IG Metall Bezirk Mitte
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09.12.2019, 16:12 Uhr

Angleichung Arbeitszeiten

Tarifgespräche in Millimetern

  • 23.05.2019
  • Aktuelles, Tarif, Metall-/Elektroindustrie

Über vier Stunden dauerte am 21. Mai die vierte Gesprächsrunde zur Angleichung der Arbeitszeit in Ostdeutschland in Berlin. Gewitterstimmung rund um das Verhandlungslokal, in den Verhandlungsräumen herrschte eisige Kälte. Eine Bewegung der Arbeitgeber war zu Beginn nicht zu erkennen.

Anstatt eines ernsthaften Schrittes in Richtung der 35-Stunden-Woche gab es von den Ost-Arbeitgeberverbänden alt bekannte Vorträge zur wirtschaftlichen Situation. Nachdem die IG Metall dann sehr klar sagte, dass es so nicht weitergehen könne, wurde in einer kleinen Runde weiterverhandelt. Am späten Abend gab es dort leicht konstruktivere Töne.

Kritische Situation

Nach der Verhandlung war die klare Einschätzung der IG Metall-Gesprächskommission, dass sich der Prozess in einer kritischen Situation befindet. Entscheidende Bremse ist weiterhin die Vorstellung der Arbeitgeber, die Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung auf Betriebsräte und Geschäftsführungenoder Werkleiter zu verlagern und die IG Metall dabei außen vor zu halten. Statt auf die Kompromissvorschläge der IG Metall einzugehen, hatten die Arbeitgeber bereits am 3. Mai einen eigenen Entwurf vorgelegt, den sie zwar „Future“ nennen, der aber alter Wein in ebenso alten Schläuchen ist.


Wir fordern eine tarifliche Regelung: Die IG Metall bleibt dabei: Wir fordern eine verbindliche tarifliche Regelung zur Einführung der 35-Stunden-Woche, die bei den Beschäftigten ankommt. Dafür braucht es einen Tarifvertrag mit klar definierten Zeiträumen

zur Absenkung der Arbeitszeit. Der Einführungskorridor bis 2030 ist nur unter der Voraussetzung einer  belastbaren, tariflich abgesicherten Regelung vorstellbar. Beim nächsten Termin am 11. Juni in Schwerin müssen die Arbeitgeber Farbe bekennen. Die zahlreichen betrieblichen Aktivitäten in der Aktionswoche haben der Gesprächskommission den Rücken gestärkt. Herzlichen Dank an alle! Das wurde von der Arbeitgeberseite sehr wohl wahrgenommen. Nun müssen wir die Vorbereitungen für einen gemeinsamen Aktionstag am 19. Juni treffen.

Tarifschnellinfo


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