Aus den Regionen: IG Metall Koblenz

IG Metall Koblenz und ZF-Belegschaft setzen starkes Zeichen gegen verschärfte Sparpolitik

30.07.2025 | Trotz Urlaubszeit beteiligten sich mehrere hundert Beschäftigte der ZF Koblenz heute mit einer aktiven Mittagspause an einem bundesweiten Aktionstag der IG Metall bei ZF.

Mit dem Aktionstag setzen IG Metall und Belegschaften ein starkes Zeichen gegen die verschärfte Sparpolitik, die in der parallel am 29. und 30. Juli 2025 stattfindenden Aufsichtsratssitzung in Friedrichshafen gegen die Arbeitnehmerseite beschlossen werden soll. Die IG Metall und Belegschaftsvertreter gehen dabei die Konzernführung scharf an. Diese verschärfe mit ihrer Sparpolitik die Probleme, statt Visionen für die Zukunft zu bieten. Unter dem Motto „Strategie statt Havarie“ fordert die IG Metall daher, die Belegschaften und Standorte selbst stärker an der Zukunftsstrategie zu beteiligen und Sicherheit für die Beschäftigten zu schaffen.

„Die bisherigen Maßnahmen des Vorstands lösen keine Probleme – sie verschärfen sie“, sagte Holger Ehmann, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender am Standort ZF Koblenz und Vertrauensmann der IG Metall, in seiner Rede vor den Beschäftigten. „Wir brauchen keine Symbolpolitik, sondern ein nachhaltiges Zukunftskonzept.“

Die Belegschaft kritisiert, dass die bisherigen Sparmaßnahmen keinen Weg aus der Krise weisen, aber funktionierende Prozesse und zukunftsorientierte Projekte zerstörten. Immer mehr werde von den Belegschaften gefordert, auch die Einschränkung tariflicher Leistungen ohne Zusicherungen und Perspektive zu bieten.

Ehmann warnte daher vor einer Entwicklung, bei der Beschäftigte für Managementfehler zur Kasse gebeten werden: „Warum sollen nur wir für die Zeche bezahlen? Wenn gespart werden muss, dann überall – auch im Vorstand.“ so Ehmann. „Wir sind keine Zahlen – wir sind Menschen, die ihre Arbeit gemacht haben und nicht für die Krise verantwortlich sind“, betonte Ehmann. „Wir kämpfen in Koblenz um jeden Arbeitsplatz.“

Die IG Metall Koblenz fordert gemeinsam mit der Belegschaft den Respekt vor Tarifverträgen und Mitbestimmung und eine strategische Planung statt kurzfristiger Sparmaßnahmen. „Am Standort in Koblenz haben wir gezeigt, dass Werkleitung, Betriebsrat und IG Metall gute und angemessene Lösungen erreichen können.“ So Stefanie Majer, Politische Sekretärin der IG Metall Koblenz. So gäbe es bereits eine Standortvereinbarung in Koblenz, die ein Zielbild und Beschäftigungssicherung für den Standort enthalte. „Selbst wenn der Koblenzer Standort gut funktioniert, müssen wir aktuell auch hier mit Angriffen auf geschlossene Vereinbarungen rechnen. Die Belegschaft zeigt aber, dass sie einen weiteren Kahlschlag in Koblenz und an den deutschen Standorten nicht akzeptieren wird.“ so Majer weiter. Wer in Koblenz angreife, müsse mit einem massiven Widerstand der Belegschaft rechnen.

Zeitgleich zur Aktiven Mittagspause bei ZF in Koblenz fanden an allen deutschen Standorten Protestaktionen statt – ein starkes Zeichen der Solidarität und des Widerstands gegen die drohende Verschärfung der Sparpolitik im Konzern. Anlass ist die heute beginnende Aufsichtsratssitzung in Friedrichshafen, bei der weitreichende Einschnitte erwartet werden.

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