom Schlecker-Regen in die Leiharbeits- und Mini-Job Traufe. Damit sinken ihre wahrscheinlich ohnehin geringen Rentenansprüche unter das Armutsniveau. Lebenslange Armut steht ihnen bevor. A nders von der FDP behauptet, hätte nicht der Staat, sondern der Insolvenzverwalter die notwendigen 70 Millionen Euro für die Finanzierung der Transfergesellschaft getragen.

Dazu sollte das insolvente Unternehmen einen Kredit der Staatsbank KfW erhalten, für den die Länder bürgen. Laut Insolvenzverwalter sollte dieser Kredit mit den Erlösen aus dem angestrebten Verkauf der Auslandsbeteiligungen der Schlecker-Gruppe getilgt werden; ein vergleichsweise sicheres Geschäft. So wären durch die Transfergesellschaft Gelder aus der Insolvenzmasse in beschäftigungs- und sozialpolitisch sinnvoller Weise an die ehemaligen Beschäftigten geflossen.

Nun müssen diese Gelder direkt von den Beitragszahlern in die Sozialsysteme getragen werden. Die Bundesagentur für Arbeit kann diese Gelder zwar beim Insolvenzverwalter einklagen, muss sich dabei jedoch ebenfalls in die lange Reihe der Gläubiger einreihen. Die Erfahrung zeigt, dass die Agentur mit hoher Wahrscheinlichkeit nur einen sehr kleinen Teil der Forderungen zurückerhalten wird. Die Zeche zahlen mal wieder die Sozialsysteme und damit die Steuerzahler.

Es gibt jedoch auch Gewinner. Und das sind mal wieder die Banken, da ihr Anteil an der Insolvenzmasse nun gestiegen ist.

Angeblich, so war aus Koalitionskreisen zu vernehmen, stelle die Insolvenz für die Beschäftigten eigentlich gar kein großes Problem dar. Es gebe ja 24.000 offene Stellen im Einzelhandel. Für einige Koalitions-Politiker scheint klar: Wer von der alten Schlecker Belegschaft nicht alsbald einen neuen Job hat, der sei ja quasi selbst schuld. Eine absolut realitätsfremde Einschätzung. Für die fünfzigjährige Schlecker-Verkäuferin in Koblenz, Ehemann im Vollschichtbetrieb einer Aluminiumfabrik, ist es keine Lösung, wenn in  Konstanz bei „dm“ eine Halbtagskraft befristet an der Kasse gesucht wird.

Bereits vor der Schlecker-Insolvenz waren fast 300.000 ausgebildete Verkäuferinnen arbeitslos gemeldet. Mehr als die  Hälfte der 24.000 offenen Stellen ist als Teilzeitjob oder Minijob, jede dritte offene Stelle ist befristet ausgeschrieben.

Wenn nun auch noch der – zu Recht – schlechte Ruf des Arbeitgebers Schlecker als Argument gegen eine Transfergesellschaft ins Feld geführt wird, dann ist das vollends grotesk.

Festzuhalten ist, dass Anton Schlecker mit seiner arbeitnehmerfeindlichen Unternehmenspolitik genau das umgesetzt hat, was den politischen Zielen der FDP entspricht und wofür er noch gestern von ihr gelobt wurde. Bundeswirtschaftsminister Rösler spricht von der „Anschlussverwendung“ der Verkäuferinnen, so als spräche er von ausgemusterten Tiefkühltruhen. „Anschlussverwendung“ sollte in die Nominierungsliste zum Unwort des Jahres aufgenommen werden. Die Rösler-FDP zeigt mit dieser kalten Technokraten-Sprache, dass sie sich ihrer Verantwortung für die Menschen in diesem Land nicht bewusst ist. Hinter jedem Arbeitsplatz steckt ein Schicksal, auch wenn das so mancher Politiker der schwarz-gelben Koalition vergessen zu haben scheint.

Rössler allein zu Haus im Bundeswirtschaftministerium, das geht nicht gut. Stellt sich die Frage, welche Anschlussverwendung es für ihn gibt? Als Bundeswirtschaftsminister ist er untragbar, seine Partei versenkt Rösler mit jeder Wahl tiefer in die Bedeutungslosigkeit. Es spricht Bände, dass die Bundeskanzlerin sich trotzdem lieber um den Koalitionsfrieden als um die Zukunft von tausenden Menschen kümmert, indem sie Rösler öffentlich den Rücken stärkt.

03.04.2012 |

Schon über 1500 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner

Aufruf: Europa neu begründen!

Grafik: europa-neu-begruenden.de

„Europa neu begründen" – Wissenschaftler und Gewerkschafter für ein anderes Europa und gegen die selbstzerstörerische Politik des Fiskalpakts

Das Projekt Europa steht auf der Kippe. Sozial, politisch und ökonomisch steckt die Europäische Union in einer Existenzkrise. Forciert wurde diese Krise durch neoliberale Deregulierungspolitik und gewissenlose Gier der Finanzeliten, die gegen Krisenländer spekulieren und eine finanzmarktkonforme Politik erzwingen wollen. Öffentliche Ausgaben sowie Arbeits- und Sozialeinkommen werden durch europäische Vorgaben radikal gekürzt, Lohnabhängigen, Arbeitslosen und Rentnern werden die Kosten der Bankenrettung aufgebürdet. Gleichzeitig droht irreparabler Schaden für die politische und soziale Demokratie in den Mitgliedsstaaten. Griechenland droht im Würgegriff der „Troika" aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds zu ersticken. Deshalb ist es höchste Zeit für grundlegende Veränderungen. Wenn Europa eine Zukunft haben soll als ein solidarisches und demokratisches Projekt, müssen die Weichen politisch neu gestellt werden.

