09.12.2025 | Zwei Versammlungen mit jeweils angeregter Diskussion und solidarischer Abstimmung fanden am 8. Dezember in der jeweils voll besetzten Kantine von Novelis in Koblenz statt. Auf den Mitgliederversammlungen forderten die Mitglieder der IG Metall Koblenz bei Novelis klar den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen von ihrem Arbeitgeber.
Um die Beschäftigung in den kommenden Jahren zu sichern, wären sie bereit, tarifliche Instrumente wie die Umwandlung der Sonderzahlungen Zusatzgeld A und B sowie das Transformationsgeld als Brückenlösung einzusetzen. Diese Bausteine könnten in zusätzliche freie Tage umgewandelt werden, um Kündigungen zu verhindern, falls andere sozialverträgliche Maßnahmen nicht ausreichen.
„Unsere Kolleginnen und Kollegen bei Novelis sind eine starke Gemeinschaft und bereit, füreinander einzustehen“, betont Denis Hammer, Betriebsratsvorsitzender bei Novelis Koblenz und Mitglied des Ortsvorstands der IG Metall Koblenz.
Der Betriebsrat und die IG Metall stellen klar, dass die vom Arbeitgeber angestrebten Abbauziele bislang nicht besprochen und abgestimmt sind. Dieser gesamte Prozess steht weiterhin aus. „Wir begrüßen jedoch, dass Novelis die im September angekündigte Abbauzahl von 197 Stellen weiterhin intern kritisch prüft und dafür noch einige Zeit einplant“, erklärt Antje Raczkowiak, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Novelis Koblenz und Vertrauensfrau der IG Metall Koblenz.
Ziel von IG Metall und Betriebsrat ist ein Zukunftstarifvertrag, der Investitionen, Standortperspektiven und Sicherheit bei Veränderungen verbindlich festschreibt. „Es macht keinen Sinn, den Weg mit Novelis zu gehen, wenn das Unternehmen nicht die notwendige Sicherheit bietet und Verantwortung für die Menschen und unsere Region übernimmt“, unterstreicht Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz. Sollte Novelis nach der internen Prüfung dennoch Kündigungen anstreben, kündigt Yener an: „Dann werden wir einen Sozialtarifvertrag fordern, das heißt unter anderem hohe Abfindungen und spezielle Regelungen für IG Metall-Mitglieder.“ Für den Sozialtarifvertrag wurde auf der Mitgliederversammlung bereits ein Vorratsbeschluss gefasst, auch wenn die IG Metall dieses Mittel möglichst nicht nutzen will. „Wir hoffen, dass wir ohne Tarif-Auseinandersetzung zu einer Lösung kommen. Für den Notfall wissen wir aber, dass wir uns bei einer Auseinandersetzung auf die große Solidarität der Beschäftigten bei Novelis verlassen können.“
Hintergrund:
Novelis hatte am 3. September 2025 auf der Betriebsversammlung mitgeteilt, dass eine McKinsey-Analyse 220 Maßnahmen mit einem Potenzial zum Abbau von 197 Stellen am Standort Koblenz ergeben habe. Ziel des Unternehmens war es, die Verhandlungen bis Jahresende abzuschließen und ab Januar 2026 mit dem Personalabbau zu beginnen. IG Metall Koblenz und Betriebsrat haben von Beginn an eine Zusammenarbeit unter der Bedingung des Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen angeboten. Novelis spricht bislang lediglich von einem „möglichst sozialverträglichen Abbau“ ohne betriebsbedingte Kündigungen verbindlich auszuschließen.