Pressemitteilung

Opel-Aktionstag: Zukunft nur mit uns – Hände weg vom Kündigungsschutz

  • 24.11.2020
  • Aktuelles, Betriebspolitik, Betriebliche Konflikte, Pressemitteilung

Frankfurt am Main – Mehr als 3.150 Beschäftigte haben sich am heutigen Dienstag (24.11.) am Opel-Aktionstag an den drei inländischen Standorten beteiligt. Unter dem Motto ‚Zukunft nur mit uns – Hände weg vom Kündigungsschutz‘ fanden am Stammsitz von Opel in Rüsselsheim, in Kaiserlautern und Eisenach Proteste statt. IG Metall und Betriebsrat hatten zu den Aktionen aufgerufen, um ein Zeichen gegen die permanenten Drohungen des Opel- und PSA-Managements zu setzen.

„IG Metall und Opel haben einen Zukunftstarifvertrag unterzeichnet, der betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Wer das in Frage stellt, stellt den Tarifvertrag in Frage und muss mit dem Widerstand der Beschäftigten rechnen,“ so Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall Bezirks Mitte im eigens für den Aktionstag produzierten Podcast.

In Rüsselsheim beteiligten sich insgesamt etwa 3.000 Beschäftigte mit mehr als 1.500 Fahrzeugen an einem Autokorso. Am Korso nahmen Opel-Beschäftigte aus Rüsselsheim und Kaiserslautern sowie Beschäftigte des Entwicklungsdienstleisters Segula teil.

Ulrike Obermayr, Bevollmächtigte der IG Metall Darmstadt, kritisierte das Verhalten des Opel-Managements deutlich: „Statt gemeinsam – PSA-Management mit Opel-Betriebsrat, Segula-Betriebsrat und IG Metall - eine Zukunft für die Standorte von Opel zu erarbeiten, sehen wir uns mit Angriffen auf den Zukunftstarifvertrag konfrontiert. Die IG Metall fordert ein tragfähiges und belastbares Konzept zum Erhalt der Standorte mit Perspektiven für sichere Arbeitsplätze.“

Bernd Löffler, IG Metall Bevollmächtigter in Kaiserslautern, betonte, dass der Zukunftstarifvertrag nicht zu Lasten einer Seite abgeschlossen worden ist. „Für den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und die Investitionszusagen in Milliarden Höhe haben die Beschäftigten einen wesentlichen Beitrag erbracht. Auch deswegen fordern wir von Opel die Einhaltung der Verträge und Zukunftsperspektiven für die Beschäftigten.“

In Eisenach beteiligten sich rund 150 Beschäftigte an einer Aktion vor dem Werkstor und machten deutlich, dass die aktuellen Arbeitsumfänge eine robuste Auslastung des Standortes zuließen. Es habe aber den Anschein, dass der PSA-Konzern derzeit alles dafür tue, den Standort auf Sparflamme zu halten. „Am thüringischen Standort ist wesentlich mehr Wertschöpfung möglich. Aus völlig unverständlichen Gründen hat das Management offensichtlich kein Interesse daran. Wir fordern Investitionen in Anlagen und Werkzeuge sowie den Aufbau der zugesagten zweiten Schicht,“ sagte Uwe Laubach, Bevollmächtigter der IG Metall Eisenach, vor dem Werkstor am heutigen Dienstag.

„Beschäftigungssicherung erfordert eine nachhaltige Entwicklung der Marke. Opel hat im Zukunftstarifvertrag die erforderlichen Investitionen zur Bestands- und Beschäftigungssicherung zugesagt. „Statt stufenweisem Personalabbauplan brauchen wir einen langfristigen Investitionsplan, damit Opel die Transformation erfolgreich meistert,“ betonte Rudolf Luz, Unternehmensbeauftragter der IG Metall bei Opel.

Die Aktionen fanden breite Unterstützung durch die Politik. So sendete Ministerpräsidentin Malu Dreyer aus Rheinland-Pfalz und auch der Ministerpräsident Hessens, Volker Bouffier, eine Grußbotschaft an die Opel-Beschäftigten über das von der IG Metall initiierte dreistündige Radioprogramm im Rahmen der Aktionen. Bodo Ramelow, Thüringens Ministerpräsident, sprach vor dem Werkstor in Eisenach zu den Beschäftigten.

Die anlässlich des Aktionstages erstellte Radiosendung wird auf der UKW-Frequenz 90,9 von Radio Rüsselsheim ausgestrahlt. Zusätzlich ist die Sendung im Digitalradio DAB+ zu hören und im Livestream über www.radio-r.de.

Hintergrund:

Vor dem Hintergrund der technologischen Umbrüche, hat Opel ein Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramm für Beschäftigte zugesagt. Gemäß dem Zukunftstarifvertrag kann der Automobilhersteller bis zu 2.100 Arbeitsplätze abbauen. Es ist verbindlich geregelt, dass dies ausschließlich freiwillig, durch Vorruhestandsregelungen, Altersteilzeit oder freiwillige Aufhebungsvereinbarungen geschehen kann.