Deshalb rufen Wissenschaftler und Gewerkschafter auf: „Europa neu begründen! Den Marsch in den Ruin stoppen! Die Krise durch Solidarität und Demokratie überwinden!" Sie plädieren für eine europäische soziale Bürgerbewegung, die gegen die desaströse und selbstzerstörerische Krisenpolitik und für einen radikalen Politikwechsel antritt. Ein erster Schritt auf diesem Weg muss die Ablehnung der vorliegenden Fassung des Fiskalpakts – auch durch den Deutschen Bundestag – sein.

Zu den Erstunterzeichnern gehören u. a. Detlef Wetzel, Helga Schwitzer, Armin Schild, Michael Sommer, Klaus Wiesehügel, der Öknonom Gustav Horn und der Philosoph Jürgen Habermas. Initiatorinnen des Aufrufs sind der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Bsirske, das DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach, der Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel (Memorandum-Gruppe), der Sozialwissenschaftler Steffen Lehndorff und IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban.

10.03.2012 |

IG Metall kritisiert Kappung der Solar-Förderung

Rösler bringt Deutschland die Sonnenfinsternis

„Die Energiewende hat Gegenwind statt Rückendeckung“, sagte IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild und kritisiert scharf die geplante Kappung der Solarförderung. Die von der Bundesregierung, auf Betreiben von Bundeswirtschaftsminister Rösler beschlossene, Reduzierung der Solarförderung, führe eine bislang hoffungsvolle Zukunftsbranche ohne Not in den Abgrund. Allein in Thüringen werden dadurch nach IG Metall-Berechnungen mehr als 5.000 Jobs gefährdet. Die von der Bundesregierung 2011 beschlossene Energiewende werde dadurch faktisch zur Makulatur.
Der Bundestag habe noch immer keinen Energiewende-Beauftragten, wie es die Ethikkommis-sion unter Klaus Töpfer empfohlen hatte. Von den notwendigen 4.500 Kilometern neuen Strom-leitungen, um den Nordsee- und Ostsee-Windstrom vom Norden nach Westen und Süden zu bringen, seien gerade mal 120 Kilometer ausgebaut. Leitungen für erneuerbaren Strom seien weder vorhanden noch in ausreichendem Maß geplant. Auch andere regenerative Energietechnologien würden eher behindert statt gefördert. Offshore-Projekte würden auf Eis gelegt, weil die Betreiber zuverlässige Rahmenbedingungen vermissen. Die Bundesregierung müsse endlich die Verantwortlichkeit für die Energiewende in einem Ministerium bündeln, fordert die IG Metall. Dies könne nicht das Wirtschaftsministerium mit Sun-Blocker Philipp Rösler an der Spitze sein. Er stehe für Sonnenfinsternis anstatt für Sonnenaufgang.

 

16.11.2011 |

Nazi-Terror

Rechte Gewalt: Taten und Hintergründe restlos aufklären!

Foto: IG Metall

Die rechtsradikale Terrorzelle aus Zwickau versetzt Politik und Öffentlichkeit in Aufregung. Die IG Metall hat schon Anfang der 90er Jahre vor möglichem Terror aus dem rechtsradikalen Neonazi-Milieu gewarnt. Es ist auch dem Engagement der IG Metall zu verdanken, dass die rechte Szene heute in Jena kaum noch eine Rolle spielt.

Frankfurt / Jena / Saalfeld. Für Armin Schild ist die dem "Kommissar Zufall" zuzuschreibende Enttarnung der rechtsradikalen Terrorzelle aus Zwickau kein Rechtsterrorismus neuer Qualität, wie es Politiker formulieren. Der Bezirksleiter des IG Metall-Bezirk Frankfurt (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen) sieht es als Ergebnis einer Entwicklung, die mit der Wende begonnen hat. "Die Neonazis haben die damalige Unsicherheit und das Chaos gezielt genutzt um in den neuen Bundesländern rechte Strukturen aufzubauen."

25.10.2011 |

Bundesweiter Aktionstag "Respekt"

Ford Saarlouis setzt Zeichen gegen Rassismus und für mehr Respekt

Respekt beim IG Metall-Vorstand. Foto: IG Metall

Ford-Werk in Saarlouis gehört seit Freitag, dem 21. Oktober 2011, zu den Teilnehmern der bundesweiten Aktion "Respekt". Die Aktion engagiert sich für Werte wie Respekt und Toleranz. Unterstützung gibt es nicht nur von Ford, sondern auch von Prominenten aus Medien und Sport sowie der IG Metall.
Die Jugendvertretung des Ford-Werks hatte angeregt, als Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Sexismus, Homophobie und Intoleranz gut sichtbare Schilder mit der Aufschrift "Respekt! - Kein Platz für Rassismus" an den Eingangstüren der Ford-Ausbildungswerkstätten anzubringen.
Das Werk Saarlouis ist mit über 6.500 Mitarbeitern und weiteren 2.000 Beschäftigten im benachbarten Industriepark der größte Arbeitgeber im kleinsten Flächen-Bundesland und das Stammwerk für den Ford Focus.  

