Zukunft für Ford-Standort in Saarlouis

IG Metall und Betriebsrat rufen zum Kampf für Standort- und Beschäftigungssicherung auf

  • 22.06.2022
  • Aktuelles

Saarlouis – Nach einem unwürdigen und brutalen Bieterwettbewerb zwischen den Ford-Standorten in Valencia und Saarlouis hat das Unternehmen heute seine Entscheidung verkündet: Der Standort Saarlouis mit seinen derzeit 4.600 Beschäftigten soll scheibchenweise abgewickelt werden.

Zusammen mit dem Zulieferpark geht es um rund 6.600 Arbeitsplätze im Saarland die wegfallen sollen. Eine Entscheidung die alle Saarländerinnen und Saarländer zutiefst schockiert. Das von der Transformation besonders betroffene Saarland wird sich dagegen mit allen Mitteln zur Wehr setzen.

Die IG Metall und der Betriebsrat von Ford fordern Zukunftsperspektiven für den Ford-Standort in Saarlouis und rufen zum Kampf für Standort- und Beschäftigungssicherung auf.

Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall-Bezirks Mitte, wirft Ford Wortbruch vor. „Die Beschäftigten haben in den letzten drei Jahren alles für die Wettbewerbsfähigkeit des Ford-Standortes in Saarlouis getan. Unter schwierigsten Bedingungen in der Corona-Pandemie haben sie die Produktion am Laufen gehalten und mit maximaler Flexibilität auf die angespannte Liefersituation reagiert. So wurde, wo immer notwendig, Kurzarbeit eingesetzt, Schichten verringert und Personal auf freiwilliger Basis abgebaut. Statt sich gemeinsam mit der Belegschaft für die Standortsicherung einzusetzen, hat das Management die Hände in den Schoß gelegt. Jetzt droht eine ganze Region ins Abseits gedrängt zu werden.“

Lars Desgranges, Geschäftsführer der IG Metall Völklingen, kritisiert Ford ebenfalls aufs Schärfste: „Ford hat sich mit diesem Bieterprozess, der am Ende nur eine Farce gewesen ist, nun auch in der Öffentlichkeit demaskiert. Wer zwei Belegschaften, zwei Regionen und zwei Länder Europas dermaßen gegeneinander ausspielt, hat in einer sozialen Marktwirtschaft alle Kredite verspielt. Ohne Perspektive für Saarlouis werden wir die Konzernentscheidung nicht akzeptieren!“

Markus Thal, Betriebsratsvorsitzender bei Ford in Saarlouis, ist zutiefst verärgert: „Mehr als 2.500 Arbeitsplätze wurden in Saarlouis seit 2018 abgebaut. Wir haben akzeptiert, dass die Nachtschicht und C-Max-Fertigung eingestellt wurden. Belegschaft, IG Metall und Betriebsrat haben sich nichts vorzuwerfen. Wir haben geliefert, das Management hat uns mit leeren Versprechungen hingehalten. Wir fühlen uns belogen und betrogen vom Ford Europa Management!“

Benjamin Gruschka, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats: „Wir haben als deutsche Belegschaften zusammengestanden und dem Europamanagement Vorschläge gemacht, die für Ford deutlich lukrativer wären und beide Standorte erhalten würden, Saarlouis und Valencia! Aber offensichtlich war in den Köpfen die Entscheidung längst gefallen. In meinen Augen ein Komplettversagen der Europazentrale!“

Die Metallerinnen und Metaller werden sich mit allen Mitteln gegen die Abwicklung des Ford-Standortes zur Wehr setzen. Wenn das Management nicht einlenke, so Köhlinger, werde Ford den Widerstand eines ganzen Bundeslandes zu spüren bekommen. Wir wissen dabei auch die SPD-Landesregierung an unserer Seite.

Hinweis:

IG Metall und Betriebsrat laden Sie am heutigen Mittwoch, 22.06., ab ca. 16.45 Uhr, ins Victors Residenz Hotel in Saarlouis zur Pressekonferenz ein.