Tarifrunde Eisen und Stahl 2021

Tarifergebnis für saarländische Stahlindustrie erzielt: Mehr Geld und sichere Beschäftigung in herausfordernden Zeiten

  • 12.05.2021
  • Aktuelles, Tarif, Stahl

Frankfurt am Main/Dillingen – Die IG Metall Mitte hat mit den Arbeitgebern der saarländischen Stahlindustrie nach einer zwölfstündigen Verhandlung in der Nacht zum 12. Mai ein Tarifergebnis erzielt. Die rund 15.000 Beschäftigten der saarländischen Stahlindustrie erhalten mehr Geld. Zudem sind in den herausfordernden Zeiten die Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung verbessert worden.

Archivfoto.

Die rund 15.000 Beschäftigten erhalten im September 2021 eine Corona-Beihilfe in Höhe von 500 Euro. Neben der bestehenden jährlichen Zahlung aus dem Tarifvertrag „zusätzliche Vergütung“ von 1.000 Euro, wird ab 2023 im Februar eine wiederkehrende tarifdynamische Zahlung in Höhe von 600 Euro ausgezahlt. In der Zwischenphase erhalten die Beschäftigten 500 Euro, die im Februar 2022 ausbezahlt werden. Diese zusätzlichen tariflichen Entgelte können auch zur Beschäftigungssicherung genutzt werden.

Auszubildende erhalten im September eine Corona-Beihilfe von 300 Euro, eine Tarifzahlung im Februar von weiteren 300 Euro und eine jährliche tarifliche Erhöhung von 360 Euro ab Februar 2023.

Darüber hinaus wurden die Tarifverträge zur Beschäftigungssicherung und Altersteilzeit verlängert. Das gleiche gilt für den Tarifvertrag zu Werkverträgen.

Die Tarifvertragsparteien haben vereinbart, bis Ende des Jahres einen Tarifvertrag für dual Studierende abschließen zu wollen. Die tariflichen Regelungen sollen an das bestehende Niveau für Auszubildende anknüpfen. Zudem verabreden die Tarifvertragsparteien, gemeinsame tarifliche Regelungen zur Bewältigung der Transformation der Eisen- und Stahlindustrie zu finden. Im Zuge einer geplanten Struktur- und Wettbewerbsanalyse wird die IG Metall einen Mitgliederbonus vorschlagen.

Jörg Köhlinger, IG Metall-Verhandlungsführer und Leiter des IG Metall Bezirks Mitte, ist mit dem Ergebnis der Verhandlung zufrieden. „Wir haben für die Stahlindustrie an der Saar einen guten Kompromiss gefunden. Die Beschäftigten erhalten eine Einmalzahlung und eine dauerhafte Entgelterhöhung. Zudem haben wir die Möglichkeiten zur Beschäftigungssicherung und die Vergabe von Werkverträgen auf ein gutes Fundament gestellt.“

Die Laufzeit der Entgelttarifverträge endet am 31. August 2022.

Das Tarifgebiet umfasst neben dem Saarland auch Buderus Edelstahl in Wetzlar sowie die Badischen Stahlwerke Kehl. Insgesamt profitieren vom Tarifergebnis für die saarländische Stahlindustrie 15.000 Beschäftigte.