18.10.2011 |

Strategie zu Sicherung des saarländischen Fachkräftebedarfs

Mehr Fachkräfte im Land halten

Foto: Volker Beck

Um den drohenden Fachkräftemangel zu bewältigen, haben Politik, Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Saarland eine gemeinsame Strategie entwickelt, um Männer und Frauen, Jüngere und Ältere sowie Menschen mit Migrationshintergrund besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Ziel sei es, Fachkräfte im Lande zu halten und von außen anzuwerben, hieß es. Dabei sollen die bestehenden Förderungsmaßnahmen besser koordiniert und ausgebaut werden.

23.09.2011 |

Berthold Huber, Sigmar Gabriel und Kurt Beck beim Empfang

IG Metall gratuliert Bezirkleiter Armin Schild zu seinem 50. Geburtstag

Armin Schild, IG Metall Bezirksleiter für Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen ist am 21. September 50 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass gab die IG Metall Bezirksleitung am Freitag einen Empfang in Frankfurt. Zu den Gratulanten gehörten unter anderem der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel, der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, und der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber.

Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, gratulierte für die gesamte IG Metall. Der Bezirk Frankfurt sei geprägt durch seine große Fläche und die vier Bundesländer (Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen). Schild sei ein Brückenbauer in die Politik und Garant für politisches Handeln - unabhängig von Partei- und Regierungskonstellationen in den Länderparlamenten. Er dankte dem Bezirk für die positive Mitgliederentwicklung und Schild für sein Bemühen, den Bezirk mobilisierungsfähig und kampfstark zu machen.

Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel sagte in seinem Redebeitrag, die Arbeit müsse wieder im Zentrum des gesellschaftlichen Handelns stehen. Gemeinsame arbeite IG Metall und SPD daran, die Würde und den Wert der Arbeit wieder ins Zentrum der Politik zu rücken.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, der die Grüße seiner Länderkollegen aus dem Gebiet des IG Metall Bezirks Frankfurt übermittelte, würdigte Armin Schild als verlässliche und starke Stimme der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Schild, der Mitglied im Aufsichtsrat der Adam Opel AG ist, habe gerade in der jüngsten Vergangenheit als Verhandlungspartner der Gewerkschaftsseite mitgeholfen, Unternehmensstandorte in Rheinland-Pfalz zu retten oder zu sichern. „Armin Schild ist nicht nur in dieser Funktion ein wichtiger Ratgeber für unsere Arbeitsmarktpolitik“, stellte Ministerpräsident Kurt Beck fest.

07.09.2011 |

Vortrag auf der Hauptamtlichen-Tagung des Bezirks in Frankenthal

Friederike Spiecker zu Eurokrise und Lohnpolitik

Friederike Spiecker
Foto: fspiecker.de

Anlässlich der Hauptamtlichen-Tagung am 6. und 7. September 2011 in Frankenthal hielt die Ökonomin und Wirtschaftspublizistin Friederike Spieker einen Vortrag mit dem Titel:

"Perspektiven der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Zeichen der Eurokrise – Möglichkeiten und Verantwortung der Lohnpolitik.“

Friederike Spiecker ist Diplom-Volkswirtin. Sie lernte in den 1990er Jahren in der Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Berlin, unter deren damaligem Leiter Heiner Flassbeck das Handwerkszeug in theoretischer und empirischer Makroökonomie sowie Konjunkturprognose. Heute arbeitet sie als freie Wirtschaftspublizistin zu nationalen wie internationalen Fragen der Wirtschaftspolitik. (Quelle: www.fspiecker.de)

26.09.2011 |

IG Metall gratuliert Bezirkleiter Armin Schild zu seinem 50. Geburtstag

Der Empfang in Bildern

Alle Fotos: Bianka Huber

Interview mit Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall.

Verfassungswidrigkeit der Hartz-IV-Regelsätze

Warum will die Gewerkschaft die Angelegenheit jetzt wieder aufrollen?

Die neuen Regelsätze sind so verfassungswidrig wie die alten – das haben wir immer klar gesagt. Jetzt haben zwei Wissenschaftler - Professor Dr. Johannes Münder und Dr. Irene Becker – Gutachten  dazu vorgelegt, die unsere Auffassung stützen.

Was sind deine Kritikpunkte?

Ein Regelsatz von 364 Euro in diesem Jahr und von drei Euro mehr im nächsten Jahr ist nicht bedarfsgerecht und entspricht nicht dem Existenzminimum. Es ist offensichtlich, dass bei der Neuregelung der „Hartz IV-Leistungen“ die Kassenlage und weniger die „Verfassungslage“ maßgeblich war. Die Bundesregierung hat mit statistischen Tricks die Regelsätze eiskalt klein gerechnet. Menschenwürde und Verfassung sind dabei auf der Strecke geblieben.

Die Höhe der Regelsätze hatte das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil aber nicht bemängelt.

Für die gesetzliche Neuregelung gilt die gleiche Kritik, wie für die verfassungswidrige Altregelung. Zur Erinnerung: Die Verfassungsrichter hatten entschieden, dass der Staat für ein menschenwürdiges Existenzminimum sorgen muss, wenn die Bürger dazu nicht selbst in der Lage sind. Die Höhe dieses Mindestbedarfs ist verfassungswidrig, solange sein Zustandekommen nicht transparent und überprüfbar ist.

Und das ist es nach der Neuregelung nicht?

