19.09.2025 | Früh- und Spätschicht legen am heutigen Freitag zwischen 11 und 17 Uhr die Arbeit nieder. Damit reagieren sie auf die sechste ergebnislose Verhandlungsrunde in dieser Woche: Weder das nicht-verhandelbare Angebot noch die schwache Verhandlungsführung der TALLAG werden dem Ernst der Lage gerecht!
"Wenn kein Ergebnis in Sicht ist und die erboste Belegschaft zur Eskalation bereitsteht, muss eine schwierige Tarifverhandlung absolute Chefsache sein. Eine siebte Runde kann nur etwas bringen, wenn die TALLAG mit dem klaren Willen an den Tisch kommt, tatsächlich eine Lösung zu finden. Offenbar braucht es dafür ein noch deutlicheres Warnsignal – und genau das setzen wir heute mit dem verlängerten Warnstreik“, so Gewerkschaftssekretär Christian Patho von der IG Metall Jena-Saalfeld.
Auf den ersten vierstündigen Warnstreik im August folgt nun ein sechsstündiger Ausstand. Die nächste Eskalationsstufe kann dann schon ein 24-Stunden-Warnstreik sein – die letzte Stufe vor einem unbefristeten Arbeitskampf. Die TALLAG-Belegschaft ist stark gewerkschaftlich organisiert, steht geschlossen hinter der Tarifkommission und wird immer entschlossener im Tarifkampf.
„Wir wollen keine Eskalation. Die Belegschaft und damit unsere Mitglieder haben in schweren Jahren das Unternehmen über Wasser gehalten. Jetzt gibt es Planungssicherheit und die Aussicht auf neue Aufträge. Was wir fordern, ist das, was uns schon lange zusteht. Wenn nicht einmal ein Unternehmen mit Landesbeteiligung bei der Tariftreue mit gutem Beispiel vorangehen will, wird daraus mehr als ein lokaler Arbeitskampf. Das muss auch der TALLAG-Gruppe und ihrer Geschäftsführung klar werden“, so Patho.
Zum Hintergrund
Der Anerkennungstarifvertrag von 2008 sieht eine schrittweise Angleichung von Löhnen und Gehälter bis 2013 an die TALLAG Saalfeld GmbH (ehemals SAMAG Saalfeld) vor. Seither stimmte die Rottenbacher Belegschaft – jedes Jahr aufs Neue aufgrund von betriebswirtschaftlichen Problemen – einer Verschiebung der Umsetzung zu. Inzwischen ist das Werk mit einem siebenstelligen Betrag in der Gewinnzone, besitzt eine gute Auftragslage und kann sich die Umsetzung seiner Verpflichtung leisten.
Die TALLAG Rottenbach GmbH – früher: SAMAG Truck Components GmbH (STC) – ist eine Firma der Automobilzulieferindustrie mit ca. 120 Beschäftigten. Das traditionsreiche Unternehmen ist Teil der TALLAG-Gruppe, die über eine Beteiligungsgesellschaft dem Land Thüringen gehört. Die TALLAG-Unternehmen sind nicht Mitglied im Thüringer Arbeitgeberverband, mit dem die IG Metall einen Flächentarifvertrag abgeschlossen hat.