IG Metall Bezirk Mitte
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20.09.2019, 03:09 Uhr

Betriebsrätekonferenz Ost

Betriebsrätepreis Ost geht an die Kolleginnen und Kollegen der Neuen Halberg Guss in Leipzig und Saarbrücken

  • 28.08.2019
  • Aktuelles, Betriebspolitik, Betriebliche Konflikte

Der außergewöhnliche Arbeitskampf bei der Neuen Halberg Guss im Sommer 2018 stand bei der Betriebsrätekonferenz Ost am 28. August noch einmal im Rampenlicht. Die IG Metall ehrte den Streik in Leipzig und Saarbrücken als Lehrstück in Sachen Solidarität, Mut, Kampfeswillen und Durchhaltevermögen mit dem Preis: „Gemeinsam. Engagiert. Mutig. Für eine gute Zukunft.“

„Ihr habt den Preis mehr als verdient. Ihr habt das Unmögliche erreicht, nämlich eine Perspektive für die Belegschaft und den Standort“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, in seiner Laudatio. „47 Tage wurde an beiden Standorten gestreikt. Es war der erste gemeinsame Ost/West-Streik und der längste Streik in Ostdeutschland. Allein dafür gebührt Euch der Preis.“

Jörg Hofmann überreichte den Preis stellvertretend für die Belegschaft an einige Betriebsratsmitglieder. Zwar könne der Betriebsrätepreis Ost nur an ostdeutsche Kolleginnen und Kollegen vergeben werden, so Hofmann. Aber die Jury habe weise entschieden, in diesem Fall auch die Saarbrücker zu ehren.

In seiner Laudatio betonte Jörg Hofmann: „Die Auseinandersetzungen und der Erfolg sind ein herausragendes Beispiel für die Durchsetzungsfähigkeit der IG Metall gerade auch im Osten, geprägt durch höchste Loyalität und Solidarität, großes Selbstvertrauen und tolle Aktionen.“

„Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche!“ Dieser Leitspruch des kubanischen Revolutionsführers Che Guevara begleitete die Belegschaft in Saarbrücken und Leipzig über die sechseinhalb Streikwochen im Sommer 2018. Seit zwölf Wochen streiken mittlerweile die Beschäftigten der H.E.S. GmbH in Trier und Horath. Das Unternehmen gehört zum RIVA-Konzern und ist bislang nicht tarifgebunden. Die Forderung der 130 Streikenden ist der erstmalige Abschluss eines Tarifvertrages. Auch sie sind nach Berlin angereist und demonstrieren hier für ihre Forderungen. Ganz praktische Solidarität: Die Preisträger der Neue Halberg Guss spendeten das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro für die Streikkasse der Kolleginnen und Kollegen in Trier und Horath.


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