Tag gegen Gewalt gegen Frauen

Wir fordern für Frauen besseren Schutz vor Gewalt

  • 24.11.2020
  • Aktuelles, Zielgruppen, Angestellte, Frauen, Jugend, Migration, Studierende

Häusliche Gewalt ist alltäglich. Die aktuelle Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts (BKA) für 2019 zeigt: Statistisch gesehen ist alle 45 Minuten eine Frau gefährlicher Körperverletzung oder Partnerschaftsgewalt ausgesetzt. Es ist zu befürchten, dass durch die Corona-Pandemie häusliche Gewalt weiter zunimmt.

„Diese Zahl ist erschreckend. Es ist wichtig, wachsam zu sein, Betroffene auf Hilfsangebote hinzuweisen und sie zu unterstützen. Wir brauchen aber auch einen deutlichen Ausbau von Schutzräumen. Die Kapazitäten in Frauenhäusern reichen oftmals nicht aus“, sagte Kerstin Barnowski, Vorsitzende des Frauenausschusses der IG Metall Mitte aus Anlass des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November. In Deutschland, aber auch weltweit, nimmt häusliche Gewalt zu, so dass die Vereinten Nationen von einer „Schattenpandemie“ sprechen.

Laut BKA wurden im vergangenen Jahr 141.792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Das BKA vermutet, dass es eine weit höhere Dunkelziffer an Gewalttaten gibt. Zu mehr als 80 Prozent sind Frauen die Leidtragenden, aber auch Männer sind betroffen.  Besonders dramatisch sind die Tötungsdelikte, sogenannte Femizide. 2019 wurde fast jeden dritten Tag eine Frau durch ihren (Ex-) Partner getötet, so die BKA Kriminalstatistik.

Als Gewerkschaft richtet die IG Metall im Bezirk Mitte ein besonderes Augenmerk auf Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz. Zahlen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes belegen: Am Arbeitsplatz wurde schon jede sechste Frau in Deutschland sexuell belästigt. Es gibt gute betriebliche Beispiele, die das Verhalten am Arbeitsplatz regeln. „Arbeitgeber fordern wir auf, betriebliche Anlaufstellen im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes einzurichten. Wir brauchen mehr Betriebsvereinbarungen, die partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz fördern und regeln“, erklärte Tanja Jost, stell. Vorsitzende Frauenausschuss IG Metall Mitte. „Unser Ziel ist ein respektvolles und solidarisches Miteinander von Frauen und Männern. Das heißt auch, Grenzen wahrzunehmen und zu akzeptieren.“

In den vergangenen Jahren wurden die Hilfsangebote für Frauen ausgeweitet:

  • In zahlreichen Supermärkten gibt es Anlaufstellen. Das Codewort „Maske 19“ führt zu einer schnellen Hilfe, wenn Frauen es in Apotheken oder beim Arzt verwenden.
  • Die Initiative „Stärker als Gewalt“ informiert zum Thema und bietet Hilfsangebote auf einen Blick: www.staerkeralsgewalt.de
  • Das Hilfstelefon (kostenlos und rund um die Uhr nutzbar):  https://www.hilfetelefon.de/, 08000 116 016
  • Das Elterntelefon (anonym, kostenlos, Mo-Fr 9 bis 17 Uhr, zusätzlich Di und Do 17 bis 19 Uhr): https://www.nummergegenkummer.de/elterntelefon.html, 08001110550

Aktionsmaterial:

Aktionsschilder 

Hilfestelefon Mitmach Shareble

Hilfetelefon Mitmach Aktionsschild für Selfies

Hintergrund: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz definiert sexuelle Belästigung als ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, das bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird.