25.09.2025 | Die IG Metall hat Politik und Wirtschaft aufgefordert, mit allen Mitteln eine zweite De-Industrialisierung in Ostdeutschland zu verhindern. In einer gemeinsamen Erklärung zur Ministerpräsidentenkonferenz Ost warnen die in der Region vertretenen IG Metall-Bezirke vor erheblichen Gefahren für die Demokratie durch einen weiteren Abbau von Standorten und Arbeitsplätzen. „Jetzt ist die Zeit zu handeln, um Ostdeutschland als starken, zukunftsfähigen Industriestandort zu festigen und auszubauen. Das ist im Interesse der Beschäftigten, der Regionen und der sozialen Stabilität“, betonte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte.
In der gemeinsamen Erklärung weisen die IG Metall-Bezirke auf die hohe Bedeutung der Industrie für den Wohlstand und den sozialen Zusammenhalt im Osten hin. Nach der radikalen De-Industrialisierung im Anschluss an die Wiedervereinigung sei es gelungen, vor allem in der Autoproduktion durch neue Werke wieder in größerem Umfang Beschäftigung aufzubauen. Aber auch andere industrielle Kernbranchen wie Stahl und Schienenfahrzeugbau seien von erheblicher Bedeutung für Beschäftigung und Wohlstand im Osten. Wörtlich heißt es in dem Papier: „In Ostdeutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eine starke Industrielandschaft aufgebaut. Diese darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.“
Zum Erhalt von Industriearbeitsplätzen fordern die IG Metall-Bezirke unter anderem:
Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Mitte: „Zahlreiche Betriebe in Thüringen befinden sich in einer existenziellen Krise. Ohne gezieltes und schnelles Handeln drohen Werksschließungen, Produktionsverlagerungen und der Verlust tariflich gesicherter Industriearbeitsplätze. Die Fehler der 1990er Jahre dürfen sich nicht wiederholen.“
Hintergrund: Insgesamt sind vier der sieben IG Metall-Bezirke in Ostdeutschland vertreten. Dies sind die IG Metall Mitte (mit Thüringen), die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, die IG Metall Küste (mit Mecklenburg-Vorpommern) sowie die IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Alle vier Bezirke haben die Erklärung unterschrieben und an die Ministerpräsidentenkonferenz Ost geschickt.
Die Erklärung im Wortlaut finden Sie im Anhang.