Aus den Regionen: IG Metall Nordhausen

Regelungen für eine sichere Zukunft statt Frontalangriffe auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten

  • 04.03.2021
  • Aktuelles, Metall-/Elektroindustrie

Nordhausen/Heilbad Heiligenstadt – Solidarisch in die Offensive! Auch nasskaltes Wetter bei Temperaturen knapp über den Gefrierpunkt konnten am frühen Morgen rund 60 bei der MAGNA in Heilbad Heiligenstadt Beschäftigte nicht davon abgehalten, ihre Arbeit befristet niederzulegen.

Unseren Forderungen - Beschäftigung sichern, Zukunft gestalten, Kaufkraft stärken - treffen auch bei den MAGNA Beschäftigten den Nerv der Zeit. Gerade bei ihnen stößt das Verhalten des Arbeitgeberverbandes auf Unmut. Jüngst hat man einen drastischen Personalabbau hinter sich gebracht und die ersten negativen Auswirkungen in Form von Leistungsverdichtung sind schon zu spüren. Dass die Arbeitgeber eine Null-Rund verlangen und damit den Beschäftigten Reallohnverluste aufzwingen wollen, stößt genauso auf Unmut wie die permanente Verweigerungshaltung zu Fragen einer mitbestimmten Zukunftsgestaltung bei der Bewältigung des Transformationsprozesses oder der Angleichung der wöchentlichen Arbeitszeit auf Westniveau – von 35 Wochenstunden.  Seit 2018 gab es keine tabellenwirksame Entgelterhöhung. In 2020 gab es mit der Zusage Beschäftigung zu sichern, eine Null-Runde. Was müssen wir feststellen, an dieser Zusage hat man sich nicht gehalten. Um die Zukunft erfolgreich gestalten zu können, benötigen wir Zusagen für Investitionen, Standorte, Beschäftigung und Qualifizierung. Wir benötigen Kaufkraft um die Nachfrage zu stabilisieren. Institute beziffern eine zu erwartende Inflationsrate bis zu 3% und mehr. Wir benötigen Instrumente wie eine kollektive Arbeitszeitabsenkung mit Teillohnausgleich für Betriebe bei denen die Situation noch instabil ist. Die Zukunft kann nicht in Personalabbau, Leistungsverdichtung, Renditesucht und Frontalangriffen auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Entgelte und dem Zurückdrängen des Einflusses der Gewerkschaften als Tarifvertragspartei liegen. Das sind „Herr im Haus - Standpunkte“ und gehören nicht ins 21. Jahrhundert. Bernd Spitzbarth, Geschäftsführer der IG Metall Nordhausen: „Gerade in der Automobilbranche nutzen die Arbeitgeber die Pandemie und den Veränderungsprozess auf den Rücken der Beschäftigten aus. Dass die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben hinter den Tarifforderungen stehen, ist offensichtlich. Gerade jetzt brauchen wir verbindliche Regelungen zur Beschäftigungssicherung, für tragfähige Zukunftsperspektiven und steigenden Einkommen.  Wer Gewerkschaften zurückdrängen, die Betriebsräte erpressbarer und die Tarifautonomie schleifen will, wird auf weiteren Widerstand stoßen. Die Arbeitgeber sind aufgefordert, sich am Verhandlungstisch in die richtige Richtung zu bewegen. In den Betrieben werden wir die Diskussion weiter vorantreiben.  Dass die Menschen für unsere Forderungen nach einer zukunftsfähigen Arbeitswelt in einer sozial gerechten Gesellschaft bereit sind zu kämpfen, davon ist Spitzbarth überzeugt“.

Metallerinnen und Metaller fordern ein Zukunftspaket
Die IG Metall fordert für die mehr als 3,8 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in dieser Tarifbewegung ein Zukunftspaket. Dieses beinhaltet ein Volumen von vier Prozent, das je nach Situation der Betriebe zur Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen oder für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann. Außerdem will die IG Metall das Thema Angleichung endlich in konstruktiven Gesprächen einer Lösung herbeiführen.