Nein – das ist es nicht! Die Berechnung des Regelsatzes bleibt intransparent. Es ist nicht nachvollziehbar, warum als Vergleichsmaßstab zur Berechnung des Regelsatzes die Einkommen der unteren 15 Prozent der Bevölkerung herangezogen wurden – früher waren es die unteren 20 Prozent. Das Absenken hat nur den Grund, die Leistungen zu drücken. Denn bei 20 Prozent hätte sich schon ein Regelsatz von 382 Euro ergeben. Außerdem hat sich der Gesetzgeber noch nicht mal konsequent an seine selbst gewählte Methode gehalten, den Verbrauch der unteren Einkommen zugrunde zulegen. Er hat nämlich davon Ausgaben für Alkohol, Tabak und Gaststätten abgezogen. Und mehr noch: der Gesetzgeber hat bei der Festlegung des Vergleichsmaßstabs die „verdeckte Armut“ nicht berücksichtigt.

Was ist damit gemeint?

Haushalte, die Einkommen unterhalb der Bedarfsschwelle erzielen und damit Anspruch auf staatliche Aufstockung haben, aber nicht von entsprechenden Leistungen leben, werden trotzdem als Referenzmaßstab für die Ermittlung heran gezogen. Gleiches gilt für die sog. „Aufstocker“: Selbst Personen, die nur einen Euro Einkommen erzielen, werden nicht aus den Referenzhaushalten ausgeschlossen. Mit anderen Worten: Reicht bei den Einkommensschwächsten das Geld schon nicht zur Deckung des Bedarfs, reicht es bei den Hartz IV-Empfängern erst recht nicht.

Was tut die IG Metall?

Wir fordern von der Bundesregierung bedarfsgerechte und existenzsicherende Leistungen für Langzeitarbeitslose – das ist eine Verfassungsauftrag und der muss umgesetzt werden. Zugleich werden wir Musterprozesse führen, also betroffene Kolleginnen und Kollegen rechtlich unterstützen, die gegen ihre Hartz IV-Sätze nach dem jetzigen Gesetz vor den Sozialgerichten klagen. Natürlich können wir nicht für alle betroffene Mitglieder Verfahren führen, die Hartz IV-Leistungen erhalten. Aber durch gezielte Musterverfahren wollen wir schnell eine verfassungsrechtliche Klärung erreichen. Die die beiden wissenschaftlichen Gutachten helfen uns dabei.

Was könne Hartz IV-Empfänger, die nicht klagen, tun?

Sie sollten selbst Widerspruch gegen Bescheide einlegen, in denen ihnen Leistungen nach dem 1. Januar diesen Jahres bewilligt wurden.

17.08.2011 |

Prof. Dr. Rudolf Hickel, Uni Bremen

Triebkräfte im Börsenchaos – Profiteure der Krise

Prof. Dr. Hickel

Ein Gespenst ist nicht gebannt. Es ist die Angst vor dem großen Börsencrash. Da berichten selbst normalerweise zurückhaltende Medien aufgeregt von der Gefahr einer neuen Weltwirtschaftkrise. Mit der Behauptung, allein in der ersten Woche der massiven Kursverluste seien an den Aktienmärkte 2,5 Billionen US-Dollar vernichtet worden, wird ein Klima der Panik forciert. Dabei wird die Frage, was und zu wessen Vorteil oder Lasten vernichtet worden ist, nicht gestellt. Jedenfalls gibt es realwirtschaftlich für die meisten der dreißig größten börsennotierten DAX-Unternehmen keinen Anlass zu derart rasanten Kursverlusten. Dennoch werden Unternehmen auf Gewinnkurs in den Absturzstrudel hineingerissen. Die erratische Bewegung der Aktienkurse hat sich mal wieder von der realen Wertschöpfung deutlich entkoppelt.

Die breite Berichterstattung, vor allem aber - abgesehen von wenigen rühmlichen Ausnahmen - die viel zitierten Analysten im Tross mit den ziemlich ahnungslosen Interpreten in den meisten Medien glänzen wieder einmal durch einen komplizierten und zugleich hilflosen Sprachgebrauch. Viel Nichtwissen lässt sich erahnen. Von Hysterie, Volatilität und den frei durch Ludwig Erhard erfundenen fünfzig Prozent Psychologie in der Wirtschaft ist die Rede. Die Börse, nur ein irrationales Chaos? Verwiesen wird auch auf komplexe Techniken der Chartanalysten. Da ist aber auch viel „Kaffeesatzleserei“ im Spiel. Sicherlich müssen die in Computermodelle eingebauten Schwellen, ab denen der Verkauf von Aktien automatisch einsetzt und dadurch der Kursabsturz forciert wird, berücksichtigt werden. Jedoch, die häufigen Fehlprognosen sowie das gespannte Spekulieren auf den symbolischen schwarzen und dann doch nur grauen Montag zeigen am Ende, teuer verkaufte Informationen bringen kaum Aufklärung, ja sie beschleunigen die Krise. Was fehlt, ist der Mut zur Beschreibung der Triebkräfte, die sich in diesem scheinbaren Börsenchaos durchsetzen. Diese Triebkräfte gehen von milliardenschweren Hedgefonds und anderen Investmentfonds aus. Sie suchen nach Extragewinnen im Börsenchaos. Genutzt werden Leerverkäufe von Wertpapieren mit der gewinnbringenden Spekulation auf den gewollten Kursabsturz. Vor allem die nicht einmal durch den Verleih gedeckten Geschäfte wirken auf den Märkten zerstörerisch. Hinzu kommen lukrative Kreditausfallversicherungen (CDS) ohne einen Bezug zu einem vergebenen Kredit. Mit diesen ungedeckten CDS wird dann erfolgreich auf die Zahlungsunfähigkeit angeschlagener Krisenstaaten spekuliert. Dazu zählen heute Griechenland und neuerdings Italien und Spanien ebenso wie die USA. Der jüngste Test auf die Zahlungsunfähigkeit eines Eurolandes lehrt: Mit urplötzlicher Gewalt wurde in Italien auf eine Pleite und damit auch ein Überforderung des EU-Rettungsschirms gewettet. Die Risikoaufschläge auf italienische Staatsanleihen sind gestiegen und der Preis für Kreditausfallversicherungen (CDS) sprang nach oben. Und dann wurde Frankreich ohne Not getestet. Dahinter verbirgt sich eine große Zahl gezielter Spekulationsangriffe durch die Hedge- und andere Investmentfonds auf der Suche nach schnellen Profiten. Eine Kommandozentrale, auf die in Verschwörungstheorien gesetzt wird, ist nicht erforderlich. Allerdings spielen Informationsaustausch und Gerüchte eine wichtige Rolle. Es dominiert ein gleichgerichtetes, renditegetriebenes Verhalten im Klima der Krise. Die Spekulationskampagne hat riesige Gewinne in deren Kassen gespült. Zu den durch die Spekulationsattacken verängstigten Banken, die auch nach den Sicherheitsregeln nach Basel II zum Verkauf ihrer italienischen Staatsanleihen, aber auch ihrer CDS veranlasst wurden, gehört auch die Deutsche Bank. Die Fonds haben dann die preiswerten 2 CDS aufgekauft, um jetzt die durch Panik in die Höhe getriebenen Prämien zu kassieren. Zu der Spekulationsattacke gehört auch die Kalkulation auf eine verschreckte EU-Politik, die nicht weiß, ob sie Italien am Ende durch die Ausweitung des Rettungsfonds auffangen soll.

