Aus den Regionen: IG Metall Nordhausen

Transformation verpasst

16.01.2026 | Am gestrigen Donnerstag ist die IG Metall Nordhausen über die Schließung des valeo Werks in Mühlhausen informiert worden. Die ersten Gespräche mit der Geschäftsleitung verliefen auf Augenhöhe, aber nicht ohne deutliche Kritik an der Entscheidung der Konzernleitung.

„Hier ist seit Jahren zu wenig investiert worden – weder in Technik, noch in die Menschen. 2021 haben wir mit unserem Haustarifvertrag eine Schließung abwenden können. Das war ein großer Erfolg. Aber auch damals schon war im Gespräch, dass das Unternehmen junge Menschen am Standort ausbilden sollte und dass Mitarbeitende gezielt in Zukunftsfeldern weiterqualifiziert werden“, kritisiert Jenny Rotter, zuständige Gewerkschaftssekretärin der IG Metall in Nordthüringen.

Vor allem auf Grund des Engagements des Betriebsrats, der IG Metall und in guter Zusammenarbeit mit dem früheren Werkleiter brachte die Unternehmensleitung vor ein paar Jahren ein zukunftsversprechendes Produkt an den Standort. Das reichte aber nicht aus. Jenny Rotter weiter:

„Wer sich jetzt über fehlende Wettbewerbsfähigkeit beschwert, und dafür allein die vermeintlich hohen Kosten am Standort ins Feld führt, erzählt noch nicht mal die halbe Wahrheit. Hier hat der Konzern einen Standort bewusst ausbluten lassen.“

Die Kritik der Gewerkschaft geht dabei über den valeo-Konzern hinaus: Konzernzentralen liegen oftmals weit entfernt von den Produktionsstandorten. Wirtschaftliche Entscheidungen würden am Reißbrett getroffen und nicht in Zusammenarbeit mit Akteuren und Mitarbeitenden vor Ort. Hier würde das Know-How der Beschäftigten liegen gelassen, stattdessen wird ohne große Investitionen und nachhaltige Zukunftsstrategie so lange produziert, bis es nicht mehr geht. Das ist ein Muster vieler weltweit agierenden Konzerne.

„In den Zentralen sieht niemand mehr den Menschen. Die Verantwortlichen blicken den Kolleginnen und Kollegen nicht in die Augen, wenn ihre Entscheidungen verkündet werden. Welche wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Konsequenzen das für eine Region wie den Unstrut-Hainich-Kreis hat, interessiert in Frankreich niemanden,“ so die Gewerkschaftssekretärin abschließend.

Über das weitere Vorgehen entscheidet eine zeitnah stattfindende Mitgliederversammlung der Gewerkschaft. Klar ist, dass mit den Beschäftigten gemeinsam für gute Lösungen gekämpft wird.  

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