Zentrale AGA-Tagung der IG Metall

„Rentnerinnen und Rentner sowie Erwerbslose sind ein großer und unverzichtbarer Teil der IG Metall“

  • 24.05.2019
  • AGA

Interview mit Renate Müller, ehemalige stellvertretende Betriebsratsvorsitzende VW Baunatal und Vertreterin des Bezirk Mitte im zentralen AGA-Ausschuss beim Vorstand der IG Metall.

Renate, die AGA-Tagung stand 2019 unter dem Motto „AGA – Wir sind IG Metall“. Ist die Veranstaltung ihrem Leitspruch gerecht geworden?


Aus meiner Sicht: Ja! An den Informationsständen der Bezirke und in den Diskussionen wurden das Engagement der Rentner*innen und Erwerbslosen, die Vielfalt der Aktivitäten, das breite Themenspektrum, die Unterstützung der Gewerkschaftsarbeit vor Ort – sei es in der Tarifrunde, bei betrieblichen Aktionen, im Rückholmanagement und vieles mehr – sehr eindrücklich deutlich.  Diese Tagung hat klar gemacht, dass wir, die Rentner*innen und Erwerbslosen, ein großer und unverzichtbarer
Teil der IG Metall sind, dass unsere Erfahrungen, Kenntnisse, Ideen und unser Engagement gefragt, notwendig und willkommen sind. Und dass der Einsatz für ein Leben in Frieden, sozialer Sicherheit und Würde ein Leben lang dauert und nicht mit dem Eintritt in die Rente aufhört.

An den zwei Tagen wurden im Plenum und in den Arbeitsgruppen viele Themen diskutiert. Welche sind Dir besonders in Erinnerung geblieben?

Zum einen die klare Haltung unseres Ersten Vorsitzenden Jörg Hofmann und unseres  Vorstandsmitglieds Hans-Jürgen Urban zum Stellenwert der AGA in der IG Metall als unverzichtbarer Teil. Außerdem unsere Forderungen zur Rente und Gesundheit, die klare Haltung gegen Rechts,
unsere Solidarität mit den Flüchtlingen und die Herausforderungen an die Gestaltung der  Transformation. Beeindruckend fand ich auch die Ergebnisse der Arbeitsgruppen,
zum Beispiel wie die Strukturen und die Verankerung der AGA vor Ort in den Geschäftsstellen, auf
bezirklicher sowie auf Vorstandsebene ist und was dort verbessert werden kann. Zudem, welche Vielfalt von Themen bereits in der AGA bearbeitet werden und welche wir uns in den nächsten Jahren noch stärker erarbeiten werden, wie zum Beispiel Rückholmanagement, Mitgliederhaltearbeit,
Sozialpolitik, Rente, Gesundheit, Pflege, Verteilungsgerechtigkeit, bezahlbarer Wohnraum, aus
der Geschichte lernen, gemeinsam gegen Rechts, Transformation, Einsatz für das Klima und vieles mehr.

Du selbst warst nicht nur Teilnehmerin der Tagung, sondern auch auf dem Einstiegspodium zum Thema „Zukunft der AGA – AGA der Zukunft“ vertreten. Was wurde hier diskutiert?

Deutlich wurde die Notwendigkeit regelmäßiger Sitzungen und Veranstaltungen der AGA und der Verankerung in den örtlichen Strukturen der Geschäftsstellen und der bezirklichen Ebene, zum Beispiel der Delegiertenversammlung, dem Ortsvorstand oder Bezirkskonferenzen, um die Positionen und Forderungen der AGA darzustellen und eine gute Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung bei Tarifrunden
etc. leisten zu können. Auch auf Vorstandsebene sollte es weiterhin regelmäßige Sitzungen zum  Austausch, zur Vernetzung, Information und Diskussion über die Schwerpunkte der Außerbetrieblichen
Gewerkschaftsarbeit geben. Ein weiteres wichtiges Thema war die Nachwuchsgewinnung für den
AGA-Bereich und die Unterstützung der örtlichen AGA-Aktiven hierbei bzw. die  Unterstützungsmöglichkeiten für Initiativen zur Gründung weiterer AGA-Arbeitskreise in Geschäftsstellen, in denen es noch keine AGA-Strukturen gibt.

Wie lautet Deine Prognose? Wie sieht die AGA der Zukunft aus?


AGA hat Zukunft, wir werden alle älter und das Engagement für ein würdiges Leben ist notwendiger denn je. Das in den AGA-Thesen aus dem Jahr 2015 formulierte Selbstverständnis unserer AGA-Arbeit ist nach wie vor gültig: „Die Außerbetriebliche Gewerkschaftsarbeit ist Selbsthilfe, gelebte Solidarität, Geselligkeit und aktive politische Arbeit zugleich. Auf das Engagement und die Fachkenntnisse der vielen Rentnerinnen und Rentner und der Erwerbslosen kann, darf und wird die IG Metall nicht
verzichten. (…) Wir setzen uns ein für ein Leben in sozialer Sicherheit und menschlicher Würde für Jung und Alt.“