Deutlich wird, die bedrohlichen Erschütterungen des finanzmarktgetriebenen Kapitalismus vollziehen sich nicht in einem von ökonomischen Interessen freigehaltenem Raum. Letztlich setzen in der Anonymität der Börsen - auch durch Nutzung der unkontrollierten Geschäfte außerhalb der Börsen - die Finanzoligopole ihre Geschütze ein. Die Macht der Spekulationsfonds jagt die Politik in die Bedeutungslosigkeit. Mit hängender Zunge sucht die Politik vor den Spekulationsattacken Schutz. Politik, Gesellschaft aber auch die Akteure in der Produktion ökonomischer Werte werden über beängstigende Kursverluste an der Börse in Geiselhaft genommen. Zugleich werden die in der Öffentlichkeit verbreiteten Ängste wegen der horrenden Staatsschuldenstände geschickt durch die Spekulanten genutzt.

Die Erinnerung an den Börsencrash, der nach 1929 zur Weltwirtschaftskrise führte, lehrt: Damals wurde mit einer intensiven Regulierung der Finanzmärkte reagiert. Die Börsenaufsicht sowie die Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken wurden geschaffen. Dazu gehörte auch das sogenannte Uptick-Gesetz. Dadurch wurden Leerverkäufe bei Titeln mit fallenden Kursen untersagt. Ein Leerverkauf einer Aktie durfte nur getätigt werden, wenn die davor liegende, letzte Transaktion über dem vorherigen Kurs lag. Das Gesetz wurde trotz heftiger Kritik 2007 aufgehoben.

Trotz der vielen vollmundigen Ankündigungen, ist der Kampf gegen die schlimmsten Auswüchse der nach 2007 sichtbar gewordenen, systemgefährdenden Finanzmarktkrise ausgeblieben. Leerverkäufe von Wertpapieren wurden nicht dauerhaft verboten, Kreditausfallversicherungen nicht reguliert. Auch als Reaktion auf nur kleinere Regulierungen der offiziellen Banken sind Hedgefonds zusammen mit aus den Banken ausgelagerten Zweckgesellschaften zu unkontrollierten Schattenbanken herangewachsen. Vor dieser außergesetzlichen Macht im Schatten hat unlängst auch der Internationale Währungsfonds gewarnt. Das Rating-Triopol wirkt mit dem Instrument der Absenkung der Noten ganzer Staaten völlig unkontrolliert und ohne Haftung für die Fehl-Urteile als Brandbeschleuniger. Mit dieser Konstellation ist die Niederlage einer heute gestaltenden Politik programmiert. Wenige Megafonds können ganze Volkswirtschaften sowie die Eurozone in den Absturz spekulieren. Finanzmanager untergraben die Demokratie.

National und international muss die Hegemonie der strategischen Finanzfonds zusammen mit den Ratingagenturen zugunsten des Vorrangs der Politik gebrochen werden. Dazu dienen Regulierungen vor allem gegenüber den neuen Schattenbanken, eine Verhaltenskontrolle der Finanzmanager sowie das Verbot von ökonomisch schädlichen Spekulationsinstrumenten, wie mehrfach verpackte Wertpapiere, Kreditausfallversicherungen ohne eine Kreditbasis sowie Leerverkäufe ohne geliehene Anleihen. Diesem Ziel der Führungsrolle der Politik im Prozess der Globalisierung dient auch die weltweite Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Die EU muss sich endlich eine gemeinsam verantwortete Politik entgegensetzen. Dazu gehört auch eine ernsthafte Strategie zur Sanierung der Länder in der Staatsschuldenkrise durch eine Stärkung der dortigen Wirtschaftskraft.

Der Autor, Prof. Dr. Rudolf Hickel war bis 2007 Professor für Finanzwirtschaft an der Uni Bremen und bis 2009 Direktor des Insituts für Arbeit und Wirtschaft. Zudem ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac.

