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Nikolaus-„Geschenk“ des Arbeitgebers bei ETI DE: Insolvenz beantragt, 47 Beschäftigte in Hildburghausen betroffen

  • 04.12.2020
  • Aktuelles, Betriebspolitik, Betriebliche Konflikte

Die ETI DE GmbH mit Sitz in Kleinkahl ist eine Tochter der weltweit agierenden slowenischen ETI-Gruppe. Im Werk im Hildburghäuser Gewerbegebiet am Kaltenbronner Weg werden Sicherungseinsätze, Leitungsschutz- oder FI-Schalter und anderes Material für Elektroinstallationen produziert. Von den insgesamt 55 Beschäftigten der ETI DE arbeiten 47 Beschäftigte in Hildburghausen.

Völlig überraschend teilte der Geschäftsführer jetzt im Werk mit, dass am 19. November 2020 die Insolvenz über das Vermögen der ETI DE am Insolvenzgericht in Aschaffenburg beantragt wurde. Weder Betriebsrat noch Belegschaft wurden im Vorfeld informiert. Zwischenzeitlich wurden die Löhne und Gehälter für November 2020 problemlos ausgezahlt wie auch in den vergangenen Monaten. Auf den ersten Blick spricht nichts für Insolvenz: durchgängig zu tun im Betrieb, keine Kurzarbeit, keine Lohnrückstände.“, informiert Thomas Steinhäuser mit, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Suhl-Sonneberg.

Mit Beschluss des Insolvenzgerichtes Aschaffenburg – Aktenzeichen 613 IN 307/20 – vom 30. November 2020 wurde die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Als vorläufiger Sachwalter wurde Dr. Stephan Laubereau aus Aschaffenburg bestellt.

„Bei der bisher angenommenen betrieblichen Normalität sind wir von einer drohenden Insolvenz mehr als überrascht. Überraschungen sind in der Vorweihnachtszeit meist mit positiven Erwartungen verbunden. Dass der Geschäftsführer den Beschäftigten der ETI DE jetzt einen Insolvenzantrag sinnbildlich in den Nikolausstiefel steckt, löst Enttäuschung und Sorge aus. Dass der Insolvenzantrag in Aschaffenburg gestellt wurde, obwohl der Mittelpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit des Betriebes in Hildburghausen ist und damit das Insolvenzgericht Meiningen zuständig wäre, ist zusätzlich unglücklich. Nach Aussage des Geschäftsführers ist der Betrieb auch ins neue Jahr hinein mit Aufträgen ausgelastet. Gemeinsam mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten beginnt jetzt das Ringen um den Erhalt der Arbeitsplätze.“, kündigt Steinhäuser an.