IG Metall Bezirk Mitte
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19.06.2018, 18:06 Uhr

Kampf um Sozialtarifvertrag

Beschäftigte der Neuen Halberg Guss GmbH kämpfen für Zukunft und Perspektive

  • 11.06.2018
  • Aktuelles, Bildergalerie, Betriebspolitik, Betriebliche Konflikte

Die Belegschaften der Neuen Halberg Guss in Leipzig und Saarbrücken sind entschlossen: Sie werden um ihre Arbeitsplätze kämpfen.

600 Kolleginnen und Kollegen schlossen sich am Montag, 11. Juni in Saarbrücken dem Demonstrationszug der Beschäftigten an, darunter Solidaritätsdelegationen der ZF Friedrichshafen AG, von Saarstahl aus Burbach, Kolleginnen und Kollegen der Saint Gobain PAM Deutschland, der Hydac-Gruppe und der Saar Metallwerke. "Halberg Guss muss leben - und Halberger halten zusammen". Dieses Zeichen muss beim Arbeitgeber ankommen. Am kommenden Mittwoch hat er die Chance hat, mit verbindlichen und nachhaltigen Zusagen in der Tarifverhandlung eine weitere Eskalationen zu verhindern. Am vergangenen Freitag hatten sich bereits mehrere hundert Kolleginnen und Kollegen aus allen Schichten an den Warnstreiks beteiligt.

„Wir können nicht länger einfach nur Zuschauen wie sich die Prevent-Gruppe und VW Bälle zuspielen - oder auch nicht. Die Belegschaft mit ihren Familien verdienen eine Planbarkeit ihres Lebens und eine Perspektive. Wir haben lange genug auf Zeichen und Reaktionen gewartet!“ sagte Bernd Geier, Betriebsratsvorsitzender bei Neue Halberg Guss in Saarbrücken und frisch gewähltes Tarifkommissionsmitglied. „Die Auseinandersetzung zwischen dem Volkswagen und der Prevent-Gruppe  ist eine, die kaum zynischer die Verhältnisse widerspiegeln kann“, sagte Patrick Selzer, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Saarbrücken. „In dieser Auseinandersetzung kommen die Beschäftigten schlicht nicht vor. Doch damit ist jetzt Schluss. Ab jetzt bestimmen die Beschäftigten und die IG Metall die Regeln und entscheiden, zu welchen Bedingungen ihre Arbeitskraft weiter zur Verfügung steht.“ „Mit unserem Forderungsbeschluss bekommt der Arbeitgeber Angebote für Verhandlungstermine. Wenn er diese nicht annimmt oder wir die Einschätzung haben, dass dort kein Verhandlungswille vorhanden ist, dann macht die IG Metall das, was Gewerkschaften als Druckmittel zur Verfügung haben“, so Mario Vangelista, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und Mitglied der Tarifkommission.

„Uns geht es um eine nachhaltige und langfristige Perspektive für die Beschäftigten und ihre Familien. Vor diesem Hintergrund haben wir als Forderung ein Paket beschlossen, mit dem Ziel der Prevent-Gruppe jegliche Aktivitäten, die zu Lasten der Beschäftigungsverhältnisse bei Halberg gehen sollen, zu verhindern!“, sagte Patrick Selzer als Verhandlungsführer für die Geschäftsstelle. „Wir fordern unter anderem eine Qualifizierungsgesellschaft, hohe Abfindungen gemäß der Betriebszugehörigkeit bei möglichem Jobverlust. Als nächsten Schritt werden wir dem Arbeitgeber unser Forderungspaket mit dem Vorschlag für Verhandlungstermine am 7. Juni zukommen lassen.“ Die Beschäftigten wissen, dass sie sich mit industriellen Schwergewichten anlegen, aber sie wissen auch: Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

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