Interview mit Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall.

Urban „Lindner steht in der Tradition von Westerwelle“

Wie steht die IG Metall zum Lindner-Vorschlag?
Urban: Bisher gab sich der FDP-Generalsekretär im Ton moderat. Nun stellt er sich aber in die Tradition von Westerwelle, der den Erwerbslosen „spätrömische Dekadenz“ vorwarf. Wenn Lindner die längere Arbeitslosengeld I-Bezugsdauer als „Quasi-Frühverrentungsform“ tituliert, dann steckt darin die abschätzige Annahme, die Älteren hätten keine Lust mehr zum Arbeiten und müssten durch Kürzungen angetrieben werden. Das ist absurd. Die Wahrheit ist doch, dass Ältere schlicht kaum Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt haben.

Wie sieht denn die Situation Älterer aus?
Urban: Viele Arbeitslose sind Ältere. Von den ca. 2,9 Mio Arbeitslosen sind knapp 900.000 über 50 Jahre alt. Über 60 Prozent von ihnen sind Langzeitarbeitslose. Sie haben so gut wie keine Chance, einen Job zu finden und sie haben über Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Sie müssen besser unterstützt werden. Und wenn wir in die Betriebe schauen, sind ältere Beschäftigte oft kaum zu finden. Die Quote sozialversicherungspflichtig Beschäftigter nimmt mit steigendem Lebensalter rapide ab. Liegt der Anteil bei den 60-Jährigen noch bei 30 Prozent, sinkt er bei den 64-Jährigen auf ungefähr 5 Prozent. Ursache sind häufig die schlechten Arbeitsbedingungen in den Betrieben. Sie sind für gesundheitliche Schäden und Beeinträchtigungen verantwortlich, die viele Beschäftigte zwingen, vorzeitig aus dem Beruf auszuscheiden.

Lindner behauptet aber, die Wirtschaft brauche Fachkräfte, die ihr durch die Kürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes.
Urban: Ich sehe im Vorstoß von Herrn Lindner in erste Linie einen neuen Angriff auf den Sozialstaat. Nach der Verschlechterung der Altersteilzeitregelung und der Einführung der Rente mit 67 wird nun die Fachkräftedebatte für weiteren Sozialabbau instrumentalisiert. Das ist durchsichtig. Wem es ernsthaft darum geht, Ältere länger im Betrieb zu halten, der muss bei den Arbeitsbedingungen ansetzen. Dringend notwendig sind Konzepte Guter Arbeit, um die Leistungsfähigkeit und Gesundheit nachhaltig zu sichern. So könnte über Jahre angehäuftes Erfahrungswissen in den Betrieben gehalten werden.

Ist es nicht legitim, Vorschläge zu machen, wie der Staat sparen kann?
Urban: Hier soll auf Kosten derjenigen gespart werden, die lange Jahre Versicherungsbeiträge entrichtet haben und bei denen nun der Versicherungsfall eingetreten ist. Um es klar zu sagen: Es handelt sich beim Arbeitslosengeld nicht um ‚staatliche Almosen’ sondern um erworbene Ansprüche. Herr Linder plädiert somit für eine kalte Enteignung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das ist ungerecht und darüber hinaus ökonomisch kontraproduktiv, weil die Binnennachfrage weiter geschwächt wird.

Neue Studie des DIW

Mehr Leiharbeit und Minijobs - weniger Einkommen

Der Aufschwung geht an vielen Arbeitnehmern vorbei. Das belegt eine Studie des Deutschen Instituts der Wirtschaft (DIW). Kleinverdiener können sich immer weniger leisten. Bei Verdienern mit 3000 Euro netto ist die Laufkraft nahezu konstant geblieben.

Nordhausen sagt Nein

Aufmarsch der Neonazis konnte verhindert werden

Nordhausen sagt NEIN!

Dank zahlreicher Veranstaltungen des Bündnis gegen Rechtsextremismus Nordhausen (BgR) konnte der am 4. Juni geplante „Thüringentag der nationalen Jugend“ verhindert werden. „Wir wollten ein Zeichen setzen und nicht zulassen, dass Nordhausen der Pilgerort für eine faschistoide Bewegung wird", so ein Sprecher des Bündnisses. Durch einen angemeldeten Sternenmarsch und 3 Großveranstaltungen auf dem Platz der Gewerkschaften, dem Bahnhofsvorplatz und dem Rathausplatz, war die Stadt durch das bunte Treiben des Bündnisses gegen Rechtsextremismus, der Parteien, Vereine und Verbände dicht. Leider konnte das Bündnis nicht verhindern, dass der braune Mob ins banchbarte Sondershausen auswanderte.

1. Mai im Bezirk Frankfurt

Das ist das Mindeste!

Der Bezirksleiter des IG Metall-Bezirk Frankfurt, Armin Schild, nahm als Hauptreder an der 1. Mai-Veranstaltung in Gera teil. In seiner Rede spannte er den Bogen von den Auswirkungen von Fukushima über die Lehren aus der Wirtschaftskrise bis hin zu den Themen Gerechtigkeit, Faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen. Dazu gehören echte sozialstaatliche Hilfe statt Hartz-IV, eine solidarische Bürgerversicherung, die Ablehnung der starren Rente mit 67 aber auch der Widerstand gegen rechte Demagogen. 

Informationen zum 1. Mai:

Soziale Mindeststandards bei Fördermitteln

IG Metall fordert Zeitenwende in der Leiharbeit

Bezirksleiter Armin Schild

Frankfurt. Die IG Metall im Bezirk Frankfurt, zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen, fordert Arbeitgeber und Politik auf, Rahmenbedingungen für eine faire Leiharbeit zu setzen.

