30.09.2025 | Im Fokus der zweitägigen Mitbestimmungskonferenz der IG Metall Mitte am 1. und 2. Oktober stehen die angespannte wirtschaftliche Lage der Industrie, die Transformation der Arbeitswelt und die um sich greifende Aufkündigung der Sozialpartnerschaft durch die Arbeitgeber. Viele Unternehmen reagieren auf die Transformation mit Stellenabbau und Standortverlagerungen. Das noch in der Pandemie gültige Commitment, Massenentlassungen vermeiden zu wollen ist von Seiten der Arbeitgeber aufgekündigt.
Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte, betont im Vorfeld der Mitbestimmungskonferenz: „Anstatt Innovationen und neue Produkte auf den Weg zu bringen, kritisieren Arbeitgeberverbände wahlweise die EU oder die Bundesregierung, diffamieren Beschäftigte als faul oder unterstellen Bürgergeldempfängern den Missbrauch von Sozialleistungen. Das ist verantwortungslos und lenkt von der eigenen Verantwortung für die schwierige Situation ab. Zudem führt Sozialabbau nicht zu einer besseren Auftragslage. Selbstkritik und Tatendrang sind bei den Arbeitgeberverbänden, wie beispielsweise HessenMetall, nicht erkennbar.“
Betriebsrätebefragung: Ergebnisse sind besorgniserregend
Im Vorfeld der Mitbestimmungskonferenz, an der in den nächsten zwei Tagen mehr als 180 Betriebsräte und Vertrauensleute teilnehmen werden, hat die IG Metall Mitte Betriebsräte aus 450 Betrieben in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage befragt:
IG Metall Bezirksleiter Köhlinger sieht in den Ergebnissen der Befragung ein deutliches Alarmsignal, dass die Arbeitgeber und die Politik endlich angehen müssen. Die IG Metall habe in der aktuellen Krise mehrfach bewiesen, dass sie zur Standort- und Beschäftigungssicherung für eine konstruktive Zusammenarbeit bereitstehe. Das könne man von den Arbeitgebern und der Bundesregierung aber kaum sagen. „Wir haben gegenüber der Politik eine aktive Industriepolitik, einen Industriestromreis und eine Local-Content-Strategie gefordert. Bisher ist aber kaum etwas passiert. Vielmehr werden die sozialen Sicherungssysteme in Frage gestellt und die Schwächsten der Gesellschaft diffamiert. Die Arbeitgeber scheinen sich einer Krisenbewältigung gänzlich verweigern zu wollen. Das muss sich dringend ändern, um den Industriestandort zu erhalten.“