Am 27. Februar ist Equal Pay Day – also der Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland rechnerisch umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar bezahlt werden. Dass wir 2026 immer noch bei einer Lohnlücke von 16% stehen, ist kein Zufall, sondern ein politisches Versagen.
Während die Bundesregierung über „Lifestyle-Teilzeit“ diskutiert, arbeiten Millionen Frauen unter Bedingungen, die Vollzeit schlicht unmöglich machen. Die PM zeigt das sehr deutlich: Frauen arbeiten 1,7 mal häufiger wegen Betreuungsaufgaben in Teilzeit. Erwerbstätige Eltern kommen beide auf 60 Arbeitsstunden pro Woche, aber bei Müttern sind davon 60% unbezahlte Sorgearbeit, bei Vätern 60% bezahlte Erwerbsarbeit. Diese strukturelle Schieflage sorgt dafür, dass Erwerbsverläufe und Einkommen von Frauen dauerhaft niedriger sind – und im Alter in einem 43% niedrigeren Rentenanspruch enden.
Trotz politischer Beteuerungen, trotz gesetzlicher Rahmen, bleibt der Gender Pay Gap hartnäckig. Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Branchen, seltener in Führungspositionen, und nach der Elternzeit werden sie überdurchschnittlich oft auf niedriger eingestufte Arbeitsplätze zurückgestuft.
Frauen in tarifgebundenen Betrieben verdienen durchschnittlich 11,41 € mehr pro Stunde als Frauen in Unternehmen ohne Tarifvertrag. Gleichzeitig ist die Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen dort deutlich kleiner. Mit der EU Entgelttransparenzrichtlinie kommen wichtige neue Regeln – aber sie wirken nur, wenn Betriebsräte stark sind und Beschäftigte ihre Rechte kennen. Entgeltdiskriminierung versteckt sich oft in Zulagen, Leistungsbewertungen oder Sonderzahlungen. Wo klare Regeln gelten, schrumpft der Spielraum für willkürliche Entscheidungen.
Entgeltgleichheit braucht politische Entscheidungen – und starke Mitbestimmung.
Die IG Metall fordert:
Gleiche Bezahlung ist keine Frage der Geduld, sondern der Gerechtigkeit.