Der anhaltend rasante Zuwachs der Leiharbeit belege, dass Leiharbeit auch gerade nach der Wirtschaftskrise in vielen Fällen missbraucht werde, um reguläre Jobs zu verdrängen. Nutznießer seien Verleih- und Entleihunternehmen. Ihre Extragewinne würden nicht nur von Leiharbeitern, sondern auch von den Steuerzahlern aufgebracht, weil sie zum einen Fördermittel des Staates in Anspruch nehmen und zum anderen einen Niedriglohnsektor etablierten, im dem viele Menschen ergänzende Sozialhilfen antragen müssten.

IG Metall Bezirksleiter Armin Schild forderte die Arbeitgeber und Landesregierungen in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland auf, dem Beispiel Thüringens zu folgen und nicht länger Fördermittel an Firmen zu zahlen, in denen Niedriglöhne gezahlt würden. „Zuerst bekommen sie Fördermittel vom Staat für Investitionen und dann bekommen Leiharbeitnehmer Geld von Staat, weil ihr Lohn nicht ausreicht und sie aufstocken müssen. Wir brauchen soziale Mindeststandards für Fördermittel und gerechte Löhne", sagte Schild am Mittwoch in Frankfurt.

Armin Schild nimmt Stellung

Vorwurf "Amokfahrt" überschreitet Grenzen

Armin Schild

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) hat am 24. Februar 2011 das Engagement der IG Metall für eine faire Bezahlung von Leiharbeit mit einer "Amokfahrt" verglichen. Gegen diesen Vergleich wehrt sich Bezirksleiter Armin Schild in einem offenen Brief an Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung.

Bezirksleiter Schild darin wörtlich:

"Es spricht nichts dagegen, dass Arbeitgeberverbände in der öffentlichen Auseinandersetzung zuspitzen und rhetorische Analogien zur Verdeutlichung ihres Anliegens verwenden. Mit Ihrer öffentlich geäußerten Unterstellung, die IG Metall vollziehe eine „Amokfahrt gegen die Zeitarbeit" überschreiten Sie jedoch deutlich die Grenze dessen, was unkommentiert bleiben darf."

Bildergalerie Aktionstag

Diskussionsveranstaltung am 17. März im DGB-Haus

„Fair statt prekär. Gerechte Löhne statt Leiharbeit“

DGB Logo

Podiumsdiskussion mit einführenden Statements von:

• Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD-Landes- und -Fraktionsvorsitzender
• Stefan Körzell, DGB-Bezirksvorsitzender Hessen-Thüringen
• Isaf Gün, IG-Metall-Vorstand, Ressort: Frauen und Gleichstellung
• Armin Schild, IG-Metall Bezirksleiter Frankfurt

Moderation: Petra Fuhrmann, MdL, SPD.

Die Möglichkeit für Fragen und Beiträge aus dem Publikum ist gegeben.

Die Themen der einführenden Statements und alle weitere Informationen, auch zur erbetenen Anmeldung, stehen in der Einladung.

Zeit und Ort der Veranstaltung:

17. März 2011
17:00 bis 19:00 Uhr 
DGB-Haus Frankfurt am Main
Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77

Bezirkliche Aktionen am 24. Februar

Schild: Schwarz-Gelb macht Klientelpolitik für Leiharbeits-Lobby

IG Metall Bezirksleiter Armin Schild hat am Montag in Frankfurt den Kompromiss zur Hartz IV-Reform kritisiert: „Die schwarz-gelbe Blockadehaltung zu einer Neuregelung des Grundsatzes gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ein Skandal. Nach den uns vorliegenden Informationen hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck mehrere Vorschläge in das Verfahren eingebracht, die es CDU und FDP ermöglicht hätten, einen Kompromissweg zu finden.“ Offensichtlich wollten die schwarz-gelben Regierungen in Bund und Land dauerhaft die Verwüstung des Arbeitsmarktes festschreiben. Ihr Ziel sei eine zweite abgesenkte Lohnlinie in den Betrieben.

Arbeitsbelastungen und Überstunden nehmen zu

Gute Arbeit als Krisenopfer

Nach der Krise wächst in vielen Betrieben der Arbeits-und Leistungsdruck: Die Arbeitgeber stellen trotz des Aufschwungs keine neuen Leute fest ein. Leiharbeit und Überstunden nehmen zu. Die Folge: Die Zahl psychischer

und psychosomatischer Erkrankungen nimmt zu. In einigen Betrieben des Bezirks liegt der Krankenstand bei über 25%.
Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied bei der IG Metall sieht steigende Arbeitsbelastung und Überstunden als eine Krisenfolge. Viele Arbeitgeber verweigern eine Mitarbeit an einer Initiative der Humanisierung der Arbeit. Viele wollen keine gute Arbeit für ihre Belegschaften. Weitere Informationen zu diesem Thema unter www.denk-doch-mal.de

 

Allianz für den freien Sonntag in Hessen und Rheinland-Pfalz gegründet

Der verlorene Kampf um die Zeit - ein Rückblick

Erinnern Sie sich noch an die IG Metall-Kampagne "Samstags gehört Vati mir"? Zug um Zug wurde die Wochenarbeitszeit verkürzt. 1982 forderte die IG Metall die 35-Stunden-Woche. Und jetzt? Jetzt beträgt die reale Wochenarbeitszeit für männliche Arbeitnehmer 42,7 Stunden, wieder genauso viel wie zu Beginn des Kampfes um die 35 Wochenstunden.

