Pressemitteilung

Warnstreik gegen Arbeitsplatzabbau bei Continental

  • 10.12.2020
  • Aktuelles, Betriebspolitik, Betriebliche Konflikte, Pressemitteilung

Offenbach – Gegen den geplanten Arbeitsplatzabbau von Continental haben heute Warnstreik-Aktionen stattgefunden. Mit einem Autokorso von Babenhausen nach Offenbach und einer Protestkundgebung demonstrierten die Beschäftigten von Continental gegen den brutalen Arbeitsplatzabbau des Unternehmens. Der Autokorso bestand aus mehr als 300 Fahrzeugen. An der Kundgebung nahmen unter dem Motto „Protest geht auch mit Abstand“ rund 1.000 Beschäftigte teil.

Fotos: Frank Rumpenhorst

Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Continental, kritisierte auf der Kundgebung: „Eine Arbeitgeberseite, die vom Verhandlungstisch flüchtet und Alternativkonzepte noch nicht einmal prüft, hat nur eine Antwort verdient: Widerstand! Dieser kaltherzige Kapitalismus ist einfallslos, unmenschlich und gefährdet den sozialen Frieden. Statt Totalverweigerung und Kahlschlag erwarten wir faire Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite und tragfähige Lösungen für alle Beschäftigten.“

Am Standort Babenhausen will Continental 2.600 der derzeit über 3.000 Arbeitsplätze abbauen. In den Verhandlungen zum Interessenausgleich hatte sich der Automobilzulieferer ebenso hartleibig gezeigt wie in den mittlerweile von der IG Metall abgebrochenen Gesprächen über einen Zukunftspakt auf Konzernebene.

Vor diesem Hintergrund streiten die Beschäftigten am Standort für einen Sozialtarifvertrag. Ziel ist es, angemessene Abfindungen durchzusetzen und eine Transfergesellschaft, die gute Zukunftsperspektiven für die Beschäftigten ermöglicht.

Daniel Bremm, Bevollmächtigter der IG Metall Darmstadt, wir erwarten von Continental das sie endlich ein ernstzunehmendes, verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Sollte dies nicht erfolgen, sind wir jederzeit in der Lage unsere Aktionen auszuweiten.

IG Metall und Betriebsrat hatten dem Management von Continental in Babenhausen ein Zukunftskonzept vorgelegt, mit dem der Produktionsbereich langfristig erhalten worden wäre und damit ein großer Teil der Beschäftigten eine Zukunft gehabt hätte. Offensichtlich hat der Zulieferer mit Sitz in Hannover daran keinerlei Interesse und hält an der Verlagerung der Produktion nach Serbien fest.

Fotos: Frank Rumpenhorst