Bezirklicher Aktionstag am 24. Februar

21.000 protestierten gegen Leiharbeit und prekäre Beschäftigung

Über 21.000 Beschäftigte haben am Donnerstag im Bezirk Frankfurt am Aktionstag teilgenommen. Mit dem bundesweiten Aktionstag will die IG Metall gemeinsam mit ihren Mitgliedern gegen Lohndumping in der Leiharbeit, den Missbrauch von Befristung und Werkverträgen sowie die Nicht-Übernahme von Auszubildenden protestieren

Wirtschaft politisch-ökonomisch gestalten

Der Ökonom Rudolf Hickel fordert 2011 einen Kurswechsel

Für den Ökonom Rudolf Hickel stehen 2011 zwei Forderungen an erster Stelle: die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen sowie eine expansive Lohnpolitik, die auch zu einer effektiven Steigerung der Erwerbseinkommen führen muss. Auch im Staatshaushalt ist in 2011 ein Kurswechsel erforderlich. Die Bundesregierung sollte anstatt die Konjunktur zu belasten und die öffentliche Armut zu steigern ein mittelfristig ausgerichtetes Zukunftsinvestitionsprogramm auflegen. Diese Stärkung der Aufschwungkräfte würde durch eine Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur im Bildungs-, Energie- und Verkehrsbereich fundiert.

Informationen zu sozialpolitischen Themen

Wissenswertes unter Denk-doch-mal.de

Demografische Entwicklung, Fachkräftemangel, Rente mit 67 Belastungen am Arbeitsplatz. Wer interessante und informative Beiträge zu diesen Themen und mehr sucht, wird sicherlich unter www.denk-doch-mal.de fündig

DGB-Index "Gute Arbeit" 2010

Ein Drittel der Deutschen sind mit ihrem Job unzufrieden

In der jährlichen DGB-Befragung zum Index "Gute Arbeit" wird deutlich, dass nur 15 Prozent der Beschäftigten in Deutschland mit ihrem Job zufrieden sind. Ein Drittel benotet ihren Arbeitsplatz mit "mangelhaft», 52 Prozent halten ihre Arbeitsbedingungen für mittelmäßig. Der DGB und die IG Metall kritisieren die  Zunahme von prekärer Arbeit und Leiharbeit.

Gesundheitsreform

Ausstieg aus der paritätischen Finanzierung

Am 12. November 2010 hat der Bundestag in 2./3. Lesung den nicht zustimmungspflichtigen Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Finanzierungsgesetz - GKV-FinG)“ beschlossen. Damit wird der Beitrag zur GKV ab dem 1. Januar 2011von 14,9 auf 15,5 Prozent steigen. Die Arbeitgeber werden durch das Einfrieren ihres Anteils bei 7,3 Prozent entlastet. Die gesetzlichen Krankenkassen können künftig Zusatzbeiträge in unbegrenzter Höhe von ihren Versicherten verlangen. Übersteigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag zwei Prozent des Ein-kommens eines Versicherten, dann soll der geplante Sozialausgleich für Geringverdiener greifen.

Gesetzesentwurf der Bundesregierung

Redebaustein zur Gesundheitspolitik

Studie räumt mit Vorurteilen auf:

Hartz IV ist "nur selten ein Ruhekissen"

In der öffentlichen Diskussion wird die Arbeitswilligkeit von Langzeitarbeitslosen immer wieder in Frage gestellt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat nun in einer Befragung von Hartz IV-Empfängern die Arbeitsbereitschaft untersucht. Das Ergebnis lautet: Hartz IV ist "nur selten ein Ruhekissen", die Arbeitsbereitschaft von Hartz IV-Empfängern ist insgesamt hoch, nur bei einer kleinen Minderheit gibt es Hinweise auf eine fehlende Arbeitsmotivation.

IG Metall vor Ort

Die IG Metall im Bezirk Mitte

Der IG Metall Bezirk Mitte stellt sich vor.

Eindrücke aus der Bezirksjugendkonferenz 2016

 

 Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie 2016 war erfolgreich.

Die Eindrücke und Bilder der Aktionen und Warnstreiks haben wir in einem kleinen Film eingefangen und festgehalten.

Das Flüchtlingsdrama: ein Appell zum Umsteuern. In Europa und in Deutschland

Die Initiative "Europa neu begründen" fordert mit ihrem Appell "Das Flüchtlingsdrama: ein Appell zum Umsteuern. In Europa und in Deutschland" zu einem Kurswechsel in der Europapolitik zu mehr Solidarität und einem zukunftsfähigen, gerechten und starken Gemeinwesen, auf.

Knapp vor der dritten Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie haben sich ende April die beiden Verhandlungsführer des IG Metall Bezirks Mitte - Jörg Köhlinger - und Volker Fassbender - Verhandlungsführer der Mittelgruppe, zu einem gemeinsamen Interview beim Hessischen Rundfunk getroffen.

WISO Info 1/2016

Jörg Köhlinger mit einem Kommentar zur Flexibilisierung der Arbeitszeit im Sinne der Beschäftigten

JAV Opel Rüsselsheim

Bezirk Mitte hilft
Der BJA hat einen Flyer "Fakten gegen Vorurteile" erstellt

Homepage des KFZ-Bereichs

Bezirk Mitte bei facebook

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IG Metall Kampagnen

Bild zum Thema Die Kampagnen der IG Metall (Link auf igmetall.de)

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